Muckels Tagebuch

aus dem Leben geschrieben

 
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Verfasst von Muckel.

Herzlich Willkommen

es freut mich, dass Du den Weg zu meinem Blog gefunden hast. Hier berichte ich über all die Themen, die mich interessieren und die mich betreffen. Ein großer Themenbereich ist dem »Rheuma« gewidmet, da ich leider an dieser Autoimmunerkrankung erkrankt bin. Etwas erfreulicher dürften die »Fotografien« sein, die so unter anderem auch von vergangenen Wanderfahrten und Lager berichten. Auch gibt es hier ein paar Informationen aus dem Bereich »Informations Technik«, da ich zum einen eine Ausbildung zum IT-Systemelektroniker absolviert habe und mich manches aus der “IT-Welt” interessiert.

Wenn Dich ein Artikel aus meinem Blog interessiert und Du dazu gerne noch etwas wissen möchtest oder einfach deine Meinung mitteilen möchtest, so kannst Du das zum Beispiel über die Kommentar-Funktion tun. Denn Rückmeldungen freuen mich immer. Für Angehörige von Rheumatikern oder selbst betroffenen sei noch angemerkt, dass es bei vielen nicht so schlimm verläuft wie bei mir und man mich daher vielleicht nicht als “Richtmaß” sehen sollte – denn noch hilft es dem ein oder anderen, da sie oder er sehen kann, das man damit nicht alleine ist.

Viel Vergnügen in meinem Blog!

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Verfasst von Muckel.

Gicht

Gicht

An Tagen, wo ich meine Finger biegen kann,
vergehen mit Verschreiben mir die Stunden,
Und wenn ich einen guten Vers gefunden,
Geht mich die Welt, die Gicht, der Schmerz nichts an.

An anderen Tagen geht das Schreiben nicht.
Dann lausch ich dem, er tief in meinen Knochen
Sich dehnt und immer weiter kommt gekrochen,
Es ist der Tod, doch nennen wir ihn Gicht.

Ich lieb ihn nicht, oft liegen wir im Streit.
Doch weiß ich manchmal, dass er nicht im Bösen
Sich um mich müht. Sein Amt ist das Erlösen,
Und willig folg ich eine Strecke weit.

Wenn wir einst ganz versöhnt und einig sind,
Dann werd ich ihn nicht Gicht, nicht Tod mehr nennen.
Als ewige Mutter werd ich ihn erkennen,
Als Liebe seinen Ruf, und mich als Kind.

von Hermann Hesse

Daten: Verfasst von Muckel, am 5. September 2010, um 16:00 Uhr.
Abgelegt unter: Lyrisches, Zitate
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Verfasst von Muckel.

wie ein Liederbuch erstellen?

habe ein kleines Projekt, welches ich umsetzten möchte. Und zwar habe ich eine größere Sammlung von Liedtexten, die ich nun in eine Form bringen möchte, dass ich jene drucken und evtl. binden lassen kann. (Keine Angst, dass das Ganze wird nicht veröffentlicht. Zu dem sind das Texte, die von Autoren sind, die ich kenne.) Aktuell bin ich auf der Suche nach einem Weg, wie ich diese Sammlung digital zusammen tragen kann. Dabei kommen folgende Varianten in Frage:

  • ein Schreibprogramm wie z.B. OpenOffice Writer
  • eine Datenbank
    • online mit z.B. mysql selbst erstellt
    • lokal z.B. über OpenOffice Base
  • ein spezielles Programm wie z.B. Scribus

Vorteil von einer online Datenbank wäre, dass ich dieses Projekt mit mehreren Personen füllen kann. Erstellt man so eine Datenbank selbst, dann kann man genau das Abfragen und Ausgeben, was man haben möchte und unter liegt keiner Grenze einer Anwendung. Benutzt man allerdings ein Programm, so kann man das Projekt vielleicht schneller umsetzten und vorgefertigte Hilfen nutzen. Spezielle Programme für diesen Zweck kenne ich noch nicht. Scribus ist ein Programm mit dem man z.B. Plakate >setzten< kann. Doch ob es für ein Buchprojekt geeignet ist, weiß ich nicht.

Es gibt ein paar Anforderungen, die ich an das Medium habe, mit dem ich das Projekt umsetzte:

  • In dem Inhaltsverzeichnis sollen zwei Sachen aufgeführt werden: der Liedanfang und der Liedtitel. Manchmal sind beide Punkte gleich, dann gibt es nur einen Eintrag in dem Inhaltsverzeichnis. Sind sie unterschiedlich, dann sollen beide im Inhaltsverzeichnis stehen, in dem Text allerdings nur der Liedtitel. Eventuell wäre es auch gut, wenn man das Inhaltsverzeichnis aufteilen könnte. So zum Beispiel in
    • Liedanfänge
    • Liedtitel
    • Worte & Weise
  • Bei manchen Texten habe ich auch Informationen zu deren Bedeutung oder Entstehung. Jene sollen auch eingepflegt werden.
  • In der Ausgabe / Druck / Datei die am Ende entsteht, sollen die Lieder nach dem Liedanfang sortiert sein.
  • Da ich das ganze möglichst kostengünstig machen möchte, bin ich darauf angewiesen, dass die Linke- und Rechteseite unterschiedliche Seitenränder haben. Denn wenn ich das ganze duplex drucke (Vorder- und Rückseite) und für einen Aktenordner lochen möchte, dürfen die “Locher-Löcher” ja nicht im Text sein. Da ich möglichst viel der Seiten ausnutzen möchte, muss es eben einen unterschied zwischen links und rechts geben.
  • Da ich von z.Zt. 650 Liedtexten spreche und noch zahlreiche hinzukommen, wäre es schön, wenn jene automatisiert in den Inhalt gebracht werden. Denn sonst muss man selbst höllisch aufpassen, dass einem dabei kein Fehler geschieht.
  • Schön wäre vielleicht auch eine “Tag” / “Schlagwort” / “Stichwort” Funktion wie bei einem Blog. Dann kann man mehrere Lieder mit dem selben Wort, den selben Worten beschreiben (z.B. Widerstand, Fahrten, Lager, Romantik, Landsknechtlied, Morgen-, Abendlied, usw.), wodurch sich Lieder zu einem passenden Thema finden lassen könnten.

Wichtig ist vorallem, dass ich bei der Umsetzung am Ende eine PDF-Datei erstellen kann. Denn diese kann man dann so nutzen oder sie auch ausdrucken.

Was für Anforderungen fehlen Dir noch? Auf was sollte man deiner Meinung nach noch achten? Oder kennst Du eine Lösung, mit der ich dieses Projekt gut umsetzten kann?

Beispiel eines Eingabeformulares

Das Beispiel-Formular ist hier zu sehen.

Ergebnis des Brainstorming

Die ersten Ideen, was in der Sammlung alles berücksichtigt werden soll, habe ich auch in dieser kleinen MindMap zusammen gestellt.

MindMap zur Liedersammlung

Über Feedback würde
ich mich sehr freuen!

Daten: Verfasst von Muckel, am 4. September 2010, um 12:25 Uhr.
Abgelegt unter: Liedersammlung, Liedgut
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Kontrolltermin nach der Lungenembolie

Vor drei Tagen war ich wieder in der »Medizinischen Hochschule Hannover« (MHH), dieses mal aber nur Ambulant zur Kontrolle der Lungenembolie die ich Ende Mai hatte.

Nach einigem hin und her mit der Anmeldung lief es dann doch recht gut, da ich kaum zwischen den einzelnen Untersuchungen warten musste. Als erstes musste ich zu den Blutgasen, wo der Sauerstoffgehalt im Blut bestimmt wurde. Im Anschluss ging ich zum Herz-Echo (Ultraschall des Herzen). Das war nicht so angenehm, da die beiden Ärztinnen schon sehr viel Druck ausüben mussten. Aber immer hin konnten sie mir gleich sagen, dass keine Auffälligkeiten zu sehen sind.

Danach war die Lungenfunktion dran. Zwar konnte ich in der Kammer gegen den Widerstand atmen und auch der Test mit dem Ausstoß von CO² funktionierte, allerdings war das Ergebnis nicht gut. Die Dame teilte mir gleich mit, dass mein Lungenvolum niedriger als normal ist. Im Regelfall soll dieser Wert bei 80 liegen und ich habe einen Wert von 56.

Bei dem EKG im Anschluss und dem “6 Minuten Geh Test” war dann wieder alles in Ordnung.

Das Arztgespräch führte ein noch recht junger Professor. Er war sehr freundlich und hatte mich unter anderem gefragt, ob ich die Bilder des CT sehen möchte, die am 21. Mai gemacht wurden. Er erklärte sie mir auch und so konnte ich selber sehen, dass beide Lungenseiten (Lungenflügel ?) dicht waren. Der Professor wunderte sich noch, dass ich nicht schon eher kollabiert bin.

Gut ist, dass sich das Herz nicht verändert hat und das sich kein Lungenhochdruck gebildet hat. Wäre das anders gewesen, hätten sie mich wohl nicht gehen lassen. Das das Volumen niedriger ist, ist nicht so optimal, vorallem da man es laut dem Professor nicht kompensieren, steigern kann. In meinem Alltag merk ich es aber nicht, da ich die Treppe hier wieder runter- und raufgehen kann, ohne kurzatmig zu sein. Und etwas machen, wo man mehr “Kondition” benötigt, kann ich durch das Rheuma nicht mehr machen. Denke das ich mit dieser Folge noch gut davon gekommen bin.

Lediglich wieder bewusst zu merken, wie knapp es war, ist nicht so einfach. Es war nicht 5 vor 12 sonder schon 12 und 59 Sekunden. Das machte mir auch der Professor nochmal deutlich und meinte, dass ich mit recht zweimal im Jahr Geburtstag feiern kann. Darüber mach ich mir schon Gedanken, doch wie auch bei den anderen “Schwierigkeiten” benötige ich einfach Zeit für mich, bis ich das “verdaut” habe.

Daten: Verfasst von Muckel, am 4. September 2010, um 9:20 Uhr.
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Verfasst von Muckel.

unter Menschen sein können, soziale Kontakte haben

Schon seit längerer Zeit ist es so, dass meine Kontakte weniger werden und sich Menschen abgewendet haben, von denen ich dachte, dass es Freunde wären. Diese Situation wurde nun noch deutlicher, was für mich mehr als schwer ist.

zu meinem ehemaligen Pfadfinder Stamm

Einen “Freundeskreis” hatte ich n meinem ehemaligen Pfadfinderstamm gefunden. Doch durch meine Erkrankung passierte es, dass ich nicht mehr alles mit machen konnte. Erst waren es wenige Sachen, doch nun geht leider garnichts mehr in diesem Bereich. Leider brach der Stamm (= “Gruppe”) auch auseinander, da die letzte Einheit aufgelöst werden musste, da der Leiter nach einem guten Jahr Zeitarbeit zur Bundeswehr gegangen ist. Selbst konnte ich keine Horte leiten und andere Personen wollten oder konnten es nicht.

Damals haben wir älteren uns auch dafür entschieden, dass Pfadfinderheim zu erhalten. Auch ich habe mich dafür ausgesprochen und gesagt, dass es aber nicht als “one man show” (alleine) geht. Da andere durch Arbeit, Studium nicht mehr in Salzgitter waren, habe ich mich um das Heim gekümmert. Das auch noch am Anfang meiner Ausbildung. Bei jeder Heimfahrt bin ich erstmal zum Heim und habe geprüft ob alles in Ordnung ist, bevor ich nach Hause zu meinen Eltern bin. Und ab und an habe ich Gastgruppen rein gelassen und bei deren Abreise auch die “Abnahme” gemacht. Ja, freude hatte ich daran schon noch.

Doch zu einem Haus mit Grundstück gehört es auch, dass man Bäume, Büsche, Pflanzen, die Wiese usw. zumindest zu der Grundstücksgrenze in Schach hält. Körperlich konnte und kann ich das nicht leisten. Daher habe ich versucht, ab und an “Arbeitseinsätze” zu starten. Doch ganz gleich ob ich es via E-Mail oder Brief probiert habe, es kamen keine Rückmeldungen. Kontakt gab es nur noch, wenn jemand in dem Heim feiern wollte, sonst nicht mehr. Ausnutzen lass ich mich nicht und habe daher alles beendet. Über die Information meines “Austritts” bekam ich keine Rückmeldung, Reaktion und auch von dem Förderverein nicht, dem ich den Schlüssel geschickt hatte – zum Glück als Einschreiben mit Rückschein, sonst wüsste ich heute nicht mal, ob der Schlüssel angekommen ist oder nicht.

So ist diese “Ära” auch zu Ende gegangen. Zu zwei Personen aus der damaligen Zeit habe ich noch ein wenig Kontakt. Einer ist bei der Bundeswehr und hat daneben etwas Musik gemacht. Der andere geht nun für ein Jahr nach Kolumbien und steckte vorher im Abi- und Arbeitsstress, da er sich das “Auslandsjahr” alleine finanziert hat. Da wenn einer von beiden mal Zeit hat, mein Körper nicht immer fit genug ist, ich aber z.B. auch nicht zu einem Konzert mit kann, ist der Kontakt leider wenig.

Überbündische Veranstaltungen, Kontakte

Zum Glück gibt es ja noch Veranstaltungen, die nicht auf eine örtliche Pfadfindergruppe oder einem direkten Verband ausgelegt sind. Im Norden ist es zum Beispiel der Hamburger SingeWettstreit (HaSiWe) und im Süden unserer Republick »die Trifels«. Beide Veranstaltungen haben mir sehr gefallen. Auf der Trifels vorallem die abendlichen Singerunden und natürlich der Burgabend. Doch im Jahr 2008 war ich nicht nur das letzte mal auf Wanderfahrt, sondern auch das letzte mal auf der Trifels.

Da ich eben auf solchen Aktionen nicht mehr bin, sind auch fast alle Kontakte weggebrochen, die ich dort geknüpft hatte. Glaube es liegt daran, dass eben die Sache weg ist, die man gemeinsam erlebt hat und da ich auch so nichts mehr aus dem Bereich berichten kann, der einen verbunden hatte. Das die meisten dann ihre Zeit lieber in die “aktive Arbeit”, das Studium, die Ausbildung, Lager und Fahrten stecken, als mit jemanden zu reden, der nur über seine Erkrankung, über Arzttermine und das Fernsehprogramm reden kann, ist vielleicht nachvollziehbar, für mich aber trotzdem sehr mieß.

Für mich ist die Pfadfinderei vorbei, da ich …

  • … nicht mehr mit leichtem Gepäck reisen kann
  • … nicht mehr auf dem Boden mit meinem Schaffell (oder ‘ner Isomatte) sitzen, liegen, schlafen kann
  • … nur sehr eingeschränkt gehen, laufen kann
  • … kaum noch frei stehen kann ohne mich anzulehnen, abzustützen
  • … vorallem Morgens viel mehr Zeit brauche, bis mein Körper sich halbwegs bewegen kann, wodurch gemeinsames Frühstücken usw. kaum möglich ist, da es i.d.R. immer etwas Programm gibt, was dann Zeitlich nicht mehr klappen würde
  • … zur Zeit selbst bei Lagern in einem Haus hilfe bräuchte, die eher in den Bereich Pflege gehört und dies kann ich von Gefährten, Freunden wohl nicht verlangen.

Noch habe ich zu wenigen Personen kontakt, vorüber ich auch froh bin. Es kommen auch ab und an Einladungen zu Lagern oder Geburtstagen, die ich leider wegen der obigen schon erwähnten Einschränkungen nicht wahrnehmen kann. Oft genug musste ich schon absagen und ich habe die Befürchtung, dass dadurch der Kontakt auch weg bricht. Zudem ist es im Alltag wenig Kontakt, da sie eben arbeiten, studieren, ihre aktiven Gruppen haben, was alles nun mal sehr viel Zeit und Kraft erfordert. Zu dem gibt es da noch die räumliche Trennung, da ich in Salzgitter lebe, andere in Hamburg, Schleswig Holstein oder auch im Süden.

andere Kontakte

Einen anderen Bekannten- oder Freundeskreis hatte ich nicht. Denn in der Pfadfinderei habe ich mich sehr wohl gefühlt und könnte dort so ziemlich jedes Wochenende unterwegs sein, wenn das körperlich noch ginge. Durch einen Zufall traf ich eine ehemalige Mitschülerin wieder, da wir an der gleichen Privatschule waren. Wir hatten uns so auf dem Rückweg öfter unterhalten und haben uns dann auch ab und an getroffen. Sie hat einen Freundeskreis, in dem ich aber nicht mit halten kann, da sie u.a. in die Disco usw. gehen. Auch mit ihrer Familie hat sie einen guten Kontakt und unternehmen etwas und ein fester Freund kam nun auch hinzu. All das benötigt eben Zeit und dann bleibt nicht viel übrig und an den wenigen freien Momenten ist dann leider mein Körper nicht immer fit genug.

Familie, Nachbarn, leben im Dorf

Auf Grund der beschriebenen Situation ist es leider so, dass ich meistens “alleine” bin. Lebe nun ja wieder bei meinen Eltern, so das ich sie täglich sehe, spreche. Meine Schwester wohnt ein paar Häuser weiter und manchmal ist sie eben auch da. Aber sie bleiben eben die Familie, die nicht unbedingt die gleiche Einstellung haben, die nicht die selben Interessen pflegen und über alles möchte man ja mit ihnen auch nicht sprechen, vorallem da das mit meiner Familie eh mehr als schwierig ist.

Gestern Abend wurde bei uns gegrillt, dabei waren meine Eltern, meine Schwester und zwei Paare, mit denen meine Eltern befreundet sind. Meine Schwester ging früh nach Hause und ich blieb bis zum Ende bei den Leuten, die im Durchschnitt gute 45 Jahre älter sind. Zwar kenn ich die alle schon so lang ich denken kann, da der Ort hier sehr klein ist und hier jeder jeden kennt, doch schon der Altersunterschied bringt Probleme mit sich. So sind Ansichten, Geschmäcker usw. sehr verschieden.

Aber eine andere “Gesellschaft”, Kontakte habe ich hier nicht und muss sie ja wahrnehmen, um überhaupt noch was anderes zu erleben.

Im Dorf gab es eine Hochzeit. Vor ein paar Jahren haben sie standesamtlich geheiratet und an dem Abend wurde dann gepoltert. Am Samstag war dann die kirchliche Trauung, wo die Freiwillige Feuerwehr Spalier stand und die anderen zum “Braut schauen” da waren. Das gesamte Dorf war also auf den Beinen, nur ich mal wieder nicht, da ich das körperlich nicht mehr kann.

von Vereinen und der Freiwillige Feuerwehr

Wie in vielen kleinen Gemeinden gibt es auch hier keine Vereine oder ähnliches. Es gibt die Kirche, die wenn überhaupt nur alle zwei Wochen Gottesdienst hat und die Freiwillige Feuerwehr in der so ziemlich jeder ist, der mit dem Dorf Kontakt haben möchte. Bevor ich bei den Pfadfindern war, war ich hier bei der Jugendfeuerwehr, da es ebend nichts anderes gab. Nun hatte ich überlegt, ob ich wieder zu Feuerwehr gehe, was aber leider keinen Sinn macht:

  • darf keine Lehrgänge machen und so zu keinem Einsatz mit
  • Wettkämpfe darf man ohne Lehrgang auch nicht machen und körperlich kann ich es ebenfalls nicht
  • dann gibt es noch die Altersgruppe, in die ich dann am ehesten passen würde. Jene kümmert sich um das Gelände der Feuerwehr, baut bei Festen Zelte, Bratwurstbude und Getränkewagen auf und räumt auch alles ein. Das kann ich genauso wenig machen, wie dann Getränke oder Essen ausgeben.
  • die Leute in der Feuerwehr würden es wohl akzeptieren, dass ich mich kaum einbringen könnte, da sie mich eben seit klein auf kennen. Doch mir bringt es leider nichts. Zu dem wäre ich dann wieder mehr mit den alten umgeben und die trinken sehr viel Bier und verstehen es nicht, dass heute eben nicht mehr ständig gesoffen wird, so wie es früher auf den Dörfern üblich war.

Somit ist die Feuerwehr auch keine Alternative, Lösung für mich. Noch während der Ausbildung habe ich versucht die Situation zu verändern und in einem Verein aktiv zu werden, um so wieder unter Menschen zu sein und vielleicht einen Bekanntenkreis zu finden.

Leider hat das nicht geklappt, da die Leute kein Verständnis dafür hatten, dass ich eben nicht immer da sein kann usw. Vielleicht hätt ich das nicht vorher sagen sollen, doch Ärger im Nachhinein wollt ich auch nicht haben.

Neulich war das zweite Treffen von Menschen aus einem Rheuma-Forum. Dort war ich auch, allerdings zum ersten mal. Es hat mir und den anderen sehr gut gefallen und die Chemie zwischen uns hat einfach gepasst. Doch da die meisten einen Lebenspartner und Kinder haben, ist deren Zeit begrenzt. So ist das dritte treffen erst Ende November. Somit findet das Treffen einmal im Quartal statt. Es ist sehr schön, dass es überhaupt stattfindet, doch leider ist es für mich auch keine Lösung. Und zudem war ich dort mal wieder mit Abstand der Jüngste.

Da meine sozialen Kontakte immer weniger werden, die Einschränkungen aber ständig mehr, belastet mich das zur Zeit sehr. Habe nun die Lungenembolie überstanden, wo es sehr knapp war. Das viele liegen durch die Embolie hat dazu geführt, dass mein Körper in kurzer Zeit sehr stark abgebaut hat.

Kann nun nur noch schlecht stehen wegen der Schmerzen, auch langsames gehen z.B. in Situationen wo sehr viele Menschen sind, klappt das auch kaum noch und normales gehen ist auch nur für eine kurze Zeit noch Möglich. Das trotz der sehr guten und häufigen Physiotherapie während der Ausbildung.

Wie es weiter geht, weiß ich im Moment nicht mehr. Weiß auch nicht, ob es nochmal besser wird. Würde gerne wieder mehr unter Menschen sein, aktiver sein. Doch ich befürchte, dass eher das Gegenteil eintreten wird: Pflege und Rollstuhl sind da nur zwei Punkte. Während der Ausbildung hatte ich noch Hoffnung, dass es nach ihr besser wird, wenn die tägliche körperliche Belastung weg ist, doch das ist leider nicht eingetreten.

Was kann ich noch versuchen? Wie soll oder kann es weiter gehen? Wie weit werde ich auf andere Menschen angewiesen sein? Es ist alles andere als einfach und bis auf eine Pfadfinderin mit der ich über einen Messenger schreiben kann und einem sehr guten Rheuma-Forum, kann ich mich darüber nicht mal austauschen.

Daten: Verfasst von Muckel, am 22. August 2010, um 15:00 Uhr.
Abgelegt unter: Gedanken, Rheuma
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