Es zieht sich nun schon lange hin, dass wir versuchen alles zu Regeln, damit meine Eltern für mich weiterhin Kindergeld bekommen, was mir auch zusteht. Eigentlich wäre meine Ausbildung im Sommer abgeschlossen. Doch da mir die Lungenembolie dazwischen kam, konnte ich den letzten Teil der Abschlussprüfung nicht wahrnehmen. Da jener vor dem Prüfungsausschuss der Industrie- und Handelskammer (IHK) abläuft, kann ich die Präsentation leider erst im Januar halten.
Meine Rehamaßnahme der Bundesagentur für Arbeit läuft weiter, nur mit dem unterschied, dass ich nicht mehr im Berufsbildungswerk sein muss. Das habe ich auch schriftlich bekommen. Mit dieser “Bestätigung” habe ich einmal meine Krankenversicherung verlängert und wir haben damit dann bei der Familienkasse wegen dem Kindergeld angefragt. (Wir haben also den Kontakt zu erst aufgenommen.)
Die Sachbearbeiterin teilte meinem Vater dann mit, dass die Berichte aus den Kliniken (war ja dreimal im Krankenhaus) benötigt werden und eine Bestätigung meiner Hausärztin. Das haben wir dann alles der Familienkasse geschickt und die haben es auch erhalten.
Nach dem auch diesen Monat kein Kindergeld kam, haben wir wieder Kontakt aufgenommen. Nun hieß es auf einmal, dass ich unbedingt zum Amtsarzt muss. Mein Vater hat dann sehr deutlich gemacht, dass dies vorher nicht gesagt wurde. Darauf bekam er nur zu höhren, dass das die Sachbearbeiterin garnicht hätte sagen dürfen und das es angeblich immer über den Amtsarzt laufen muss.
Nun gut, wir haben dann auf die Post gewartet mit dem Schreiben, dass ich da hin muss, da nur mit diesem Schreiben ein Termin im Gesundheitsamt zu bekommen ist. Leider war das Schreiben Fehlerhaft, da jenes für meine Schwester ausgestellt wurde. (Dabei hat sie Arbeit, eine eigene Wohnung und würde auch vom Alter kein Kindergeld mehr bekommen.) Also wieder telefoniert, damit dass behoben wird.
Bei dem Telefonat wollten wir dann auch wissen, ob und falls in welcher Höhe es Kosten für uns entstehen. Das konnte die Dame aus der Familienkasse nicht sagen. Sie wusste nicht, ob der Amtsarzt etwas kostet und falls ja, ob die Familienkasse jenes übernimmt. Darauf hin mit dem Gesundheitsamt telefoniert. Die Sachbearbeiterin wusste es zwar nicht aus dem Kopf, aber sie hat nach geschaut und konnte es somit sagen, dass 70,00 € auf uns zu kommen, die wir wohl auch bezahlen müssen.
Mich nervt das alles zur Zeit. Hätten wir am Anfang die richtige Information bekommen, hätte das alles schon erledigt sein können. Denn das Gesundheitsamt ist zur Zeit im Krankenhaus mit drin, in dem ich zweimal war – da hätte ich nur runter gehen brauchen. Dann stören mich die 70,. da ich keine Leistungen bekomme, da meine Eltern angeblich zu viel hätten. Meine Mutter arbeitet 2½ Stunden und mein Vater ist wegen neuer Hüfte im Krankentagegeld, wo es mehr als fraglich ist, ob er noch arbeiten kann. Somit ist das Geld zur Zeit mehr als knapp. Der dritte Punkt ist, dass es meiner Meinung ja ausreicht, wenn man der Familienkasse folgendes schickt:
- Bescheinigung der Bundesagentur für Arbeit, dass die Ausbildung bis einschließlich Januar 2011 weiter läuft
- Arztberichte…
- aus der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) wegen der Lungenembolie
- aus dem Klinikum Salzgitter, da ich dort das erstemal wegen der Übelkeit usw war
- wieder aus dem Klinikum Salzgitter, da ich dort noch mal wegen der Übelkeit usw. war
- Geschriebene Bestätigung meiner Hausärztin, da die Sachbearbeiterin ja meinte, dass sie das bräuchten – und selbst diese einfache Bescheinigung hat schon 5,00€ gekostet.
Für Rheumatiker heißt es immer, vor allem wenn es keine Basismedikamente mehr gibt, dass man sich Ruhe gönnen soll, dass man auf die Auszeiten des Körpers achten soll, dass man Stress und Ärger vermeiden soll usw.
Wie soll man das aber bitte machen, wenn selbst de Behörden dazu beitragen, dass man sich aufregt, das man durch jene Stress und Ärger hat. Unser Staat stellt sich sehr häufig da, das er den Menschen hilft und sie unterstützt. Gut, ich habe eine Rehaausbildung bekommen, die aber mehr als sch* war. Doch abgesehen davon musste ich um alles kämpfen, meine Rechte selbst rausfinden usw.
Wie soll das erst nach der Abschlussprüfung und somit Ausbildung werden, wenn ich ausziehen möchte, wenn es darum geht ob Arbeitsfähig oder nicht und man sich entweder mit Hartz IV oder Sozialhilfe / Grundsicherung auseinandersetzten muss. Mir ist da wichtig, dass ich von Salzgitter zumindest nach Braunschweig ziehen darf. Ob das aber möglich ist, wenn ich Leistungen vom Staat bekomme, bezweifle ich. Denn eine Partnerin oder gar Ehefrau kann ich nicht vorweisen, genauso wenig wie einen Arbeitsplatz. Mein Argument ist lediglich die Ärztlicheversorgung (kein Rheumatologe in SZ) und das ich in BS mobiler bin.
Allmählich fragt man sich auch, für was man noch kämpft. Denn auch wenn ich “frei” bin, kann ich kaum noch was machen und bin zu über 90% auf meinem Bett, während der Fernseher läuft. In einigen Dokumentationen konnte ich sehen, dass Häftlinge in ihrer Zelle sogar einen Flachbild-Fernseher haben…Wie wäre es also, wenn ich wegen einem kleinen Delikt, wo niemand zu Schaden kommt einfahre? Dann würde ich essen, trinken, ärztliche Versorgung usw. erhalten und mehr bewegen kann ich mich dank meines Körpers ja auch nicht. Nein, das mache ich gewisslich nicht – doch manchmal fragt man sich einfach, vorallem wenn immer nur neuer Ärger, Schwierigkeiten usw. anstehen.
In einem Forum meinte jemand, dass ich/wir ja eine Dienstaufsichtsbeschwärde machen könnten, doch sowas zieht sich teilweise auch sehr hin und vorallem woher noch die Energie nehmen? Hätte schon gerne Gerechtigkeit und ein Funktionierendes Amt, doch um das durchzusetzten fehlt mir die Kraft.
Ist es zu viel verlangt, dass man mal Unterstützung
und so etwas ohne Ärger regeln möchte?
Am 9. September 2010 um 9 Uhr habe ich den Termin bei dem Amtsarzt. Über diesen Termin werde ich berichten und danach natürlich auch, wie es mit der Familienkasse weiter geht.
Sollte vermutlich Jura Studieren, um all das mit den Behörden usw. zu regeln und vor allem so zuregeln, das man auch das bekommt, was einem zu steht. In dem Berufsbildungswerk habe ich ja auch Menschen kennen gelernt, die leider auch Geistig nicht ganz so fit waren, Frage mich nur, wie solche Menschen es schaffen sollen, das zu erhalten, was ihnen zusteht. Wären meine Eltern nicht gewesen, hätte ich mich auch erst jetzt kümmern können, da ich vorher in den Kliniken war und es mir ja auch danach noch mieß ging…