Muckels Tagebuch

aus dem Leben geschrieben

 

Artikel der Kategorie Gedanken

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Verfasst von Muckel.

Am Anfang eines Quartals

stehen bei mir die Termine bei den Fachärzten an. Zu Beginn war es “nur” der Rheumatologe, danach kam die Schmerztherapeutin hinzu und nun auch der Lungenfacharzt. Drei Fachärzte und der Hausarzt, die um mich bemüht sind. Schon alleine wegen der Medikamente muss ich diese Termine wahrnehmen, was aktuell eigentlich nur noch auf die Schmerztherapeutin zutrifft, mit der ich versuche meinen Dauerschmerz in einen erträglichen Rahmen zu halten. Wie vor ein paar Tagen berichtet, kann sie leider nicht mehr machen.

Ob der Lungenfacharzt seit Anfang März doch noch eine Möglichkeit gefunden hat, etwas gegen die Kurzatmigkeit zu tun, werde ich am Mittwoch erfahren ~ das Absetzten der Medikamente hatte leider keinen Erfolg. Da dieser “Bereich” noch neu für mich ist, gehe ich dort noch mit ein wenig Hoffnung, Zuversicht hin und das obwohl er schon angedeutet hat, dass er wohl auch nichts unternehmen kann.

Den Tag drauf habe ich einen Termin bei meinem Rheumatologen. Das zuletzt getestete Medikament musste abgesetzt werden, da mein Körper Wasser einlagerte, noch mehr wie bei nur dem Cortison und da ich massiv Kurzatmig wurde. Als ich im März eigentlich nur den Bericht des Lungenfacharztes abgeben wollte, sollte ich warten, um dann direkt mit meinem Rheumatologen zu sprechen. So kurzfristig kommt man eigentlich nur dran, wenn man fast zusammengebrochen in der Praxis erscheint und Hilfe benötigt, da alle anderen Termine auf Monate ausgeplant sind und selbst die Notfalltermine weg sind. Glaube das verdeutlicht, wie ernst die Situation ist.

In dem Gespräch habe ich ihm erklärt, welche neuen Symtome ich habe und was der Lungenfacharzt dazu meint. Im Verlauf der Unterhaltung sind wir auch alle Medikamente nochmal durch gegangen. Dabei kam leider nur heraus, dass es nun keine “Medikamentenart” mehr gibt, die ich noch nicht erhalten habe. Aus dem Bereich der Schulmedizin gibt es nur noch eine Sache, die ich noch nicht hatte.

Das was mir fehlt nennt sich Apherese, die auch als Blutwäsche oder Blutreinigungsverfahren bezeichnet wird. Dabei sollen Bestandteile aus dem Blut entfernt werden, die eventuell für die Entzündungen usw. verantwortlich sind. Dies wurde bei Rheumatikern durchgeführt, als die Ärzte die heutigen Medikamente noch nicht hatten und nur auf Gold oder ähnliches zurückgreifen konnten. Mein Rheumatologe meinte, dass die Apherese nur sehr selten Wirkung zeigte und das sie heute nicht mehr angewendet wird.

Am Donnerstag werde ich “es” nochmal ansprechen und ihm auch erklären, dass ich an richtigen Studien teilnehmen würde und das auch ab der “Tier-Ebene”, wie ich es bezeichne. Damit meine ich die ersten Testphasen am Menschen. Andere Möglichkeiten habe ich wohl nicht mehr. Mir ist bewusst, dass die Studien sehr gefährlich sein können, doch habe ich noch eine andere Wahl?

Eine Alternative gibt es nicht. Wenn ich es nicht versuche, muss ich damit leben, dass ich weiterhin permante Schmerzen habe und das mein Körper immer weier abbaut. Ob es in Deutschland zur Zeit überhaupt Studien gibt und ob die “Macher” einen Problemfall wie mich haben möchten, entzieht sich meiner Kenntnis, doch es ist das Einzige, was ich noch unternehmen kann. Denn so wie es aktuell ist, kann es nicht weiter gehen, das halte ich weder körperlich noch psychisch auf Dauer durch. Die vergangenen Jahren waren schon hart genug und ob ich das nochmal so lange durchstehen kann, weiß ich nicht.

Ob mein Rheumatologe mich bei der Apherese oder dem “Studien Wunsch” unterstützt kann ich nicht einschätzen. Sollte er es nicht machen, aber auch keine andere Idee haben und wenn der Lungenfacharzt auch nichts machen kann, weiß ich nicht, wie ich darauf reagiere. Denn in zwei Wochen wäre es dann die dritte Aussage, dass mir die Fachleute nicht helfen können. Mit solchen Aussagen stehe ich dann auch ziemlich alleine da, wie auch im März mit der neusten Diagnose. Gut, meine Ärzte nehmen sich Zeit und sagen mir das alles in Ruhe, doch danach muss man die Praxis verlassen und damit bin ich dann auch alleine…

Gut, meistens rufe ich dann meine Eltern an und informiere sie, doch dabei bleibt es eher bei dem Austausch der sachlichen Fakten. Glaube auch das es so besser ist, denn für meine Eltern, Schwester ist die Situation vermutlich auch nicht einfach und da möchte und kann ich mit ihnen auch nicht gerade über meine “Gefühlswelt” sprechen – dies war / ist bei uns auch nicht gerade üblich gewesen, was im grunde sehr schade ist. Doch es ist leider so, dass mich keiner zu den Terminen begleitet, begleiten kann, mit der/dem ich dann auch noch offen über alles sprechen könnte, der/die einem Kraft, trost spenen könnte oder einen einfach mal drückt.

Für mich wird die gesamte Situation immer schwerer und ich kann mich selbst nicht mehr einschätzen, wie ich damit umgehe, wie ich reagiere… Glaube nicht, dass ein endloser Schritt für mich in Frage kommt, doch was ist in der nahen Zukunft? Im Moment hoffe ich nur, dass es mit der Apherese oder einer Studie klappt, damit es wenigstens wieder minimale Hoffnung geben kann.

Für manche mögen diese Zeilen den Eindruck vermitteln, dass ich jammere oder das ich auf Mitleid aus bin, das ist definitiv nicht der Fall. Der Wunsch nach dem “nicht alleine sein” oder nach dem “mal in den Arm genommen werden” mag wohl gerade für männliche Personen als “weich” gelten und ist in unserer Gesellschaft eher negativ behaftet. Die “Grundlagen” für dieses denken wird leider schon in der Kindheit geprägt, wie ich selbst oft genug hören durfte – jeder von uns kennt wahrscheinlich solch Sprüche wie “ein Indianger kennt kein Schmerz” und wenn man dies immer wieder hört, prägt sich das sehr ein.

Durch die Erlebnisse in meiner Kindheit kommt vermutlich der Wunsch, dass ich nicht alleine mit alldem sein möchte. Bei den beiden großen Operationen die ich hatte, musste ich damals jeweils zwei Wochen sehr fest liegen. Die Operationen konnten damals nur in der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) oder im Klinikum Braunschweig durchgeführt werden (bezogen auf unsere Region, Niedersachsen). Meine Eltern haben sich damals für Braunschweig entschieden, da die Begleitperson (meine Mutter) die gesammte Zeit bei mir bleiben konnte. In der MHH hätte sie Nachts in ein anderes Haus gemusst.

Für meine Mutter war das alles wohl auch nicht einfach, doch ich kann froh sein, dass sie da war und mich immer versucht hat abzulenken. So haben wir den Service der Patientenbücherei genutzt, wodruch ich wohl alle Geschichten von “Petterson&Findus” kennen gelernt habe, da meine Mutter die Bücher vorgelesen hat. Später durfte ich dann auch auf einen Art Rollstuhl gelegt werden, so das wir “mobil” waren. Da zu der Zeit an dem Klinikum gebaut wurde, hatte ich als kleiner Junge einiges zu schauen.

Auch bei den anderen Schwierigkeiten waren meine Eltern da. Im Grunde sind sie es jetzt ja auch, doch eben nicht immer körperlich und da meine Mutter meine Großeltern versorgt und mein Vater mit neuen Hüften kämpfen muss, kann ich sie auch nicht zu sehr belasten. Eigentlich ist es auch vollkommen normal, dass ich meine Angelegenheiten alleine und selbstständig kläre, doch wenn niemand da ist, ist es schwierig. Als mir zum ersten Mal bewusst wurde, dass mich die Erkrankung doch sehr eingrenzt und ich dadurch oft außen vor bleibe, war eine Person aus meinem ehemaligen Stamm da, die sich einfach mal zumir gesetzt hatte. Als “es” in Italien begann, war die Horte (=Gruppe) da, doch nun ist eben keiner mehr da bzw. nur über elektronische Medien.

Ist es da so wunderlich, dass ich mir die Situation anders wünsche? Doch wie ich diese Sache ändern könnte, weiß ich nicht. Denn “weg gehen” um so neue Bekanntschaften zu schließen oder in einem Verein aktiv werden, kann ich nicht umsetzten, obwohl ich dies sehr gerne machen würde. Über Ideen, Tipps und Gedanken wie ich das alles vielleicht ändern könnte, wäre ich sehr dankbar ~ denn andere, weitere Sichtweisen helfen häufig weiter. Rückmeldungen, sachliche Kritik, Feedback, Diskussionen finde ich daher ziemlich wichtig, in allen Bereichen.

Bis zu den beiden Arztterminen am Mittwoch bzw. Donnerstag dauert es nun nicht mehr lange und irgendwie bin ich nicht ruhig, gelassen so wie sonst. Doch das ist vermutlich normal, wenn man Gespräche erwartet, die eine Auswirkung auf das eigene Leben, auf die persönliche Zukunft haben.

Die Apherese ist auf diesen Seiten beschrieben:

(Da das Netzwerk gerade ein wenig spinnt, kommen weitere Quellen in den kommenden Tagen…)

Daten: Verfasst von Muckel, am 4. Mai 2010, um 11:34 Uhr.
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Verfasst von Muckel.

positives der letzten Tage

während meines Urlaubes bin ich nicht dazu gekommen, die positiven Erlebnisse auf zu schreiben, obwohl ich es eigentlich angekündigt hatte. Dies möchte ich nun nachholen und somit wieder aufführen, was ich »gutes« in den vergangenen Tagen erlebt habe.

  • Mein Abschluss Projekt liegt hinter mir und damit auch die körperliche Überbelastung, die das Projekt oder vielleicht besser gesagt die gesamte Situation mit sich gebracht hat.
  • Über Ostern hatten wir im Betrieb frei und diesen “Urlaub” konnte ich bis zum 18.04.2010 verlängern, da es glücklicherweise ein paar Tage “extra” gab, mit denen keiner gerechnet hatte. Wie es dazu kam, könnt ihr ebenfalls nachlesen.
  • Meine Eltern haben mich aus dem Berufsbildungswerk abgeholt. Dies hatte den Vorteil, dass ich schon viele Sachen mitnehmen konnte, die ich nicht mehr so unbedingt gebrauchen konnte. Zusätzlich war/ist es für meinen körperlichen Gesundheitszustand besser, da ich nach dem Abschluss Projekt einfach keine Kraft mehr übrig hatte.
  • Am Abend nachdem meine Eltern mich abgeholt hatten, sind wir Essen gegangen, da meine Eltern auch kein Mittagessen hatten und meine Mutter Abends nicht mehr kochen wollte.
  • Während meines Urlaubes …
    • … gab esgeregelte Mahlzeiten, da ich morgens mit meinen Eltern gefrühstückt hatte und meine Mutter Mittags für eine warme Mahlzeit gesorgt hat.
    • … konnte meine gesamte Wäche konnte über diesen längeren Zeitraum mal wieder gewaschen werden und das eben »zu Hause« und nicht in dem Berufsbildungswerk, wo man nicht weiß, wie hygienisch andere mit dem Waschraum umgehen.
    • … konnte ich gut schlafen, da man nicht befürchten musste, dass ein Pförtner mal wieder nicht in der Lage ist, einen richtigen Feueralarm auszulösen. Auch waren die Nächte zu Hause nicht von anderen gestört, die Gegenstände aus den Fenstern werfen, die man aufschlagen hört oder die ihre Musik so laut aufdrehen, dass man sie nicht nur hört, sondern auch die Bass vibrationen spürt.
    • … habe ich etwas Zeit bei und mit meiner Schwester und ihrem Freund verbracht, was dafür sorgte, das ich nicht nur alleine vor dem Fernseher war.
    • … war ich in der Lage, mich mal wieder mit M. im Charlottchen zu treffen. Leider war es recht kurz, aber trotzdem sehr angenehm. Hoffe das dies wieder öfter geht, wenn meine Ausbildung zu Ende ist.
  • Meine Schwester hat mich nach ihrem Feierabend zurück nach Hannover gefahren. Oberflächlicher Grund war lediglich, dass ich Umzungskartons mit nehmen wollte, damit ich schonmal in Ruhe bis zum Ende der Ausbildung meine Sachen packen kann. (Doch wenn ich ehrlich bin, ist es auch körperlich besser, denn selbst von meinem Zimmer mit dem Rucksack zum Auto zu gehen, war recht anstrengend – ob ich da noch eine Bahnfahrt schaffen würde, weiß ich nicht; aber das sollte ich an dieser Stelle nicht vertiefen.)
  • Zwischen dem Termin bei meiner Schmerztherapeutin und dem Blutabnehmen bei meinem Rheumatologen konnte ich mich spontan mit einer Bekannten treffen, die selbst auch an Rheuma erkrankt ist. Es war zwar nur kurz das Treffen, doch ich fand es sehr nett.

Ja, das waren meine positiven Erlebnisse der letzten Tage – doch leider gibt es noch viel mehr, was nicht wirklich gut ist/war, doch diese Kleinigkeiten sind das einzige, was mir noch geblieben ist.

Daten: Verfasst von Muckel, am 4. Mai 2010, um 11:21 Uhr.
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Verfasst von Muckel.

Gedanken zum Termin bei der Bundesagentur für Arbeit

heute hatte ich nun den Termin bei der Bundesagtur für Arbeit in Braunschweig, der mir ja am Freitag angekündigt wurde. Positiv war für mich lediglich, dass es sehr kurzfristig mit dem Termin geklappt hatte und das die Sachbearbeiterin mir eben Ihre “Rahmenbedingungen” erklärt hat und mir zugehört hatte. Doch neue Erkenntnisse oder ähnliches habe ich nicht. Dabei habe ich schon in dem Brief einige Fragen gestellt:

Arbeitssuchendmeldung

Sehr geehrte Damen und Herren,

wie Ihnen bekannt sein dürfte, absolviere ich zur Zeit meine Ausbildung zum IT-Systemelektroniker im „Annastift Leben und Lernen gGmbH, Bereich Berufsbildungswerk“. Das genaue Ende meiner Ausbildung ist für mich noch unbekannt, da ich bis jetzt nur folgende Termine kenne, die für meinen Abschluss bekannt sind:

  • Abschlussprojekt Zeitraum: 01. März 2010 bis 01. Mai 2010
    • Mein Abschlussprojekt: 25.03.2010 bis 31.03.2010
  • schriftliche Abschlussprüfung: 12. Mai 2010
  • Präsentationen der Abschlussprüfungen: 07. Juni 2010 bis 20. Juni 2010

Demnach ist meine Ausbildung im Juni 2010 beendet. Aus diesem Grund möchte ich mich mit diesem Schreiben

Arbeitssuchend-

melden. Da ich mich zur Zeit in meinem Abschlussprojekt befinde und da daran die Oster-Pflichtheimfahrt beginnt, hoffe ich, dass ich dies mit diesem Brief erledigen kann. Arbeitslos kann ich mich noch nicht melden, da mir bis lang nur der Zeitraum bekannt ist, in dem die Präsentationen stattfinden. Wann meine Kollegen aus dem Berufsbildungswerk oder ich dran sind, wissen wir noch nicht und daher habe ich noch keine Enddatum der Ausbildung.

Mit dem Ende meiner Ausbildung muss ich auch aus dem Wohnbereich des Berufsbildungswerkes ausziehen. Leider weiß ich zur Zeit noch nicht, wie es weiter gehen soll oder kann. Aus diesem Grund wäre ein Beratungstermin bei Ihnen sehr sinnvoll. Da ich während der kommenden Pflichtheimfahrt zu Hause in Salzgitter bin, wäre es sehr praktisch, wenn dies kurzfristig in der Zeit vom 01.04.2010 bis einschließlich 09.04.2010 stattfinden könnte. Danach muss ich wieder nach Hannover, doch ein Termin bis einschließlich 16.04.2010 wäre für mich vorteilhaft, da wir danach im Betrieb mit der Prüfungsvorbereitung für die schriftliche Abschlussprüfung beginnen und jene möchte ich ungern durch Abwesenheit verpassen.

Bitte teilen Sie mir daher einen möglichen Termin mit. Gerne auch via E-Mail an [gestrichen] oder telefonisch unter [gestrichen], da der Postweg schwierig ist. Die Post, die an meine Anschrift im Wohnbereich geht, erhalte ich während der Pflichtheimfahrten nicht und die Briefe die an die Anschrift bei meinen Eltern gehen, erhalte ich nur während der Pflichtheimfahrten. Auf Grund der kurzfristigkeit wäre zur Zeit wohl ein Brief an die Salzgitter Anschrift ([gestrichen]) am besten geeignet, wenn ein Anruf oder eine E-Mail nicht möglich sein sollten.

Für mich gibt es mit dem Ende der Ausbildung ein paar Punkte, die geklärt werden müssen. So ist mir unbekannt, ob mir eine eigene Wohnung/Zimmer zusteht und falls ja, wie groß und/oder teuer dies sein darf. Wichtig wäre es für mich, dass ich bei meinen Eltern ausziehen kann. Grund dafür ist, dass das Haus meiner Eltern nicht barrierearm ist. Mein Zimmer ist, wie die anderen Schlafräume auch, im Obergeschoss. Küche, Badezimmer und Haustür befinden sich aber im Erdgeschoss. Auch die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr (Bus und Bahn) ist sehr schlecht, da ich ungefähr einen Kilometer gehen, was bei meiner aktuellen gesundheitlichen Situation mehr als schlecht ist.

Da es bei uns im Ort (Salzgitter Engerode) keine Ärzte und keine Einkaufmöglichkeiten gibt, wäre ich dort komplett abhängig von meinem Sozialenumfeld (Eltern, Schwester, Freunde). Dies möchte ich aber nicht sein, da ich ein selbstständiges und selbstbestimmtes Leben anstrebe. Gut wäre für mich, wenn ich nach Braunschweig ziehen könnte, da ich dort die Fachärzte habe, die ich brauche und auch so bin ich dort viel mobiler wie in Salzgitter. Daher meine Frage ob dies möglich ist und falls ja, wie das abläuft.

Des weiteren muss/sollte geklärt werden, wie es finanziell weiter geht. Aktuell bin ich ja im Berufsbildungswerk untergebracht und werde dort auch verpflegt. Für die Heimfahrten bekomme ich das Fahrgeld überwiesen und meine Eltern erhalten das Kindergeld, mit dem für Kleidung usw. gesorgt ist. Wie geht es mit dem Ende der Ausbildung weiter? Treffen auf mich die Regelungen des Arbeitslosengeldes I oder II, dem Umgangssprachlichen Hartz IV zu? Wo kann ich Auskunft dazu erhalten und wie sind all die Sachen zu beantragen? Denn für mich wäre es am optimalsten, wenn ich nicht erst bei meinen Eltern einziehen muss, sondern direkt in eine Wohnung/Zimmer ziehen könnte – denn dadurch würde ich einen Umzug sparen, welches sich positiv auf meine Gesundheit auswirken würde.

Leider hat sich meine Gesundheit in den letzten Wochen, Monaten sehr massiv verschlechtert und es kam auch eine neue Diagnose hinzu. Wie wird es geklärt, ob ich überhaupt noch Erwerbsfähig bin oder nicht? Denn obwohl man in einem Berufsbildungswerk alleine schon durch die Pausenzeiten Vorteile genießt, ist die Ausbildung so belastend, dass ich nach einem Arbeitstag nur noch die Kraft zum duschen habe und mich anschließend hinlegen muss, bis zum nächsten Morgen. Ob ich in einen normalen Betrieb arbeiten kann, ist zur Zeit fraglich.

Vor beginn der Reha-Ausbildung hatte ich einen Termin bei einem Arzt des „Arbeitsamtes“, wäre ein erneuter Termin im Moment sinnvoll? Den seit 2007 hat sich mein Zustand sehr verschlechtert.

Hoffe sehr, dass Sie mir einen Beratungstermin möglichst schnell zukommen lassen können und das wir gemeinsam die offenen Fragen klären können.

Mit freundlichen Grüßen

Doch eine genaue Antwort oder zumindest verlässliche Informationen habe ich nicht erhalten. Im Moment geht die Sachbearbeiterin noch davon aus, dass ich Arbeitssuchend bin. Am Tag meiner Arbeitslosigkeit (oder wenn ich das Datum des letzten Tages weiß) muss ich mich Arbeitslos melden. Mit dieser Meldung kann ich einen Antrag auf Arbeitslosengeld I (ALG I) stellen, doch die Dame hat mir schon gesagt, dass meine Eltern vermutlich wieder “zu viel” haben und daher bis zu meinem vollendeten 25. Lebensjahr unterhaltspflichtig sein und ich somit zu Hause wieder einziehen müsste.

Obwohl ich das in meinem Brief schon erklärt habe, habe ich ihr nochmal gesagt, das so einiges gegen das wohnen / leben zu Hause spricht, da es nicht mal Barriere arm ist, ich in Salzgitter keine Fachärzte habe und ich mit dem öffentlichen Nahverkehr mehr als Probleme habe und daher auf mein “soziales Umfeld” angewiesen wäre. Die Sachbearbeiterin gab mir dann den “Tipp”, dass ich mich mit meiner zuständigen Arge in verbindung setzten sollte, denen meine Situation erklären sollte und ich so vielleicht eine “EInzelfallentscheidung” bewirken könnte – ob dies aber klappt oder nicht, kann weder sie noch ich einschätzen.

Am Ende der Ausbildung will sie dann durch den ärztlichen Dienst der Bundesagentur für Arbeit prüfen lassen, ob ich überhaupt noch Arbeiten kann. Wenn die mir ebenfalls bescheinigen, dass ich mit meinen Einschränkungen nicht arbeiten kann, wäre das für mich zwar “gut”, da ich mich dann nicht weiter rechtfertigen oder ähnliches muss, doch wie es dann weiter gehen würde, konnte die Sachbearbeiterin mir nicht sagen.

Sollte ich dann irgendwann Leistungen der Arge bekommen, wäre jene auch für mich Zuständig und nicht mehr die Rehaberatung. Sollte ich keine Leistungen bekommen und noch “arbeitsfähig” sein, dann ist die Dame aus Braunschweig weiterhin zuständig und würde dann versuchen mich zu vermitteln.

Im Grunde würde ich ja gerne arbeiten, doch wie soll ich das mit meinem Körper bewältigen? Denn hier im BBW ist es ja schon so, dass ich nach der sehr ruhigen, leichten Arbeit und der großzügigen Pausen nur noch Kraft zum duschen habe und mich danach direkt hinlegen muss, bis zum nächsten Morgen. Am Donnerstag Abend war ich endlich mal wieder im Charlottchen, doch dies hat sich danach gerecht, da ich den Freitag, Samstag und Sonntag als “Quittung” nur noch vor dem TV auf dem Bett verbracht habe – und das obwohl M. mit mir gerade mal um die 2½ Stunden weg waren.

Mir gehen nun langsam aber sicher die Möglichkeiten aus, wo ich noch Informationen und sichere Informationen erhalten kann. Mit den Sozialverbänden hatte es leider nicht geklappt. Der heutige Termin bei der Bundesagentur für Arbeit brachte mich auch nicht weiter. Nun kann ich noch Kontakt mit der Arge herstellen, mich an das Grundsicherungsamt und an die Behinderdertenbeauftragte der Städte wenden und nochmal versuchen Beratung von dem SoVD und/oder dem VdK zu erhalten. Doch was ist, wenn mich jenes auch nicht weiter bringt? Immerhin habe ich nicht mal erfahren, wie hoch die Unterhaltspflicht meiner Eltern ist ~ zwar würde ich es eh nicht machen, doch im Moment weiß ich nicht mal, was mir zu steht und was ich von meinen Eltern einklagen könnte/müsste, wenn ich mit ihnen garnicht klarkommen würde.

Auch fühle ich mich mal wiederziemlich alleine. Zum einen liegt das an der “Ostererfahrung”, aber auch daran, dass ich keine wirkliche Unterstützung habe. Gut, meine Eltern und meine Schwester sagen mir, wenn sie irgendwo etwas höhren, lesen oder so, aber das bringt mich nicht wirklich vorwärts. Zudem fehlt mir eben eine Person, die fachliche Ahnung hat und die all die Sachen mit einem regelt, so dass man sicher gehen könnte, dass man alles “richtig” gemacht hat und es auch nichts mehr gibt, was man nicht versucht hätte. Ich selbst habe keine Studium im Sozial-Recht / Sozial-Wesen und schon garnicht bin ich im Bilde, was die Behörden alles für Möglichkeiten haben, die nicht in ihren Broschüren oder so steht (Ermessungsspielräume und ähnliches)… Wie soll man sich bei all dem zu recht finden, wenn selbst die Sachbearbeiterin mir nicht mal sagen konnte, was die Arge dann macht und wie es weiter geht…

Am liebsten würde ich aus diesem Albtraum aufwachen, doch leider geht dies wohl nicht. Kann allmäglich immer mehr die Menschen verstehen, die einen endgültigen Schritt für sich in erwägung ziehen – doch das will und könnte ich nicht. Im Grunde will ich ja auch leben und versuchen mein Leben zu genießen, doch das könnte ich eben nur, wenn ich nach der Erkrankung leben könnte, selbstbestimmt und so selbstständig wie es eben geht und vorallem mit der leider notwendigen Ruhe und Rückzugsmöglichkeiten. Doch diese Möglichkeit wird mir leider nicht gegeben und ob ich nach der “Unterhalts-Pflicht-Zeit” noch in der Lage dazu bin, eine eigene Wohnung / Zimmer selbstständig zu beziehen, ist zur Zeit nicht vorhersehbar und eherfraglich, wenn ich mir anschaue, wie sehr mein Körper in der letzten Zeit abgebaut hat. Weiß einfach nicht mehr, wie es weiter gehen kann und was ich noch unternehmen könnte…

Hast Du eine Idee? Aufbauende Worte?

Daten: Verfasst von Muckel, am 4. Mai 2010, um 11:11 Uhr.
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Verfasst von Muckel.

Gedanken während der Osterzeit

wieder einmal ist der Samstag zwischen Karfreitag und Ostersonntag erreicht. In der Region in der ich aufgewachsen bin, werden die Osterfeuer entzündet und die Menschen kommen zusammen. Meine Erlebnisse sind nicht gut, vielleicht sogar traumatisch, doch dies sollte sich dieses Jahr endlich ändern. Eine schlimme Sache, die ich hier nicht nennen möchte, hat sich zum Glück gebessert, aber ein richtig gutes Erlebnis kann ich wieder nicht verzeichnen, leider.

Mit meiner Schwester, ihrem Freund und einer guten Bekannten/Freundin der beiden hatte ich mich eingelassen, um gemeinsam zum Osterfeuer zu gehen. Der Freund meiner Schwester ging es die letzte Zeit auch nicht gut und so wollte man »nur« eine Stunde hin: etwas essen und danach sollte es zurück zu meiner Schwester gehen. Die Bekannte hatte ein neues Gesellschaftsspiel, so das meine Schwester im Vorfeld fragte, ob ich es mitspielen würde, da man eine mindestanzahl an Personen braucht und die Bekannte/Freundin es nicht umsonst mitnehmen sollte.

Pläne sind gut, so lange man sich an jene halten kann. Heute war es mal wieder nicht möglich. Denn es kam die Schwester des Freundes meiner Schwester mit ihrem Partner auch zum Osterfeuer. Die Stimmung war an sich ganz gut und so blieb es leider nicht bei der Stunde, über die wir im Vorfeld gesprochen haben. Zu dem war es für den Freund meiner Schwester ganz gut, da er so Ablenkung zu den Operationen hatte, die er an den Tagen zu vor erleiden musste (jene teilweise als Not-OP nach einem Routineeingriff). Selbst nach der zweiten Stunde war das Ende noch nicht abzusehen. Für mich war es leider lang genug, da das freie stehen für meinen Körper nicht wirklich gut ist. Das sitzen auf einer kalten Bank hätte mir auch nicht weiter geholfen und mit Stützen kann ich meinen Körper auch nicht entlasten, da ich mich mit meinen Hängen nicht abstützen kann. Erleichterung würde nur ein Rollstuhl bringen, doch jenen möchte ich eigentlich solange herrauszögern, wie es irgendwie geht – denn wenn ich irgendwann einen brauche, reicht ein “normaler” nicht – das muss schon ein Antrieb für die Räder her, da meine Hänge das sonst nicht schaffen.

Da ich eben keine Möglichkeit gesehen habe, doch noch da bleiben zu können, habe ich mich schließlich wieder mal alleine auf dem Heimweg gemacht. Einen Vorwurf kann ich meiner Schwester, ihrem Freund oder den anderen nicht machen ~ ich wäre ja noch geblieben, wenn es gegangen wäre und ich möchte ja auch nicht, dass sie wegen mir auf irgendetwas verzichten müssen. Doch das Resultat ist eben, dass ich wieder einmal alleine war und das trotz meiner Bemühungen dabei zu sein.

Wie die Besucher meines Blogs bereits lesen konnten, waren die letzten Wochen von neuen Symtomen und einer neuen Diagnose geprägt. Darüber habe ich auch die wenigen verbliebenen Freunde / Bekannte informiert und bis auf einen gab es auch Rückmeldungen. Diese eine Person war früher aber da. Doch schon während der Weihnachts- / Silvesterheimfahrt gab es, bis auf den Abend bei meiner Schwester, keinen Kontakt. Das Arbeiten und das “zusammen sein” mit den Bekannten, mit denen er trinken kann, ist ihm wohl wichtiger. Er war heute auch da und hat mich gesehen ~ aber er kam nicht zu mir. Selbst wenn er mich nicht gesehen haben sollte, so hätte er mich anrufen können, ob ich auch auf ‘ne Bratwurst oder so mit zum Osterfeuer gehen möchte, doch dies blieb leider auch aus…

Dies alles musste ich heute erleben. Gut fühle ich mich nicht dabei und es wurde mal wieder sehr deutlich, dass ich ein Außenseiter bin. Selbst der Versuch dies durch/mit meiner Schwester zu kompensieren, klappte heute nicht.

Zweimal war es mir gegönnt in der Osterzeit mit meinem damaligen Pfadfinderstamm »auf Fahrt« zu sein und dort die Gruppe, die Gemeinschaft zu leben. Davor gab es die schlimmen, traumatischen Erlebnisse. Und auch nun scheint es nicht 100% Gut oder wenigstens Neutral zu sein.

Leider weiß ich auch nicht, was ich noch unternehmen könnte. Der Mensch ist eben ein »Herdentier« und nicht dafür geeignet, auf dauer alleine zu sein. Wie aber kann ich diese Situation verändern? Selbst die Pläne mit der Schwester klappen nicht. Es gibt hier noch die Dorfgemeinschaft, dessen »Geschicke« aber nur durch die Freiwillige Feuerwehr geprägt sind. Bei den jüngeren kann ich mich wegen meinem Körper nicht einbringen, da ich keinen aktiven Dienst, keine Übungen oder gar Einsätze mit machen kann. Dies trifft leider auch auf das “helfen” bei Festen, Feierlichkeiten usw. zu, da ich eben keine Verkaufsbuden, Zelte oder ähnliches aufbauen kann und auch bei dem “Verkauf” muss ich passen, eben durch das “freie stehen”. Es gibt dann noch die sogennate “Altersgruppe” der Feuerwehr, doch Rentner-Geburtstage sind mit fast 24 Jahren auch nichts und “Gelände-Pflege” kann ich ebenfalls nicht leisten. Wie bei den Pfadfindern könnte ich eine Webseite erstellen und pflegen, doch damit wäre ich wieder alleine.

Was also soll bzw. könnte ich machen?

Es ist gewisslich nicht schön, ständig alleine zu sein. Selten habe ich Kontakte außerhalb der “elektronischen Welt” zu Freunden, Bekannten. Meine Gespräche führe ich mit meinem Ausbilder, meiner Physiotherapeutin, zumindest per Telefon zu meinen Eltern und Schwester, und ansonsten mindestens einmal im Quartal zu meinen Ärzten. Eine Zeitlang kann man dies durch Communitys und Chats auffangen, doch auf dauer ersetzt diee “Ebene” keine Gespräche von Angesicht zu Angesicht. Eltern, Schwester bleiben eben Familie, mit denen man zwar reden kann, aber eben nicht über alles, da man gewisse Themen eben nur mit Freunden der eigenen Generation besprechen möchte.

Und wieder bin ich an dem Punkt, wo ich alleine bin, niemanden habe, der/die wirklich da wäre und einen vielleicht mal in die Arme nimmt, wenn es einem mieß geht.

Eine Person meinte, dass ich sie anrufen sollte, doch das ist wieder nur Kontakt über ein elektronisches Medium. Körperlich kann ich weder zu dieser Person reisen, noch habe ich die Kraft zum “Weg gehen”, um mir so zum Beispiel einen neuen Bekannten- oder Freundeskreis aufzubauen.

Und nun?
Was soll bzw. kann ich unternehmen?
Wie kann es weiter gehen?
Lohnt sich der endlose Kampf, die Belastung?
Wozu das alles?
Gibt es einen Sinn?

Es ist alles andere als einfach. Mir fehlt immer häufiger die Kraft ~ körperlich und mental. Seit Monaten funktioniere ich nur noch. Würde am liebsten aufgeben, doch selbst das ist schwierig, da ich beweisen muss, dass ich »Ruhe« brauche, nicht arbeiten kann – selbst dann fehlen klare Aussagen dazu, wie man leben kann, wie man versorgt werden kann usw. Einzug bei den Eltern? Rente? Hartz IV? In jedenfall ein Leben am Rand der Gesellschaft. Finanziell genauso wie “Soial”, da “arbeitslos” all zu oft als Faul angesehen wird ~ dabei achtet die “Gesellschaft” nicht darauf, ob es unverschuldet oder nicht ist.

weitere Eindrücke, Gedanken

ein neuer Tag ist da und die schlechten Eindrücke, Erlebnisse von Gestern sind noch immer in meinem Kopf. Der Ostersonntag war heute ganz ruhig und im Grunde auch positiv. Nach einem ausgibiegen Frühstück, einem leckren Gulasch zum Mittag, sind wir (meine Eltern und ich) am Nachmittag zu meinen Großeltern gefahren.

Mein Großvater wird in circa fünf Wochen 90 Jahre alt. In der letzten Zeit geht es ihm nicht gut, da er körperlich immer mehr abbaut und der Geist möchte auch nicht immer. Oft hat er uns schon nicht mehr erkannt, auch meine Mutter (seine Tochter) die jede Woche mehrmals da ist, nicht mehr. Die letzten Tage hat er wohl wieder nur im Bett verbracht, da er wohl wieder Schmerzen hatte. Aber auch wenn er nicht im Bett ist, so schläft er eben im Sessel oder auf dem Sofa.

Doch heute ist er von selbst aufgestanden. Okai, es war wieder Nachmittag, aber immer hin ist er aufgestanden. Und nach seinem “Morgenprogramm” und seinem Frühstück hat er nicht wie sonst im Sessel geschlafen. Meine Mutter (seine Tochter) hat er direkt erkannt und bei mir wusste er immerhin, dass ich irgendetwas in Hannover mache und hat danach gefragt. Erklärt habe ich ihm, dass ich da eine Ausbildung zum “Nachrichtentechniker” mache, wie man es früher bezeichnete.

Dies hat ihn wohl an seine Zeit bei der Kriegsmarine errinnert. So ganz bekam er es nicht mehr zusammen, aber er hat mir erzählt, dass er an einem art Kompass ausgebildet wurde, der nicht mehr mit Magnetismus funktionierte. Dieser “Kompass” soll wohl mit einer Gewichtsverlagerung im Bezug zu einem der Pole (die somit als “Basis” dienten). Schade das mein Opa nicht mehr so fit ist, da er ein sehr großes Wissen hatte und zum Teil noch hat. Er konnte früher mit uns als Kinder (meiner Schwester, unserem Cousin und mir) nicht viel anfangen, um so älter wir wurden, desto besser wurde auch das “Verhältnis” zwischen uns. Und wäre er glaube ich noch Geistig richtig fit, so könnte ich in der Elektrotechnik einiges von ihm lernen (hier in Salzgitter waren meine Großeltern so ziemlich die ersten, die eine Sattelitenschüssel hatte, (die mein Opa z.B. selbst gesteuert hatte und sehr viele Siganale empfangen konnte, so dass sie auch viele Sender aus dem Ausland hatten) auch eine Teich-Pumpen-Steuerung hat er selbst gebaut, wie auch andere Erleichterungen (wie zB einen Seilzug für die Bienenkästen die regelmäßig in den Keller mussten, wodurch er sich die Treppe sparte).

Nach den “Berichten” der letzten Tage hatte ich befürchtet, ihn in einem viel schlechteren “Zustand” zu sehen und bin froh, dass es anders kam. Immer hin hat er heute seine Pfeife geraucht, was bei ihm ein gutes Zeichen ist ~ denn wenn er sie nicht raucht, geht es ihm nicht gut, selbst Ärzte haben ihm vor ein paar Jahren schon gesagt, dass ein aufhöhren mit dem Rauchen nun viel schlimmer sei, als das weiter rauchen, da er eben seit Jahrzehnten schon Pfeife raucht.

Somit konnte ich nun endlich mal ein positives Oster-Erlebnis verzeichnen, nach dem die “Ostern zu Hause” sonst schlechte, traumatische Erlebnisse hatten. Eine Ausnahme gab es nur durch die zwei Wanderfahrten (2003,2004), die ich mit meinem ehemaligen Stamm erleben durfte. Wobei die Fahrt 2004 mir zeigte, dass ich nicht mehr aktiv auf Fahrt gehen kann, da dies einmal eine zu große gefährdung der Gruppe ist, aber auch eine zu große Belastung für meinen Körper darstellt. Aber davon abgesehen, waren die zwei Fahrten gut und sind daher auch als schönes, gutes Erlebnis in der Errinnerung geblieben.

Die Eindrücke der letzten Tage sind schon merkwürdig…

Auf dem Osterfeuer war zu späterer Zeit auch jemand da, der früher in meinem Heimatdorf gelebt hatte und auch in der Feuerwehr aktiv war. Er erschien in Begleitung mit einer “Dame”, die ich durch meinen ehemaligen Stamm kenne. Seit dem mein ehemaliger Stamm nicht mehr aktiv war, habe ich von ihr, wie von allen anderen, nichts mehr gehört ~ viele Monate später spricht sie nun auf einmal meine Mutter an und fragte, ob ich auch da sei und was ich so machen würde. Doch ein Telefonat, ein Brief, eine E-Mail oder Kontakt über einen Messenger, einer Community gab es bisher nicht.

Daher Frage ich mich nun, weshalb sie meine Mutter ansprach. Denn meine Versuche Kontakt zu halten, hatte weder zu ihr noch zu den anderen (mit Ausnahme von DreJu und Knöpfe) keinen Erfolg. Selbst wenn es um das Pfadfinder-Heim ging, hat sich niemand mehr gemeldet oder sich gar verantwortlich gefühlt. Als ich es aufgegeben hatte, mich alleine um das Heim zu kümmern, waren auch die letzten Kontakte vorbei.

Durch diese Erlebnisse kommt man sich schon teilweise ausgenutzt vor. Denn in den letzten Wochen, Monaten hatte ich bei jeder Pflichtheimfahrt dafür gesorgt, dass ich irgendwie zum Heim kam, um so kontrollieren, dass es keine Schäden am Haus gab und um zu prüfen, dass niemand versuchte einzubrechen oder ähnliches. Nach der Tschechien Fahrt habe ich mit DreJu zusammen auch ein letztes mal etwas am Grundstück getan (Rasen gemäht…), doch von allen anderen kam niemand zur Hilfe. Geprägt durch diese schlechten Erfahrungen weiß ich auch nicht, was ich davon halten soll, dass sie meine Mutter ansprach und ob ich vielleicht reagieren sollte?

Im Grunde lehn ich es ab, da ich nicht nochmal ein Gefühl von “verlassen”, “ausgenutzt” fühlen möchte. Meine Mutter meint, dass dies zu hart sei, da die Person damals noch recht jung war. Sie könnte recht haben, dass sie vielleicht einfach nicht wusste, wie sie sich verhalten sollte…

Während meines letzten Silvesterlagers musste ich das erste mal erlebem, dass meine Erkrankung dafür sorgt, dass ich nicht mehr alles mit machen kann und dadurch teilweise alleine dastehe. Damals hatten wir eine Saunakothe gebaut. Doch als der “Stamm” sie nutzte, was ich alleine – denn das “aufheizen” und das “abkühlen” danach kann mein Körper nicht mehr mit machen. Zuvor hatte ich mehr Mut und hatte gedacht, wenn das eine nicht mehr geht, geht eben das andere. Doch dieses Erlebnis hatte mir zum ersten mal die Augen geöffnet. Im Verlauf des Lagers brauchte ich daher öfter Zeit für mich, um mir darüber klar zu werden und um das irgendwie zu verarbeiten. Daher hatte ich die Ruhe gesucht und mich Zeitweise alleine, draußen vor der Hütte aufgehalten, da ich keinen freien Kopf für irgendwleche Programmpunkte oder ähnliches hatte. Sie hat sich damals einfach zu mir gesetzt und war da, was mir sehr gut tat. Daher der zwiespalt in mir, ob ich mich mit dieser positiven Errinnerung im Kopf villeicht doch melden sollte?

Wenn ich mir dazu entschließen sollte, ihr zu schreiben oder ähnliches, was könnte ich ihr schon groß erzählen? Immerhin habe ich nur die Ausbildung und die Erlebnisse die durch meine Erkrankung geprägt sind (Arztbesuche, Diagnosen, Symtome). Das ist wenn überhaupt vielleicht informativ, da sie dann weiß, wie es mir geht, doch wirklich positiv oder eine Grundlage für ein gutes Gespräch ist das leider nicht. Doch andere Erlebnisse oder ähnliches habe ich eben nicht mehr. Was also soll/kann ich tun? Was würdest Du an meiner stelle machen?

Und wie sollte der Kontakt ausschauen? Eine Nachricht über einen Messenger oder einer Community? Eine E-Mail, einen Brief oder doch lieber ein Anruf? Was soll ich ihr berichten und wie genau? Falls ich mich melde, möchte ich sie ja nicht Überlasten, durch meine mießen körperlichen Umstände. Bin in diesem Punkt ziemlich unsicher…

Es ist mal wieder sehr traurig, dass alles mal wieder nicht so einfach ist. Reichen denn die “normalen” Schwierigkeiten, Probleme nicht aus? Habe ich nicht so schon genug, um das ich mich kümmern muss und was verarbeitet werden möchte? Immerhin habe ich die neuen Symtome mit der neuen Diagnose, die ungewisse Zukunft und nun auch noch die ach so tollen Eindrücke der letzten Tage. Mir ist all dies allmählich zu viel – bin froh, dass ich zur Zeit nicht arbeiten muss und daher Zeit habe, mir Gedanken zu machen und mir Ablenkung zu suchen, denn sonst wäre all das nur in der kurzen Zeit zwischen Feierabend und dem Versuch schlafen zu können, präsent und das wiederum wäre nicht gut für mich.

Hoffe nur, dass mir doch noch eine Wohnung/Zimmer genehmigt wird und ich am Ende der Ausbildung ausziehen darf/kann und dann in meinen “eigenen vier Wänden” Ruhe finden kann. Doch ob sich dieser Wunsch erfüllen kann, ist aktuell sehr ungewiss. Am Sonntag geht es zurück nach Hannover und vielleicht finde ich ab Montag dann einige Antworten bei den Ämtern. Immerhin habe ich dann wieder Physiotherapie, was zumindest ein wenig für meinen Körper gut ist. Alles andere muss ich wohl irgendwie durchstehen…

Daten: Verfasst von Muckel, am 4. Mai 2010, um 11:07 Uhr.
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Verfasst von Muckel.

Positive Erlebnisse, Erfahrungen, Gedanken, Gefühle, …

in dem Blog einer guten Bekannten, einer Freundin (?) bin ich auf eine nette Idee gestoßen: und zwar sollte man in wohl regelmäßigen Abständen sich einmal Gedanken machen, was man gutes erlebt hat. Ursprünglich soll die Idee wohl von dieser Seite kommen, doch ich habe es bei Qualle entdeckt und werde versuchen Ihre Idee auch für mich umzusetzten. Ich denke dies kann ganz gut sein, damit man sich selbst verdeutlicht, dass es trotz aller Schwierigkeiten noch positives gibt. Ob dieser Versuch gelingt, weiß ich im Moment noch nicht, denn vieles ist für mich im Moment sehr schwer, doch ich bin bemüht, dass ich das positive sehen kann.

Positives aus der Vergangenheit

Als erstes möchte ich einmal all das Aufzählen, was bis heute positiv war. Immerhin werde ich in diesem Sommer 24 und habe daher schon viel in meinem Leben erlebt. Nicht alles war davon gut, doch ein paar Sachen gibt es, die positiv waren:

  • Habe entgegen gesetzt aller hervorsagen mein Leben so weit in den Griff bekommen, dass ich einen Schulabschluss, den erweiterten Sekundarabschluss I, vorweisen kann.
  • Dank der Hilfe, Unterstützung meiner Familie war es nur möglich, die Schwierigkeiten meiner Kindheit aufzuarbeiten und es den “Fachleuten” zu zeigen.
  • Während der schwierigen und für mich harten Operationen als Kind war meine Mutter die ganze Zeit an meiner Seite und hat versucht die Situation so angenehm wie Möglich zu machen. So sind mir die Bücher von »Petterson & Findus« sehr bekannt und dank der vielen Fahrten mit dem “Liegestuhl” konnte ich als Kind die für mich damals sehr interessante Baustelle am Krankenhauskomplex beobachten.
  • Auch wenn nicht alles einfach war, so waren meine Eltern für mich da und haben versucht alles zu ermöglichen, wozu sie in der lage war.
  • Bin froh einen guten Freund und seine Schafe gehabt zu haben. Denn ohne sie wäre ich in meiner Kindheit ganz alleine gewesen, doch so hatte ich zumindest immer die Tiere und einen Menschen, mit dem ich etwas unternehmen konnte.
  • Dankbar bin ich auch dafür, dass ich ein paar sehr schöne Jahre in meinem ehemaligen Pfadfinderstamm erleben durfte. Denn dort habe ich zum erstenmal eine Gruppe von Menschen kennen gelernt, die einen so akzeptierten wie man war und die einen nicht ausgrenzten. Danke vor allem an Pladder und Drilling, die besonders in der schwierigeren Anfangszeit nicht aufgegeben haben. Danke auch für Mexikaner und Trampel, die eigentlich immer ein offenes Ohr hatten.
  • Froh bin ich auch für die Erfahrungen, Erlebnisse, die ich außerhalb meines damaligen Stammes sammeln durfte. Schade, dass es vorbei ist.
  • Die Natur, den Wald, die Wiesen, die Tiere zu denen man sich “verkriechen” konnte, wenn einem die “Welt” mal wieder zu viel wurde.
  • Sehr froh bin ich auch, meinen Großvater Väterlicherseits noch kennen gelernt zu haben. Der mit mir viele Spaziergänge in den Wald gemacht hat, mit dem ich Löwenzahn für die Kaninchen sammeln durfte und bei dem ich als Kind fast täglich war – leider ist es viel zu früh verstorben.
  • Positiv ist im Grunde auch, dass der Staat versucht mir eine Ausbildung trotz meiner Erkrankung zu ermöglichen. Die Umstände sind mehr als mieß, doch vom Grundgedanken her ist es sehr gut – in vielen anderen Ländern gibt es solche Möglichkeiten leider nicht, daher kann ich schon sehr dankbar sein, dass wir in Deutschland ein doch ziemlich gutes Sozialsystem haben.
  • Dankbar bin ich auch für meine Krankenkasse, die bis lang alle Kosten getragen hat und mir sämtliche Behandlungsmöglichkeiten ermöglicht haben, die es gibt.
  • Sehr froh bin ich auch über meinen Hausarzt in Salzgitter. Jener kennt mich schon seit meiner Geburt und hatte alle Schwierigkeiten mit mir durchgestanden. Er ist ehrlich und sagt, wo seine Grenzen sind, überweist einen dann aber auch sofort und versucht alles zu machen, wozu er in der Lage ist. So hat er zum Beispiel ein Medikament aufgeschrieben, was sonst niemand machen wollte – dadurch hat er mir die stressige Fahrt nach Bad Bramstedt (hinfahren, Infusion erhalten, zurück fahren) erspart.
  • Bin froh darüber, dass ich zumindest über das Internet noch ein paar Kontakte habe, mit denen ich mich austauschen kann und denen ich auch mal mein Leid klagen kann. Es ersetzt zwar kein Gespräch von angesicht zu angesicht, doch diese Alternative ist für mich besser als garnichts.
  • Dankbar bin ich auch für meine Ärzte. So habe ich einen sehr guten Hausarzt in Salzgitter, den wohl besten Rheumatologen in der Region, eine sehr gute Schmerztherapeutin und einen guten Lungenfacharzt. Ohne dieses Team von Ärzten würde es mir wohl weit aus schlimmer gehen und ob es mich überhaupt noch geben würde, ist die andere Frage.
  • Sehr froh und dankbar bin ich, dass es in dem Berufsbildungswerk zumindest zwei Menschen gibt, die ihre Arbeit ernstnehmen und die vorallem auch die einzelnen Rehabilitanten differenzieren können und nicht alle wie dumm behandeln. Dies betrifft einmal meinen direkt Ausbilder, aber auch meine Physiotherapeutin. Ohne sie hätte ich die Zeit bis lang nicht über- / durchstanden und mein Körper wäre ohne ihre behandlung wohl noch viel steifer.
  • Im Grunde bin ich auch froh darüber, dass ich noch leben darf und das zurzeit noch Selbstständig und Selbstbestimmt. Ja, es ist ab und an sehr hart, doch noch lebe ich und das nach “meinen Regeln” und nicht untergeordnet nach irgendwelchen Pflegediensten oder ähnlichem – und so lange dieser Zustand noch anhält, bin ich zufrieden.

Positives dieser Woche

  • Dank meiner lieben Physiotherapeutin habe ich die “erste” Arbeitswoche nach dem ich lange Krankgeschrieben war überstanden.
  • Durch sie konnte ich auch mit meinem Abschlussprojekt beginnen und es die ersten beiden Tage durchziehen.
  • Mein Abschluss-Projekt hat begonnen und bis jetzt lief es ganz gut.
  • Mit dem Abschluss-Projekt hat auch das Ende der Ausbildung begonnen. Bin froh das sich das hier zum Ende neigt und ich endlich aus dem Berufsbildungswerk und den mießen Umständen heraus komme.
  • Bin froh über die Unterstützung, die mir zwei Menschen dank des Korrekturlesen angeboten haben.
  • Meine Tante war am vergangenen Wochenende für einen kurzen Besuch da, was mich zu einem guten Mittagessen gebracht hat und dank ihrer Zuwendung konnte ich mir selbiges auch in dieser Woche nochmal ermöglichen, was mit gut tat.
Daten: Verfasst von Muckel, am 4. Mai 2010, um 11:05 Uhr.
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