Hinter mir liegen nun fünf Tage von meiner aktuellen Rehabilitationsmaßnahme, an denen der für mich erstellte Therapieplan galt. Wenn ich die Woche einmal durchgehe, fällt mir nichts ein, dass mir weiter geholfen hat. Denke es wird deutlich, wenn ich Aufliste, was ich für Anwendungen hatte.
Einzelgymnastik
Normalerweise wird das Physiotherapie oder Krankengymnastik genannt, hier im Rehazentrum aber nicht. Dieser Termin ist mir in meinem Anwendungsplan aber noch der angenehmste, neben dem HydroJet.
Bei dem ersten Termin wurde besprochen, was ich für Probleme, Einschränkungen habe und wo ich bzw. der Physiotherapeut und ich den Schwerpunkt setzen wollen. In den vergangenen Jahren war das für mich die Hände, da ich die beweglichkeit der Hand- und Fingergelenke erhalten wollte (und auch noch will). Da seit einigen Wochen aber die Ellenbogen schmerzen und nicht mehr ganz beweglich sind, habe ich gesagt, dass es sinnvoll wäre zu versuchen jene zu mobilisieren.
In den bis lang zwei weiteren Terminen wurde dann versucht die Muskulatur um die Ellenbogen herum zu lockern und das Gelenk zu bewegen. Da die Zeit kurz ist und nicht länger ist, wie wenn man mit Rezept zu einem Physiotherapeuten geht, kann man nicht viel machen. Daher wurde bei den Terminen immer nur eine Seite behandelt.
Denke das Physiotherapie für mich am wichtigsten ist, doch damit es was bringen könnte, bräuchte ich mehrere Termine und das mit doppelter Zeit.
Wassergymnastik und Gruppengymnastik
Wassergymnastik, Gymnastik in der Gruppe ist ja schön und gut. Mir ist auch bewusst, dass Bewegung wichtig ist usw. doch was bringt mir das mit den aktuellen Beschwerden? Gut man bewegt da mal die Arme und somit auch die Ellenbogen und vielleicht im Wasser noch die Hände. Da jene aber sehr schmerzen und recht steif sind, vorallem die Handgelenke, kann ich sie dann nur kaum einsetzen. Aber Gruppenanwendungen sind halt Preisgünstiger.
An zwei Tagen hatte ich Wassergymnastik, danach Mittagessen und dann Gruppengymnastik. Bei dem ersten mal habe ich beides noch mit gemacht, war danach aber so erledigt, dass ich nur noch geschlafen habe. Daher habe ich am Donnerstag die Gruppengymnastik abgesagt. Schaffe beides hintereinander einfach nicht mehr.
In der Wassergymnastik wurden die letzten zwei male diese »Nudel« genutzt. Denn damit konnte man verschiedene Übungen machen:
- Die »Nudel« liegt vor einem auf dem Wasser und man greift sie mit den Händen. Abwechselnd schieb man das eine Ende vor und das andere Ende zurück.
- Dabei fängt man an zu gehen, durch das Becken, damit auch der untere Teil des Körpers etwas zu tun hat.
- Ist man dadurch aufgewärmt, soll man die Knie dabei hoch nehmen und das Ende der »Nudel« auf das Knie drücken. Das aber diagonal, also rechts Ende (oder Hand) auf das linke Knie und umgekehrt.
- Als nächste Übung lag die »Nudel« wieder vor einem auf dem Wasser und man hat sich mit ihr nach links und rechts gedreht, aber nur den Oberkörper.
- Auch sollten wir die »Nudel« mit einer Hand in der Mitte fassen und sie seitlich am Körper runter drücken. Nach ein paar Durchgängen natürlich auch auf der anderen Seite.
- Schwieriger wurde es, als wir uns auf die »Nudel« stellen sollten. Zuerst mit einem Fuß und danach die Übungen auch mit dem anderen Fuß:
- Ein Fuß steht Mittig auf der »Nudel« und lässt sie vorsichtig hoch kommen und drückt sie anschließen wieder runter.
- Erweiterung zu dieser »hebe Übung« war, dass wir dann eine Bewegung machen sollten, wie bei’m Fahrradfahren.
- Bei einer weiteren Übung sollte man sich mit beiden Füßen auf die »Nudel« stellen. Dann sollte man die Füße nach außen und wieder nach innen stellen, ohne das man die »Nudel« verliert.
- Angenehmer war es, als wir uns auf die »Nudel« setzen sollten. Nach dem wir Platz genommen hatten, gab es die Übung, das wir mit den Beinen »paddeln« sollten. Dabei Kräftigen stoß entweder nach vorne oder hinten, damit man sich im Wasser bewegt.
Die erste Wassergymnastik wurde ohne Hilfsmittel durchgeführt, die Übungen waren aber sehr ähnlich.
An der Gruppengymnastik habe ich bis jetzt zweimal teilgenommen, von drei malen. Bei dem ersten Termin haben wir am Anfang einen Luftballon genutzt, den wir in der Luft behalten sollten. Zu erst nur mit den Händen, dabei durch die Halle gehen. Als weiteren Schritt alle möglichen Körperteile benutzen und zu guter letzt sollten wir das zu zweit machen.
In der 2. Hälfte sollten wir dann Federball spielen, was ich überhaupt nicht hinbekommen habe. Bevor wir uns am Ende gedehnt haben, sollten wir eine Hand hinter den Kopf/Nacken nehmen und eine hinter den Rücken. Dabei den Federball-Schläger in der Hand halten, damit ihn so beide Hände fassen könnten. Hat bei mir leider auch nicht geklappt.
Heute (Freitag 10.2.12) haben wir uns am Anfang nur bewegt, sollten durch die Halle gehen. Dann sollten wir rückwärts gehen. Im zweiten Schritt sollten wir einen Fuß direkt vor den anderen setzen (wie bei dem Alkohol-, Drogentest) und so vorwärts gehen; nachdem das klappte auch wieder Rückwärts.
Als dritte Übung sollten wir dann den Fuß ganz bewusst von der Verse bis zu den Zehen aufsetzen, stehen und abrollen. Dabei versuchen das Knie nicht komplett durchdrücken und das Gewicht auf den Fuß lagern, der grade steht. Das ganze so langsam wie möglich und wieder vorwärts und rückwärts.
In der 2. Hälfte durften wir uns dann einen Hocker nehmen und uns hinsetzen. Dabei wurde unter anderen auf einen geraden Rücken geachtet. Bei der ersten Übung auf dem Hocker sollten wir die Füße vorne anheben und danach hinten, also auf Spitze und Hacke gehen. Um die koordination zu üben auch noch abwechselnd, links Hacke und rechts Sptize. Nach dieser Übung sollten wir die Beine abwechselnd strecken und wieder anziehen, natürlich auch im Wechsel rechts-links.
Diese Übung und auch die weiteren wurden noch dadurch ergänzt, dass wir mit der rechten Hand auf das linke Knie fassen sollen und mit der linken Hand auf das rechte Knie. Immer auf das Knie, was dann grade am Körper war oder oben. Denn in der nächsten Übung sollten wir die Knie abwechselnd hoch nehmen. Bei einer weiteren Übung sollten mir mit kleinen Bewegungen die Beine nach außen bewegen und dann wieder nach innen. Zum Abschluss haben wir uns hingestellt und hatten den Hocker vor uns. Haben ihn so als Hilfe zum dehnen genutzt und anschließend hat der Therapeut so getan, als ob er wieder eine Übung erklärt und gesagt, dass man hin rechts und links anfassen soll, hocheben soll und ihn in die Ecke stellen soll. Immerhin ein Versuch von dem Therapeut das ganze locker zu gestalten.
Schmerz-Info und Entspannungstraining
In dieser Woche hatte ich jeweils 2 Termine und kann danach nicht sagen, dass es mir etwas gebracht hat. Bei dem Entspannungstraining haben wir die Progressive-Muskel-Entspannung (PME) gelernt. Bereits bei meiner 2. Rehamaßnahme habe ich diese Technik gelernt und kann sie für mich selbst nicht anwenden. Grund dafür ist, dass meine Muskulatur eher anfängt zu krampfen, als das ich sie kontrolliert anspannen und entspannen kann.
Für die jenigen, die noch keine Entspannungstechniken kennen, finde ich es gut, dass dies angeboten wird. Besser wäre aber, wenn die PME nicht direkt mit dem Schmerz-Info Seminar verbunden wäre, sondern man im Vorfeld selbst oder mit dem Arzt zusammen entscheiden kann, welche Technik man lernen möchte.
Was in dem Schmerz-Info Seminar bis jetzt vermittelt wurde, finde ich ganz gut. Denn die Psychologing hat recht damit, dass …
- … man auf die Körperwahrnehmung achten muss
- … Entspannung einem helfen kann
- … Stress die Schmerzen verschlimmert
- … man auch privates erleben soll und nicht nur in der Freizeit sich Ruhe gönnt und dort die auszeiten einbaut
Doch genau der letzte Punkt ist der, wo ich nicht die Meinung der Psychologin teile. In der Theorie hat sie sicherlich recht. Doch wie soll man sich im Berufsleben Ruhe gönnen? Obwohl das auch andere komisch fanden und Beispiele dazu brachten:
“Man Arbeitet als Handwerker und wird zu einem Kunden gerufen, bei dem die Heizung nicht mehr will oder kein Wasser mehr da ist. Man fängt an den Fehler zu suchen, findet ihn und stellt dann fest, dass es eine größere “Geschichte” ist, mit der man nicht bis zum normalen Feierabend fertig ist.”
Soll man in so einem Fall sagen, dass der Kunde bis zum nächsten Tag warten muss, da man pünktlich Feierabend machen muss? Das traut sich heut zu Tage wohl kaum noch ein Arbeitnehmer. Es mag durch aus auch Situationen geben, bei denen es möglich ist, auf seine Ruhephasen zu achten, doch das ist in der Berufswelt wohl eher die Ausnahme.
Zuvor hat sie erklärt, wie der Mensch den Schmerz wahrnimmt, wo er “entsteht” usw. Das ist zwar recht gutes Hintergrundwissen, doch leider hilft es einem nicht weiter.
In den Seminaren zu »Rheuma« gab es nach jeder Einheit ein Heft, in dem all die Informationen nochmal aufgeführt waren. Bis lang gab es das im »Schmerz-Info – Seminar« leider nicht. Hoffe aber, dass es am Ende der Einheit die Informationen schriftlich geben wird. Denn ich kann mir zur Zeit nicht mehr alles merken.
Visite mit der Ärztin und dem Oberarzt
Im Grunde waren die Visiten ganz okay. Die erste Visite war nur mit der Ärztin, bei der ich bin. Da dies die Aufnahme Visite war, ist da noch nichts geschehen. Am Montag war Visite, bei der auch der Oberarzt war. Hatte das Gefühl, dass diese 2. Visite fachlicher war und ich besser verstanden wurde. Das könnte aber auch alleine daran liegen, dass deutsch nicht die Muttersprache meiner Ärztin ist, was mich auch nicht stört.
Der Oberarzt hat sich wohl gewundert, dass ich zur Zeit keine Medikation habe bzw. nur Schmerzmittel und Magenschutz bekomme. Auch das ich zur Zeit keinen Rheumatologen habe, musste ich erst erklären. Dashalb hat der Oberarzt auch einen Kontakt mit der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) hergestellt, so das ich schon am 2. März einen Termin in der dortigen Rheumatologie habe.
Selbst glaube ich nicht daran, dass die dort etwas für mich machen können. Da die MHH aber auch sehr neue Medikamente verabreicht, die sich teilweise noch in einem Stadium der Studien befinden, hat der Oberarzt den Gedanken, dass ich dort wieder Medikamente erhalten könnte. Fasse diesen Gedanken des Oberarztes auch positiv auf…
…doch auf der anderen Seite kotzt es mich tierisch an. Denn ich wollte die Reha nicht hier in Bad Eilsen machen, sondern im Klinikum Bad Bramstedt. Denn das Rheumazentrum Bad Bramstedt besteht aus 2 Bereichen, dem Krankenhaus-Bereich und dem Reha-Bereich. Dadurch hat man in Bad Bramstedt nicht nur die Reha-Versorgung, sondern man kann auch jeder Zeit auf Ärztinnen und Ärzte zurückgreifen, die einer Diagnostik nachgehen oder eben Medikamente verabreichen können.
Da Bad Bramstedt eine Studienambulanz hat, sind dort Therapien möglich, mit Medikamenten die sehr neu auf dem Markt sind oder sich noch in einer Studie befinden.
Bereits nach meiner Reha im Sommer 2009 bin ich in das Klinikum Bad Bramstedt gekommen, da damals wie heute keine neuen Therapien in Bad Eilsen begonnen wurden. Auf Grund dieser Erfahrung hatte ich in meine Reha-Antrag geschrieben, dass Bad Bramstedt besser geeignet ist. Aber das wurde nicht beachtet, so dass die Reha auch jetzt wieder verschwändete Zeit ist.
CO2 Wannenbad
Schon bei der Aufnahmeuntersuchung habe ich mich gefreut, als die Ärztin und ich uns auf Wannenbad geeinigt hatten. Am Mittwoch war es dann auch so weit, um 13:30 Uhr hatte ich den Termin in dem »Bäderbereich«. Vermutlich durch die Vorfreude auf das Bad habe ich am Anfang nicht darauf geachtet, vielleicht aber auch, da ich es vorrausgesetzt habe. Doch leider wurde ich enttäuscht. Während ich in der Badewanne lag, was sehr angenehm war, kam mir der Gedanke, wie ich dort wieder raus komme. Nachdem die 15 Minuten um waren, fing das Problem an. Die Badewanne war zwar nicht so schmal wie die, die ich privat kenne, doch das half mir nicht weiter. Einfach mit jeder Hand die Griffe anfassen und mich hoch drücken schaffe ich nicht mehr.
Mit Hilfe der Dame, die in dieser Abteilung arbeitet, habe ich es dann geschafft. Von ihr erfuhr ich dann, dass es keinen Badewannenlifter, keine Sitzbadewanne, kein Badekissen das sich auf- und absenken lässt oder ein anderes Hilfsmittel gibt. Dabei hat das Rehazentrum sich dem Schwerpunkt Orthopädie und Rheumatologie verschrieben. Das dann solche Hilfsmittel nicht vorhanden sind, ist für mich unbegreiflich. Das nicht jede Wanne ein solches Hilfsmittel hat, ist für mich nachvollziehbar, doch immerhin gibt es Wannenlifte die “fahrbar” sind, auch diese Badekissen kann man sehr leicht von eine in die andere Wanne bringen. Daher bin ich der Meinung, dass mindestens eines dieser Hilfsmittel vorhanden sein sollte.
Für die kommende Woche habe ich im Plan wieder das CO2-Bad. Zuvor zum Glück aber die Visite, am Montag morgen. Dort werde ich sagen, dass es nicht mehr geht und ich hoffe, dass die Ärztin den Termin dann streicht, ohne das es deswegen Ärger gibt. Würde ja sehr gerne Baden, da mir die Wärme und wohl auch der Auftrieb sehr gut tut, doch wenn es körperlich nicht mehr geht und kein Hilfsmittel vorhanden ist, kann ich es einfach nicht ändern.
Übersicht der Artikel
Zu meiner Reha 2012 in Bad Eilsen gibt es mehrere Artikel, die ich euch an dieser Stelle Verlinke, damit ihr die Artikel leichter finden könnt:
- Reha 2012 in Bad Eilsen – die ersten Tage
- Übersicht der Anwendungen
- die erste Woche der Reha ist vorbei
Fragen können jeder Zeit gestellt werden, gerne auch als E-Mail an mich, wenn sie niemand sonst wissen soll.













