Muckels Tagebuch

aus dem Leben geschrieben

 

Artikel der Kategorie Rheuma

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Verfasst von Muckel.

Übersicht der Anwendungen

Mit der Tabelle möchte ich euch zeigen, welche Termine ich so während meiner Reha habe. (Für heute bleibt es aber bei dem Aufbau.)

Positiv Datum Beginn Ende Dauer Anwendung o. Seminar Raum Bemerkung
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Auf den Fluren gibt es für jedes Zimmer einen Briefkasten. In jenen soll man regelmäßig reinschauen, da man über ihn seinen Anwendungsplan erhält und auch änderungen für selbigen. Jene Pläne fasse ich in der obigen Tabelle zusammen.

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Verfasst von Muckel.

Reha 2012 in Bad Eilsen – die ersten Tage

Guten Abend Welt,

vor vier Tagen, am Donnerstag Morgen, habe ich meine Rehabilitationsmaßnahme im Rehazentrum Bad Eilsen angetrehten. Vor 2,5 Jahren war ich bereits in dieser Reha-Klinik, doch 2009 im Sommer. Mit diesem und weiteren Artikeln möchte ich meine Reha ein wenig dokumentieren. Grund dafür ist, dass es immer wieder andere Rheumatiker gibt, die wissen möchten wie eine Reha abläuft, doch das alleine ist nicht der Grund. Für mich selbst ist dies eine Möglichkeit Erlebnisse festzuhalten, denen ich ggf. nach gehen möchte. Auch kann ich mir so ein wenig die Zeit vertreiben.

An dieser Stelle möchte ich noch ausdrücklich darauf hinweisen, dass dies hier lediglich meine alleinigen Empfindungen und Erlebnisse sind. Bei jedem kann so eine Reha anders verlaufen und auch der Kontakt zu Ärzten und dem übrigend Personal nimmt jeder unterschiedlich war. Bitte beachtet das immer.

der erste Tag – mit einem Arztgespräch

Wie bereits erwähnt, habe ich meine Reha am Donnerstag, d. 2.2.2012 angetrehten. Die Anreise war für 9:30 Uhr geplant. An meinem zu Hause musste ich Morgens um kurz vor 7 aufbrechen, damit die über 100 Kilometer auch pünktlich absolviert werden konnten. Glück hatte ich, da mich meine Eltern mit dem Auto gebracht haben und ich so nicht mit Gepäck im Zug unterwegs sein musste. Trotzdem begann der Tag für mich um 5 Uhr Morgens.

Ohne Hindernisse haben wir die Fahrt hinteruns gebracht und so war ich schon einige Minuten eher als geplant in Bad Eilsen am Rehazentrum. Als erstes musste ich mich am Tresen im Haupteingang melden. Dort wurde mir einmal das Rauchverbot als Schreiben vorgelegt und ein kleiner Fragebogen, in dem ich ausfüllen musste, ob ich mit dem Zug oder Auto angereist bin und bei dem Auto musste ich noch die Kilometer angeben. Nachdem ich beides Unterschrieben hatte, bekam ich eine Info-Mappe und konnte dann zu dem »Brunnenhof« gehen, dem Gebäude, in dem mein Zimmer ist.

Doch bevor ich auf das Zimmer gehen konnte, musste ich mich in der sogenannten »Pflegezentrale« melden, wo die Krankenschwestern sind. Von denen bekam ich noch einen Fragebogen und einen kleinen Plan mit den Terminen für die ersten beiden Tage. Auf dem Zimmer angekommen habe ich meine Eltern verabschieded, da für mich das »Programm« direkt los ging. Noch bevor ich meine Koffer auspacken konnte, musste ich den Fragebogen ausfüllen und mich bei einer Schwester für die Aufnahme melden. Da ich manches zwei mal lesen muss und auch einen Moment brauchte, bis ich den Ordner mit meiner Krankenakte ausgepackt hatte, klingelte schon das Zimmer-Telefon, da ich wie bereits geschrieben, zu der Aufnahme-Schwester sollte.

erster medizinischer Kontakt

Bei ihr angekommen habe ich als erstes einen Art Rucksacke oder besser gesagt Beutel bekommen, als GGeschenk, da ich nun schon das 2. mal in dem Rehazentrum Bad Eilsen bin. Die Schwester hat bei mir den Blutdruck gemessen, das Gewicht und die Größe notiert und direkt im Anschluss ging es eine Etage tiefer, zu dem Bereich wo die Stationsärzte ihre Zimmer haben. Es folgte ohne Pause die Aufnahmeuntersuchung durch die Ärztin.

Erwähnenswert ist nur, dass ich zum ersten mal bei einem normalen Arzt die Kraft meiner Hände messen sollte. Aus dem Schrank holte die Ärztin ein Art Gerät, an dessen Ende ein Ball war. Den musste ich so kräftig wie möglich drücken, damit die Messamatur anzeigen konnte, wie hoch der Druck war. Ob ich messbar weniger Kraft habe, weiß ich nicht, da mir die Frage darauf nicht wirklich beantwortet wurde. Meiner vermutung nach lag das wiederum an der sprachlichen Schwierigkeit zwischen der Ärztin und mir. Denn sie hat einen osteuropäischen Akzent. Mich stört das überhaupt nicht und auch nicht aus welcher Nation, von welchem Kontinent ein Mensch kommt oder irgendelche anderen Merkmale, die manche Menschen als unterscheidung auffassen.

Leider habe ich aber das Gefühl, dass die Ärztin manchmal nicht so ganz verstand was ich meinte. Besonders deutlich wurde es, als sie meine Hände, genauer gesagt Finger- und Handgelenke untersuchte. Beide Handgelenke sind sehr eingeschränkt in ihrer beweglichkeit und sind sehr steif. Dazu sagte die Ärztin nur, dass die »Muskulatur« abgebaut hätte.

  • Gibt es einen Muskel oder mehrere am Handgelenk?
  • Wie kann ein Arzt das beurteilen, wenn sie/er den Zustand nicht schon früher, also zum Beispiel vor zwei, drei Jahren kannte?
  • Könnte man an dieser Stelle überhaupt Muskelaufbau betreiben?

Bis lang ist mir nicht bekannt, dass es Muskeln am Handgelenk gibt. Sehen sind mir bekannt und das es Muskeln am Ober- und Unterarm gibt – aber am Handgelenk? Am Montag ist wieder Visite, bei der dann wohl auch der Oberarzt ist und ich hoffe, dass dies dann geklärt werden kann.

der restliche Tag

Nachdem ich das Mittagessen zumir genommen habe, hatte ich endlich Zeit meine Koffer auszupacken. Am Abend gab es dann noch einen Termin, bei dem der »persönliche Reha-Begleiter« ausgegeben und erklärt wurde, wie auch ein paar Sachen, die für die Station wichtig sind. So zum Beispiel das man sich am Wochenende bis 11 Uhr in eine Liste eintragen muss, damit die Schwestern wissen, dass es einen noch gibt.

Müde und erschöpft habe ich mich danach schlafen gelegt, da der kommende Tag früh begann.

der zweite Tag – Rundgang und »Ziele in der Rehabilitation«

Wie schon am »Anreisetag« musste ich wieder früh aufstehen, da mir um 6:05 Uhr Blut abgenommen werden sollte. Dort waren auch die anderen »Neuankömmlinge«, so dass wir danach mehr oder weniger geschlossen zum Frühstück gingen. Am weiteren Vormittag gab es den Termin »Patientenbegleitung«. Wir trafen uns im »Fürstenhof« vor einem Seminarraum und wurde dann aufgeteilt nach den Häusern, in denen wir untergebracht sind. So wurden die Gruppen für den folgenden Rundgang kleiner.

Das Rehazentrum Bad Eilsen besteht aus 6 Gebäuden, die durch Anbauten, Fluren mit einander verbunden sind. Mann muss also nicht in’s Freie, wenn man alle Bereiche aufsuchen muss. Genau das war auch das erste Thema, da uns via Tageslichtprojektor ein Plan gezeigt wurde. Die Dame erklärte dann auch, wie man sich zurecht finden kann. Jeder Bereich hat eine Zahl und Farbe, sowie einen Namen:

  1. Julianenhof, rot
  2. Therapiezentrum, blau (hell)
  3. Kurmittelhaus, orange
  4. Fürstenhof, gelb
  5. Quellenhof, grün
  6. Brunnenhof, blau (dunkel) oder ein dunkles violett

Alle Gebäude dessen Namen auf Hof endet sind Unterkünfte für die Patienten, mit Ausnahme des Julianenhofes. In ihm ist im Erdgeschoss der Haupteingang, Speißesaal und ein paar andere Räumlichkeiten. Doch in den oberen Stockwerken sind eben Patienten untergebracht.

Jeder Raum hat eine Nummer. Diese Raumnummern sind nach dem gleichen Schema zusammen gesetzt. Die erste Ziffer ist das Gebäude, die zweite Ziffer das Stockwerk und die letzten beiden Ziffern das Zimmer oder der Raum.

Das finde ich sehr gut, da anhand der Farben, Namen und Zahlen jeder die Möglichkeit hat, sich in dem verwinkelten Bau zurecht zufinden. Zudem ist der Übersichtsplan auch hinten auf dem »persönlichen Reha-Begleiter« gedruckt, den man zu jeder Anwendung, Termin mitnehmen muss.

Nach dieser Erklärung folgte ein Rundgang, so dass jeder einmal sehen konnte, wo sich die einzelnen wichtigen Bereiche befinden. Für mich selbst war das ziemlich anstrengend. Nicht von der Entfernung, sondern weil immer wieder stehen geblieben wurde, damit die Dame Einzelheiten erklären konnte.

Zum Glück hatten wir nach diesem Termin etwas Zeit. Es folgte darauf nur das Mittagessen.

»Ziele in der Rehabilitation«

Zu dem standard Programm gehört auch, dass die Ärztin (Leiterin des medizinischen Bereiches) eine Art Begrüßungsansprache hielt. Erwähnenswert sind davon nur zwei Sachen. Mir gefiel es, dass die Ärztin deutlich sagte, dass eine Reha eben keine Kur mehr ist und auch kein Urlaub dastellt. Sie verwies darauf, dass es immer wieder Patientinnen und Patienten gibt, die tagsüber nichts können, aber jeden Abend in dem nahen Lokal Tanzen und Feiern können. Doch sie sagte auch, dass man zwar soziale Kontakte ruhig nutzen sollte nd auch den Austausch mit anderen Patienten in der Reha, doch das man es eben nicht übertreiben darf. Diese sichtweise sagt mir zu. Denn wer wirklich deutlich krank ist, hat nicht die Kraft um Abends noch wild feiern zu können.

Leider sagte die Ärztin auch etwas, was mir nicht zusagte. Es ging darum, dass manche eben zu ersten mal eine Reha machen und andere eben schon mehrere absolviert haben. Dazu sagte sie, dass manche Erkrankungen eben chronisch werden und man damit dann mehrere Jahre zu tun hat. Nachdem sie einige Erkrankungen aufgeführt hat und fragte, wer in der Runde die hat, sagte sie:

»mit chronischen Erkrankungen
läuft man 20 oder 30 Jahre rum«

Diese Aussage mag in sofern stimmen, dass sehr viele Patienten die 50 überschritten haben. Doch für die wenigen jungen Patienten finde ich eine solche Formulierung sch*. Im Sommer werde ich 26 Jahre alt. Somit dürfte ich nach der Rechnung der Ärztin nur 56 Jahre alt werden.

Sicherlich ist das eine Kleinigkeit und sicherlich nicht so gemeint, doch das wir “jungen Patienten” in einer Rehaklinik die Orthopädie macht in der Minderheit sind, schlecht gewählt.

ein sehr langer Tag

Der zweite Tag war für mich sehr lang. Um 6:05 Uhr musste ich wie bereits erwähnt zum Blutabnehmen. Um 20:00 Uhr hatte ich die letzte Anwendung. HydroJet dauerte zwar nur 20 Minuten und ist sehr angenehm, doch trotzdem hatte ich somit einen 14 Stunden Tag, was ich bestimmt nicht nochmal mit mache.

Bleibt mein Therapieplan für die kommende Woche so, wie ich ihn Samstag bekommen habe, wird es keine solch langen Tage geben, da ich die letzten Anwendungen zwischen 13 und 15 Uhr haben werde. Bleibt zu hoffen, dass es keine Änderungen gibt, die die Tage verlängern.

das erste Wochenende

Für mich verlief das erste Wochenende sehr ruhig. Bis auf die Mahlzeiten und am Sonntag einmal HydroJet hatte ich keine Anwendungen.

Daten: Verfasst von Muckel, am 5. Februar 2012, um 19:45 Uhr.
Abgelegt unter: Gesundheit, Reha 2012, Rehabilitationsmaßnahmen, Rheuma
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Verfasst von Muckel.

Gedanken zu dem was ein Jahrestag sein könnte

Liebes Blog,

es sind nun wieder Sommerferien in meinem Bundesland und es steht auch das erste Ferienwochenende bevor. Damit nähert sich auch der Jahrestag oder wie immer man es nennen mag, an dem ich meine Autoimmunerkrankung, das entzündliche Gelenkrheuma, zum erstenmal bewusst wahrnehmen musste.

Damals war die Horte in der ich war auf dem Weg in die Stadt L’Aquila, Italien. Wir wollten unsere gmeinsame Zeit dort in den Abruzzen verbringen. Wie es übliche war, wollten wir einfach »auf Fahrt« gehen und so sind wir samt Gepäck mit dem Zug angereist. Schon am Bahnhof der Stadt schmerzte mein linkes Bein von der Hüfte abwärts. Es wurde die Tage danach auch nicht besser, bis ich im Krankenhaus der Stadt war und Schmerzmittel bekam.

Doch die Tage waren nicht gut, da wir wieder zurück zu der Stadt mussten, nicht wirklich weiter kamen und die anderen auf mich Rücksicht nehmen mussten. Zum Glück taten sie das auch und habe kein einziges mal gemeckert oder ähnliches. Nach den Schmerzhaften Tagen war es zum Glück vorrüber, so das wir noch eine sehr schöne Fahrt hatten.

Das musste ich in den Sommerferien 2003 erleben. »Auf Fahrt« war ich nochmal über Ostern 2004. Diese Fahrt, auf der wir Älteren Unterwegs waren, wollte ich nutzen um festzustellen, ob ich noch »auf Fahrt« gehen kann oder nicht. Leider musste ich die Entscheidung treffen, dass es nicht mehr geht. Denn schon da war ich nach einem Tag so ko, das ich nicht wirklich helfen konnte die Kothe aufzubauen, Feuerholz zu suchen oder auch nur nach dem Essen noch ein wenig am Feuer zu sitzen. Schweren Herzens bin ich danach vorerst nicht mehr »auf Fahrt« gegangen.

Immerhin hatte ich noch das ein oder andere Lager, sowie sogenannte überbündische Veranstaltungen wie zum Beispiel den Hamburger Singewettstreit (HaSiWe). Mit den folgenden Monaten, Jahren hat sich mein Körper soweit verändert, dass das Trifels Treffen im Oktober 2008 meine letzte überbündische Veranstaltung war. Und schon da war es eigentlich zu viel für mich, was sich unter anderem darin zeigte, dass ich von dem Burgabend nicht wirklich viel mitbekommen habe.

Das aller letzte mal war ich in dem Sommer »auf Fahrt«. Zum Glück haben sich Sylvia und DreJu bereit erklärt, dieses Wagnis mit mir einzugehen. Auch Meersch. der es etwas später erfuhr kam mit und so hatten wir eine für mich sehr schöne Fahrt. Dafür das die Drei dieses Wagnis mit mir eingegangen sind, möchte ich an dieser Stelle nochmal Danke sagen! Auch wenn wir oft Pausen einlegen mussten. Für mich war es zu dem Zeitpunkt sehr wichtig nochmal »auf Fahrt« gehen zu können, da ich den Zeitpunkt bestimmen wollten, mit dem dieser sehr schöne Lebensabschnitt zu Ende ging.

Doch heute ist es nicht einfacher dadurch. Gerade jetzt, wo wieder Großfahrten-, Urlaubs-, Reisezeit ist, bin ich wieder zu Hause. Bin nicht unterwegs und schon garnicht in einfacher Form mit Wanderschuhen und Rucksack. Das geht nun nicht mehr.

Es ist nun ja schon so weit, dass es schwierig ist die Haare zu waschen, die Rasur, alles was mit Kraft zu tun hat und selbst sich nur mal in’s Kino zu setzten sorgt dafür, dass ich danach die “Quittung” bekomme. Mit Hängen und Würgen habe ich die Ausbildung zwar noch Erfolgreich beendet, doch an Arbeit ist im Moment leider nicht zu denken.

Oft genug habe ich meinem Blog schon geschrieben, wie es meinen “Knochen” geht und wie ich mich fühle. Daher werde ich nun nicht weiter schreiben. Es reicht zu wissen, dass eben im Moment der Zeitpunkt da ist, an dem ich früher Unterwegs gewesen wäre, an dem ein negatives Jubiläum da ist und das es wohl verständlicher weise einem damit nicht all zu geht.

Vorallem wenn man im Moment an dem Punkt ist, wo die Schmerzen wieder hoch sind und man sich daher Fragt, ob man die letzte Erhöhung des Schmerzmittel vornimmt oder es noch versucht hinaus zu zögern. Doch das dann für den Preis, dass man neben den Schmerzen auch noch schlecht schläft.

Für heute sage ich Tschüss, doch Dir, mein Blog, werde ich wohl wieder schreiben. Ade!

Daten: Verfasst von Muckel, am 22. Juli 2011, um 9:00 Uhr.
Abgelegt unter: Gedanken, Gesundheit, Rheuma
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Verfasst von Muckel.

Erinnerungen, Erlebtes und Erfahrungen, Gedanken und Fragen, Zweifel oder Verzweiflung?

Es war im Sommer 1998, als ich durch meine Eltern an die Pfadfinderei gekommen bin. Sie hatten ihre Klufthemden, Halstücher, Lilien und Kordeln immer noch aufbewahrt und hatten mir nun endgültig berichtet, was es mit diesen Sachen, die ihren Platz auf dem Dachboden hatten, auf sich hatte. Mein Interesse war geweckt und zum Glück war an dem Wochenende Altstadtfest in Salzgitter-Bad, auf dem der Stamm in dem ich groß geworden bin, einen Stand hatten. Nachdem ich die Sommerferien noch abwarten musste, war es endlich so weit, die erste Gruppenstunde war da. Bei dieser Gruppenstunde hätte ich auch nochmal zu Hause bleiben können, da die Horte mit Heimputz dran war. Da ich von meinen Eltern bereits wusste, dass man in der Pfadfinderei zusammen hält, bin ich geblieben und dies war der Anfang meiner Zeit bei den Pfadfindern.

Da meine Eltern ebenfalls aktiv waren und ihre Kluft noch hatten, konnte ich schon zu Beginn mit einem Klufthemd und dem Jungenschaftswappen dabei sein. Es hat nicht lange gedauert, es war das erste Herbstlager, auf dem ich in den Stamm und somit in den Bund aufgenommen wurde und somit auch mein Halstuch in der Aufnahmerunde überreicht bekam. Für mich war das schon etwas besonderes, da ich im “zivilen Leben” nur schlechtes erfahren habe. Heut zu Tage würde man das wohl Mobbing nennen, was in der Dorfjugend und im Kindergarten, Schule vor sich ging. Um so schöner war es für mich, dass ich nun eine Gemeinschaft gefunden hatte, in der das nicht der Fall gewesen ist.

Im Sommer 1999 folgte die erste Großfahrt, die uns in die Schwäbische Alb führte. Jene war noch nicht einfach für mich. Das erste mal von zu Hause weg und immer noch Sachen, die ich nicht so gut erledigen konnte. Während meiner zweiten Großfahrt während der Sommerferien 2000 wurde es langsam besser und so konnte ich noch mehr schönes aus dem Bayrischen Wald mitnehmen. Ein Jahr später haben wir uns das erste Mal aus Deutschland heraus getraut. Das Elsass Gebirge in Frankreich war unser Ziel und es zeigte sich, dass die Nähe zu Deutschland gut gewählt war, da es die einzige Fahrt war, die wir vorzeitig abbrechen mussten, was an einem Magen-Darm-Infekt lag. Doch schon in den Sommerferien drauf ging es wieder in’s Ausland, dieses mal auf die Masurische Seenplatte nach Polen. Für mich war es ab dieser Fahrt irgendwie anders. Das kann daran gelegen haben, dass unsere Horte nun ihren festen Kreis gefunden hatten und wir uns alle auch gut verstanden. Im Frühjahr 2003, über Ostern, folgte meine erste Führerfahrt und mit ihr habe ich auch das Trampen kennen gelernt. Mit einem Älteren aus meinem damaligen Stamm haben wir uns auf diese Weise bis Spanien durchgeschlagen und nach der Fahrt auch wieder zurück.

Ungefähr ein 1/2-Jahr später begann meine Erkrankung. Wir kamen mit dem Zug in der Italienischen Stadt L’Aquia an und bei dem Aussteigen schmerzte mein linkes Bein der Hüfte abwärts. Dank eines Schmerzmittel, welches im Krankenhaus verschrieben wurde und dann den Gefährten aus meiner Horte konnte ich die Fahrt beenden und habe noch sehr viele schöne Momente erfahren. Ostern 2004 war ich mit der Führerschaft meines Stammes nochmal auf Fahrt, dieses mal in Griechenland. Doch es zeigte sich, dass es selbst für eine Älteren Fahrt nicht mehr gut war, da ich nach einem Wandertag nicht mehr fit genug war, um mich regelmäßig am Kothenaufbau, der Feuerholzsuche oder dem Kochen beteiligen konnte und viel Zeit für mich brauchte.

Zwischen diesen Fahrten gab es kleinere Wochenendfahrten und Lager, doch die schönste Zeit war eben auf Fahrt und das war nun vorbei. Leider lief es auch im Stamm nicht mehr gut, da es mit neuen Horten aus verschiedenen Gründen nicht wirklich klappte. Die übrig gebliebenen, Älteren entschieden sich aber das Heim zu behalten. So gut es mir möglich war, habe ich mich in der letzten Zeit in dem Stamm um das Heim gekümmert. Bei jedem Wochenende, dass ich in Salzgitter verbracht habe, ging es zu erst zum Heim um zu kontrollieren, ob alles in Ordnung ist. Ab und an kam auch eine Gruppe, die in das Heim wollten und zweimal habe ich mit DreJu auch den Rasen der Wiese gemäht. Doch leider gab es sonst niemanden, die/der vorbei kam oder sich auch nur gemeldet hatte. Schon komisch, das sich einige Personen zu ihren Geburtstagen dann an das Heim erinnern konnten. Als ich mich auch nicht mehr genügend um’s Heim kümmern konnte und es eben auch keinen Kontakt mehr gab, habe ich damit aufgehört und einen Schlussstrich gezogen.

Diese Entscheidung wurde mir vereinfacht, da ich zu dieser Zeit noch ein wenig fitter war und unter anderem nach Hamburg konnte. Doch auch das ging nicht mehr lange. Eine aller letzte Fahrt konnte ich im Sommer 2008 in das Grenzgebiet nach Tschechien machen. Dank eines Pfadfinders aus unser Horte und einer Pfadfinderin die ich durch den Pfadfinder Treffpunkt und dem HaSiWe kennen lernen durfte, war dieses Wagnis möglich. Für mich war es aber sehr wichtig, das ich bestimmen wollte, wann ich das letzte mal auf Fahrt war. Im Herbst 2008 konnte ich nochmal auf der Trifels sein. Es haben vermutlich mehrere Mitbekommen, wie “gut” [Achtung, Ironie.] es mir ging (selbst bei dem Burgabend).

Obwohl sich in dem Jahr gezeigt hat, dass für mich Fahrten und ohne massive Hilfe auch andere Aktionen nicht mehr möglich sind, hat es fast drei Jahr gedauert, bis ich mich von meinem Affen, meiner Juja, meinem Bären trennen konnte. Doch konnte ich das wirklich? Heute habe ich die Sachen an die neuen Besitzer geschickt und schon sitze ich am Abend an meinem Netbook und tippe diese Zeilen.

Leichtgefallen ist mir das nicht. Doch vielleicht gibt es so einen neuen Kontakt. Denn eine Pfadfinderin bot mir an, dass sie mir eine Karte oder Brief schreiben wird, wenn sie mit dem Bären unterwegs ist. Das hat mich sehr gefreut, denn meine “sozialen Kontakte” sind sehr wenig geworden. Aus Pfadfinderkreisen habe ich noch zwei lose Kontakte, die sich in der Regel auf das schreiben von elektronischen Nachrichten beschränken. Eine ehemalige Klassenkameradin kann ich immer dann treffen, wenn es ihr Dienstplan und meine Erkrankung zulässt. Durch den Austausch mit anderen Rheumatikern gibt es eine Freundin, mit der ich ab und an telefonieren kann und auch treffen kann, wenn wir mal wieder in der gleichen Stadt sein sollten. Daneben gibt es in Braunschweig noch einen Rheuma-Stammtisch, der sich bis lang einmal im Quartal trifft.

In ungefähr 5 Wochen werde ich 25. Eigentlich ist das der Lebensabschnitt, in dem man sich mit anderen trifft, zusammen feiert, etwas unternimmt, einem Hobby nachgeht und so Freundschaften schließt und sich vielleicht auch Partnerschaften finden. Doch das ist leider anders: mein “Hobby” kann ich nicht mehr ausleben; der Versuch ein neues zu erlernen, das Fotografieren, klappt zumindest in Gemeinschaft auch nicht; und “Feiern”, Bekannte, Freunde treffen kann ich nicht. Denn wer möchte sich mit Mitte 20 anhören, bei welchem Arzt man war, welche Gelenke schmerzen, ob das Schmerzmittel noch wirkt und was es im Fernsehen gab? Diese Gespräche möchte wohl niemand haben, der mitten im Leben steht und selbst noch keine Erkrankungen, Einschränkungen erlebt oder im direkten Umfeld hat.

Bin ich sauer, wüten darüber, dass die “Menschen” so sind? Nein, ich denke nicht. Denn die Gesellschaft hat meine Generation so geformt. Man soll leistungsfähig, dynamisch, anpassungsfähig, freundlich, stark sein. Schwäche, etwas nicht können, versagen stellt etwas sehr negatives da. So sind selbst Volkshochschule und Vereine abgeneigt, wenn man ihnen sagt, dass man sich gerne einbringen möchte, doch nicht immer fit sein kann.

Dabei gibt es immer noch eine schöne Erinnerung. Es war auf dem Silvesterlage, nach dem die Diagnose gestellt wurde. Wir waren in einer Hütte, die mitten im Wald lag. Keine Heizung, kein Strom kein fließend Wasser. Wärme gab es im Hauptraum durch einen Kamin. Es sollte eine Saunakothe gebaut werden, was ein wenig meiner Aufgabe war. Sie haben wir auch gebaut und obwohl Schnee lag, wurde sie auch genutzt. Von fast allen, die mit waren. Nur von mir nicht. Denn ich wusste damals schon, dass Temperaturunterschiede für mich nicht gut waren. Diese Situation war aber leider die erste, die mir gezeigt hat, dass mich die Erkrankung doch sehr einschränken wird. Auch am Abend hatte ich damit noch meine Probleme und war alleine draußen, da in der Situation fröhliches Singen und Gitarrenspiel nichts für mich war. Während ich draußen war, ging auch eine aus meinem Stamm hinaus und auf ihrem Rückweg, setzte sie sich einfach neben mich. Sie sagte nichts und legte nur für einen Moment ihren Arm auf meine Schultern. Und genau das tat gut, da ich eben nicht alleine war, dank ihr.

Doch nun habe ich so etwas nicht mehr. Meistens ist es noch viel schlechter, da man sich dafür rechtfertigen muss, wenn man etwas nicht kann oder einfach seine Ruhe braucht. Es gibt viele die meinen, dass man in eine Depression geraten könne und manche, die einem so etwas auch versuchen einzureden. Doch wenn selbst die Fachleute auf diesem Gebiet sagen, dass man realistisch mit der Situation umgeht, dass man selbstständig nach Lösungen sucht um doch noch das zu machen, was geht und das sie einem nicht helfen können, ist es sehr schade, wenn man dann alleine da steht.

Gerade bei Rehaaufenthalten wo über diese Thematik gesprochen wird, sagen viele, dass sie einen guten Freund, Freundin haben und sich jeder Zeit bei ihm/ihr auskotzen können. Doch während meiner Rehamaßnahmen war ich mit Abstand immer der Jüngste und wenn man dann auch bei den Patientenschulungen sagt, dass all dies nicht klappt, da es leider keinen so gefestigten Freundeskreis gibt, wissen auch die Schulungsleiter (Sozialarbeiter, Ärzte, Mitarbeiter der Rheumaliga) keinen Rat oder Tipp und machen dann schnell im Thema weiter.

Bei diesen Patientenschulungen gibt es immer das Beispiel, dass ein Kegelclub wandern geht, was die Erkrankte Person dieses Clubs nicht mitmachen kann. Nun wird da geraten, dass man sich zu dem Ort, wo sie Pause machen, hinfahren lassen sollte, um wenigstens dann noch bei der Pause dabei sein zu können. Leider geht das in der bündisch geprägten Pfadfinderei nicht wirklich und bei meinen Versuchen bei neuen Vereinen Fuß zu fassen, ging es nicht einmal soweit.

War man nicht schon vor der Erkrankung in einem Verein, Organisation, “Kreis von Menschen” bekannt, so gibt es mehr Skepsis und Ablehnung als den Versuch von Toleranz und Akzeptanz. In dem kleinen 300 Seelen Ort in dem ich zur Zeit lebe, gibt es die Freiwillige Feuerwehr. Dort könnte ich vielleicht aktiv werden. Könnte Pressearbeit machen oder das Protokoll schreiben. Das eigentliche Ziel einer Freiwilligen Feuerwehr könnte ich aber nicht nachvollziehen. Selbst die Rentner-Gruppe ist soweit aktiv, dass sie sich um die Geländepflege kümmern und um handwerkliche Sachen. Auch das Auf- und Abbauen von Zelten und/oder Verkaufsbuden bei dem Osterfeuer oder anderen Festen ist in ihrer Hand. Da kann ich auch nicht helfen, kann auch keine Getränke im Bierwagen verkaufen oder im Grillstand stehen. Dies ist ein Beispiel dafür, dass es sehr schwierig ist, noch soziale Kontakte zu haben, wenn man durch die Erkrankung alte Bindungen verloren hat.

Somit verbringe ich die meisten Tage damit, alleine zu Hause vor dem Fernseher zu liegen, ein Buch zu lesen oder im Internet zu sein. Einmal im Quartal unterbrochen von einem Arzttermin und dem Rheuma-Stammtisch. Ab und an ein Treffen mit M. und einem Telefonat mit Ch. Doch wirklich viel ist das nicht, vor allem da die Personen bei dem Stammtisch meine Eltern sein könnten, vom Alter her.

Denke das zeigt, wieso ich mich über das Angebot der Postkarten oder Briefe sehr gefreut habe.

Für was hätte ich meinen Schweizer Affen, den Fahrtenbären und die Juja noch aufheben sollen, wenn selbst die einfachsten Dinge, die andere nicht mal bewusst wahrnehmen, eine Schwierigkeit, Einschränkung und/oder Belastung darstellen?

Mir ist bewusst, wie sehr die Erkrankung meinen Körper in der Hand hat und das es immer schlechter wird. Denn noch ist es komisch die Sachen nun nicht mehr zu haben. Sogleich ich weiß, dass ich “die Wanderschuhe schnüren, den Affen schultern und los ziehen” nicht mehr kann.

Nun neigt sich der Tag dem Ende entgegen und mein Kopf ist noch immer voller Gedanken, Fragen und Erinnerungen an die Momente, die so schön waren. Ändern wird sich auch durch diese Zeilen nichts. Vielleicht ist es aber besser, als nur die Gedanken für sich selbst zu haben.

Gute Nacht und bis Morgen, auch wenn diesen Gruß wohl niemand weiter liest.

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Verfasst von Muckel.

das leben mit Einschränkungen und deren Folgen

Man Versucht “aktiv” zu bleiben, unter Menschen zu sein und an “Sachen” teilzunehmen, so gut es geht und man bekommt dann trotzdem keine klaren Antworten oder gar Hilfen.

In der Post war Gestern eine Einladung zu einem “Kennenlernseminar” von einem sozialen Verband. Leider stand in dem Brief nichts zu einem Programm, weshalb ich meine Frage gestellt habe:

= = => BEGINN FRAGE <= = =

Sehr geehrte Damen und Herren,

in meiner Post hatte ich heute eine Einladung von Ihnen, zu einem Kennenlernseminar in Berlin (…). Leider geht aus Ihren Informationen nicht hervor, was dort an Programm angedacht ist. Es ist lediglich geschrieben: “(…) Deutschlands Metropole Nummer 1 unsicher zu machen.”

Mich würde nun interessieren, was ich unter “Berlin unsicher machen” zu verstehen habe. Ist damit gemeint, dass man sich einiges Anschaut, besichtigt und z.B. zu Fuß eine Führung durch Berlin macht?

Leider habe ich eine Autoimmunerkrankung die mich ziemlich einschränkt, wodruch ich u.a. einen Grad der Behinderung (GdB) von 60% habe. Mir ist es zum Beispiel nicht Möglich eine Führung durch die Stadt mit zu machen, bei der man läuft und steht. Ebenso schaut es mit Besuchen von Museen oder ähnlichem aus.

Einen Rollstuhl habe ich noch nicht. (…) Um mich entscheiden zu können, wäre es sehr gut, wenn Sie mir Informationen zukommen lassen könnten. (…)

Mit freundlichen Grüßen
Tobias Müller

= = => ENDE FRAGE <= = =

= = => BEGINN ANTWORT <= = =

Hallo Tobias,

vielen Dank für Deine Nachricht. Bezüglich der Freizeitgestaltung an dem Wochenende in Berlin haben wir noch kein festes Programm, da die Teilnehmer selbst wählen können, was sie machen möchten. Dabei ist ein Stadtrundgang nicht auszuschließen. Zu Deiner Beruhigung möchte ich aber anmerken, dass es hier im Haus Rollstühle zum Ausleihen gibt und sich mit Sicherheit jemand finden wird, der Dir bei der Mobilität behilflich ist. Zumindest war es die vergangenen Seminare auch so.

Wenn Du Dich nun anmelden möchtest, tue dies möglichst zeitnah, da wir nur noch eine begrenzte Anzahl an Plätzen zur Verfügung haben.

Viele Grüße aus Berlin
[Vorname und Nachname entfernt]

= = => ENDE ANTWORT <= = =

(Ausgelassen habe ich nur Nebensätze, die eher der Höflichkeit dienten.)

Was darf ich davon nun halten? Ohne zu wissen, was dort gemacht wird bzw. ob ich das auch vilt. mitmachen könnte, kann ich doch nicht auf “gut Glück” nach Berlin reisen. Vom Geld einmal abgesehen, aber im schlechtesten Fall wäre es so, dass ich dann alleine im Hotel- / Hostel- / Jugendherbergszimmer bleibe…

Alle Welt redet auf einen ein, das man “aktiv” sein soll und etwas “Unternehmen” soll – doch wie, wenn immer so ein sch* geschieht?

Motivierend ist das alles nicht!

Und wenn meine Tante nacher erscheint, darf ich mir sicherlich wieder anhöhren, dass ich doch etwas machen sollte und nicht nur zu Hause sein sollte, das ich mal “raus” sollte usw. usw. usw.

Was aber bitte soll, kann man/ich noch machen?

Hasse in solchen Momenten meine Krankheit, meine Einschränkungen und das dadurch resultierende “Leben”.

Daten: Verfasst von Muckel, am 28. Januar 2011, um 11:28 Uhr.
Abgelegt unter: Gedanken, Gesundheit, Rheuma
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