Muckels Tagebuch

aus dem Leben geschrieben

 
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Verfasst von Muckel.

Gedanken zu meiner zukünftigen Lebenssituation

das Jahresende steht nun kurz bevor und mit der Adventszeit hat auch die besinnliche Jahreszeit einzug gehalten. Familien und Freunde rücken in dieser Zeit oftmals näher zusammen und mit ihnen oder auch alleine lässt man die vergangenen Monate revue passieren. Manchmal bewusst und manchmal unterbwusst bewertet man das, was man erlebt hat. Doch mich beschäftigt das vergangene Jahr nicht wirklich. Denn das die Reha im Sommer ohne Erfolg war, wie auch der folgende Krankenhausaufenthalt, das mein Körper weiter abgebaut hat und ich im Grunde nur noch “daheim” rumhänge, sind keine positiven Erfahrungen und auch keine Erlebnisse, die ich unbedingt nochmal reflektieren möchte.

Dafür beschäftigt mich der Ausblick auf das kommende viel mehr. Im kommenden Sommer habe ich mein Abschlussprojekt, die schriftliche Abschlussprüfung und die Präsentation mit Fachgespräch vor dem IHK-Prüfungsausschuss hinter mir und darf mich dann, wenn ich alles bestanden habe, IT-Systemelektroniker nennen. Mit dem Ende der Ausbildung endet auch die Unterbringung in dem Internat, welches zu dem Berufsbildungswerk gehört, in dem ich aktuell meine Ausbildung absolviere. Es ist gut, dass das Ende endlich in Reichweite kommt, da die Umstände alles andere als gut sind – doch darauf möchte ich in diesem Artikel nicht weiter eingehen. Viel mehr möchte ich mich mit der Frage auseinander setzten, was danach kommt.

Aktuell sieht es so aus, dass ich in kein Berufsleben einsteigen kann und auf kurz oder lang wohl berentet werde. Einige Quellen sagen aus, dass meine Eltern bis zum vollendeten 27 Lebensjahr unterhaltspflichtig sind. Demnach müsste ich dann auch wieder bei ihnen dauerhaft einziehen. Andere Quellen sagen aus, dass dies nicht der Fall ist, da ich auf der einen Seite eine abgeschlossene Lehre habe und da es bei Menschen die nicht arbeiten können, auch anders ist. Wie es tatsächlich ist und wie es in meinem Fall aussieht, werde ich hoffentlich in den nächsten Wochen in Erfahrung bringen können. Neben der Suche im Internet werde ich mir auch einen Termin in der Beratungsstelle des Rententrägers holen und einen Termin bei der Dame der Bundesagentur für Arbeit machen, die für mich zuständig ist. Denn die Intergrationsbeauftragte des BBWs hat leider keine Ahnung davon, wie es ist, wenn man nicht in das Berufsleben einsteigen kann. (Das habe ich in diesem Artikel beschrieben.)

Welche Möglichkeiten zu leben & wohen gibt es?

Am meisten beschäftigt mich aber die Frage, wie mein zukünftiges Leben bzw. die Wohnsituation ausehen könnte:

  • leben in einer eigenen Wohnung
    • leben in einer eigenen Wohnung, komplett selbstständig
    • leben in einer eigenen Wohnung, Hilfe durch die Familie (Eltern)
    • leben in einer eigenen Wohnung, Hilfe durch offizielle Dienstleistungen (Pflegedienst, Haushaltshilfe, usw.)
  • leben bei den Eltern und somit Hilfe durch sie
  • leben in einem privaten Wohnprojekt (Mehrgenerationenhaus)
  • leben in einer Einrichtung
    • leben in einer geziehlten Einrichtung, “nur” mit der Hilfe, die man braucht
    • leben in einer geziehlten Einrichtung mit kompletter Hilfe & Betreuung
  • gibt es andere Alternativen?

Aktuell würde ich mir das leben in einer eigenen Wohnung noch komplett zu trauen. Denn was heute nicht geht, kann ich eben morgen machen und durch das aufteilen der Arbeit, kann ich sie erledigen. Doch wenn ich mir anschaue, wie sehr mein Körper zwischen Sommer 2008 und diesem Sommer abgebaut hat, weiß ich nicht, wie lang dies noch so bleiben kann.

Bei meinen Eltern möchte ich ungerne wieder einziehen, denn ich bin eben kein Kind, junger Jugendlicher mehr, der noch das Elterlicheumfeld rund um die Uhr braucht. Es ist mir sehr wichtig, dass ich mein eigenes Leben führen kann, meine eigenen Entscheidungen treffen kann und so selbstständig bleiben kann, wie es meine Erkrankung erlaubt.

Bis jetzt steht nur fest, dass ich vorraussichtlich nicht in Salzgitter bleiben werde – denn hier ist die medizinische Versorgung nicht gegeben und zum anderen kann man ohne Auto hier nichts bzw. nur recht schwer machen. Braunschweig wäre für mich die nächste Stadt, da ich dort auch ohne Auto recht mobil bin und die ärztliche Versorgung ist dort auch gegeben. Zudem wären meine Eltern und die drei verbliebenen Menschen (Maja, DreJu, Marc) recht schnell da. Interesse habe ich weiterhin an der Hansestadt Hambrug. Denn dort ist mein Bund und mein Stamm zu Hause, wodruch ich dann wieder mehr unter Menschen bin und meinem »Hobby« nachgehen könnte. Zudem sind einige liebe, nette Menschen einer sehr guten Rheuma-Community im Norden zu Hause, wodurch man sich dann mit ihnen auch das ein oder andere mal treffen könnte. Medizinisch gibt es in HH auch keine Probleme, da es dort gute Rheumatologen gibt. Nachteil ist jedoch, dass meine Eltern nicht mal eben vorbei kommen könnten, wenn ich Hilfe brauchen würde.

In den kommenden Tagen werde ich mich einmal darüber informieren, was es für Wohnprojekte gibt und vorallem wo es sie gibt und vielleicht werde ich auch die Frage beantworten können, was für mich in Frage kommt. Aktuell ist dies doch eher ungewiss und wie immer nicht ganz einfach. Denn einfach nach HH ziehen, in eine WG ist für mich nicht möglich, ob wohl ich dies sehr gerne machen würde.

Gegenüberstellung der Möglichkeiten

Pro und Contra der Städte bzw. Ortschaften

Wohnen in Engerode (bei den Eltern) Wohnen in Salzgitter Wohnen in Braunschweig Wohnen in Hamburg
Eine Möglichkeit wäre, dass ich wieder bei meinen Eltern einziehe. Was das Leben in Salzgitter mit sich bringt, möchte ich an dieser Stelle berücksichtigen. Die Stadt in Braunschweig bietet schonmal andere Möglichkeiten, als Salzgitter. Und ein Leben in Hamburg ist wieder anders, als Braunschweig.
PRO CONTRA PRO CONTRA PRO CONTRA PRO CONTRA
  • Hile im Alltag
  • Hile im Schub
  • Maja, DreJu, Marc wären vor Ort
  • Kosten für Internet und Telefon-Festnetz könnten geteilt werden
  • Kosten für Lebensmittel könnten geteilt werden
  • anpassen an die Eltern
  • nur ein Zimmer, sonst müssen Küche, Bad geteilt werden
  • Zimmer im ersten Stock
  • nicht behinderten gerecht
  • schlechte ärztliche Versorgung
  • ohne Auto aufgeschmissen
  • mein Bund & Stamm ist nicht vor Ort
  • Freunde aus HH sind nicht vor Ort
  • Familie wäre schnell da, wenn ich Hilfe brauche
  • Maja, DreJu, Marc wären vor Ort
  • schlechte ärztliche Versorgung
  • ohne Auto aufgeschmissen
  • Familie wäre schnell da, wenn ich Hilfe brauche
  • bessere ärztliche Versorgung als in Salzgitter
  • ohne Auto ist man trotzdem mobil
  • Maja, DreJu, Marc wären in der Nähe
  • mein Bund & Stamm ist nicht vor Ort
  • Freunde aus HH sind nicht vor Ort
  • gute ärztliche Versorgung
  • mein Bund & Stamm wären vor Ort
  • Freunde aus HH sind vor Ort
  • Familie nicht in der Nähe
  • Maja, DreJu, Marc nicht in der Nähe

Auch der Versuch die jeweiligen Möglichkeiten gegenüber zu stellen, hat mir bei der Entscheidungsfindung nicht wirklich geholfen. Was habt ihr für Vor- und Nachteile bei den jeweiligen Städten im Kopf?

Pro und Contra der verschiedenen Lebensarten / Lebensformen

Wohnen bei den Eltern betreutes wohnen Hilfe durch Dienstleistungen
Muss ich wohl nicht weiter erklären. Hierbei hat man Hilfe an den Stellen, die man braucht. Hilfe kann man sich auch durch das persöhnliche Budget holen und kann so gewissen Deinstleistungen “kaufen”.
PRO CONTRA PRO CONTRA PRO CONTRA
  • Hile im Alltag
  • Hile im Schub
  • Kosten für Internet und Telefon-Festnetz könnten geteilt werden
  • Kosten für Lebensmittel könnten geteilt werden
  • anpassen an die Eltern
  • nur ein Zimmer, sonst müssen Küche, Bad geteilt werden
  • Zimmer im ersten Stock
  • nicht behinderten gerecht
  • schlechte ärztliche Versorgung
  • ohne Auto aufgeschmissen
  • Hilfe im Alltag
  • Hile im Schub
  • evtl. Kontroll- oder Überwachungswahn wie im BBW
  • evtl. einschränkungen in der Selbstbestimmtheit und in der Selbstständigkeit
  • Anpassung an eine Gemeinschaft
  • evtl. wieder umgeben von Menschen, die sich nicht mal benehmen können
  • Hilfe nur da wo ich sie brauche
  • evtl. keine Hilfe wenn ich sie “ungeplant”, also kurzfristig brauche

Denke diese Auflistung ist auch noch nicht vollständig, aber gerade fallen mir mehr Punkte nicht ein – aber trotzdem bin ich an eurer Meinung interessiert.

Was muss geklärt werden?

In den nächsten Wochen habe ich mir Termine bei den Sozialverbänden gemacht, da ich klären möchte, wie es ab Juni weitergeht. Zuständig sind zwar auch Staatliche Stellen (Bundesagentur für Arbeit, Arge), doch schon den normalen Nachrichten kann man entnehmen, dass jene oft Bescheide falsch ausstellen. Wenn man beginnt sich mit dieser Thematik auseinander zusetzten, dann bekommt man noch viel deutlicher mit, dass die “Ämter” nicht so recht wissen, was man alles für Möglichkeiten hat und was nicht. Doch der Punkt “was steht mir zu” ist nicht der einzige, weshalb ich mich an die Sozialverbände wende. Leistungsempfänger werden sehr häufig mit 1-Euro-Jobs belegt, was für mich leider nicht wirklich in Frage kommt, auf Grund meiner Erkrankung (dann könnte ich ja auch normal arbeiten). Davor möchte ich mich schützen und da muss einfach geschaut werden, wie man über dieses Thema mit den Sachbearbeitern spricht, damit die nicht den Eindruck des “verweigern” bekommen. Auch erhoffe ich mir Informationen darüber, wie das mit der “Feststellung der Erwerbsunfähigkeit” läuft. Denn im World-Wide-Web sind sehr viele Informationen leider veraltet (es gab ja in den letzten Monaten viele Gesetztes änderungen) oder sie belaufen sich auf Erfahrungen von Menschen, die aber erst im normalen Berufsleben standen, dann erkrankt sind und wo man die Erwerbsunfähigkeit schon an den Krankschreibungen der Ärzte messen konnte. Als letztes und für mich vielleicht auch am wichtigsten ist die Sache mit der eigenen Wohnung. Gerne möchte ich nach Abschluss der Ausbildung ausziehen, doch ob mir eine Wohnung bzw. Zimmer zusteht und in wie fern meine Eltern noch Unterhaltspflichtig sind, muss geklärt werden. All die Punkte habe ich versucht in Kategorien einzuteilen und habe mir eine “Stichwortliste” erstellt, damit ich bei den Gesprächen nichts vergesse:

Wohn- und Lebenssituation

  • Steht mir eine Wohnung bzw. Zimmer zu?
  • Wie groß darf jenes sein?
  • Wie teuer darf jenes sein?
  • Müssen meine Eltern dafür aufkommen?
    • Wenn ja, wie lange?
    • Wenn ja, bis zu welchem Betrag?
  • Welche Unterstützung bzw. Hilfe kann es geben?
    • Hilfe für das selbstständige / alleinige Leben durch
      • Haushaltshilfe
      • pflegerische Hilfe
    • Wie kann bzw. muss diese Hilfe finanziert werden?
      • Krankenkasse
      • Pflegegeldkasse
    • Gibt es Wohn- oder Lebensprojekte die mir helfen können?
      • Mehr-Generationen-Projekte
      • alternative Kommune
      • Wohngemeinschaften
      • Etwas in der Richtung betreutes Wohnen
    • Gibt es diese Unterstützung nur permanennt oder auch “auf bedarf”, was mir lieber wäre.
    • Mir ist dabei wichtig:
      • eigener Lebensraum
      • erhalt der Selbstbestimmung
      • erhalt der Selbstständigkeit
      • Untertsützung / Hilfe nur dann, wenn ich sie brauche, also noch nicht permanennt
      • kein Überwachungs- bzw. Kontrollwahn wie es zurzeit im Internat des Berufsbildungswerkes der Fall ist
      • nicht ständig von Menschen umgeben sein, die selbst Probleme haben (das hört sich für außenstehende vielleicht hart an, aber das was ich hier im BBW erleben musste, möchte ich nicht nochmal haben)

Finanzen

  • Welche Gelder stehen mir zu?
  • Wie hoch sind sie?
  • Was muss davon bezahlt werden? Garantiert die Sachen des normalen Alltags wie zum Beispiel Lebensmittel, Getränke, Kleidung usw. doch was ist mit der Miete und den Nebenkosten (Strom, Wasser)?
  • Sind meine Eltern oder gar meine Schwester Unterhaltspflichtig?
    • Wenn ja, bis zu welchem Alter?
    • Wenn ja, bis zu welchem Betrag?

Bürokratie… Behörden… Ämter…

  • Was muss beantragt werden?
    • Hartz IV
    • Erwerbsunfähigkeit
    • “EU-Rente”
  • Wo muss das beantragt werden?
  • Gibt es Fristen, an die ich mich halten muss?
  • Wie wird die Erwerbsunfähigkeit festgestellt?

meine Ziele

  • eigener Lebensraum (Wohnung, Zimmer)
  • nach der Erkrankung leben können
    • Morgens aufstehen, wenn der Körper soweit ist, da dadurch das Schmerzlevel sinkt.
    • Mir Ruhe- und Außzeiten nehmen können, wenn mein Körper sie braucht, was leider sehr oft der Fall ist.
  • Unterstützung, Hilfe nur da, wo ich sie brauche und mir selbst hole

Quellen und interessante Links

Bei meiner Suche nach Informationen zu diesem großen Themengebiet werde ich sicherlich auf einige interessante Internetseiten treffen, die ich an dieser Stelle sammeln möchte:

  • Allgemines zu diesem Thema
    • Diskussion im Rheuma-Treffpunkt.de zu diesem Thema. (Man muss registriert sein, um den Inhalt lesen zu dürfen.)
    • x
  • Sozialverbände
  • Wohn- & Lebensprojekte
    • x
  • Informationen der Städte und Gemeinden
    • x
  • Gesetzte, Vorschriften, Regelungen zu diesem Thema (Ab wann steht einem eine Wohnung zu? Welche Hilfestellung(en) bietet das Soziale-System?)
    • x
  • andere Internetseiten, die zum diesem Thema passen
    • x

ein Fazit?

Wie es bei mir im Sommer 2010 weiter gehen wird, ist im Moment (05.02.2010) noch unbekannt und hängt von einigen Faktoren ab, wie zum Beispiel meinem gesundheitlichen Zustand und auch durch die Möglichkeiten, die einem die Behörden geben. Aktuell ist dieses Thema zwar interessant für mich, aber es ist auch deprimierend, da es mal wieder nicht einfach ist. Denn wie ich bereits geschrieben habe, kann ich nicht mal eben in eine WG in meine Lieblingsstadt ziehen. Doch vielleicht hat die eine / der andere von euch noch eine gute Idee zu dieser Thematik oder hat eine Sichtweise, die ich noch nicht berücksichtigt habe, dann würde ich mich sehr freuen, wenn ihr mir jene mitteilt. Auf jedenfall werde ich in diesem Artikel dokumentieren, was ich in erfahrung bringen kann.

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Hallo Du,
erstmal vielen Dank, dass Du ein Kommentar zu einem meiner Inhalte schreibst. An Feedback bin ich immer interessiert, denn nur durch ihn kann ich die Inhalte in meinem Blog verbessern und zudem ist der Austausch zu Menschen immer was positives für mich. Durch mein Blog bin ich kein annonymer Mensch für Dich, daher wäre es fair, wenn Du auch sagst, wer Du bist. (Wenn Du dies nicht öffentlich machen möchtest, so gib bitte eine gültige E-Mail Adrsse an, denn jene wird nicht veröffentlicht, ist aber für mich einsehbar und bei einem Anliegen auch Kontakt mit Dir aufnehmen.) Sieh es am besten wie einen Leserbrief in einer Zeitung - die sind in der Regel auch nicht annonym.

Vielen Dank für dein Verständnis,
Muckel (Tobias)

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