Muckels Tagebuch

aus dem Leben geschrieben

 
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Verfasst von Muckel.

Reha 2012 in Bad Eilsen – die ersten Tage

Guten Abend Welt,

vor vier Tagen, am Donnerstag Morgen, habe ich meine Rehabilitationsmaßnahme im Rehazentrum Bad Eilsen angetrehten. Vor 2,5 Jahren war ich bereits in dieser Reha-Klinik, doch 2009 im Sommer. Mit diesem und weiteren Artikeln möchte ich meine Reha ein wenig dokumentieren. Grund dafür ist, dass es immer wieder andere Rheumatiker gibt, die wissen möchten wie eine Reha abläuft, doch das alleine ist nicht der Grund. Für mich selbst ist dies eine Möglichkeit Erlebnisse festzuhalten, denen ich ggf. nach gehen möchte. Auch kann ich mir so ein wenig die Zeit vertreiben.

An dieser Stelle möchte ich noch ausdrücklich darauf hinweisen, dass dies hier lediglich meine alleinigen Empfindungen und Erlebnisse sind. Bei jedem kann so eine Reha anders verlaufen und auch der Kontakt zu Ärzten und dem übrigend Personal nimmt jeder unterschiedlich war. Bitte beachtet das immer.

der erste Tag – mit einem Arztgespräch

Wie bereits erwähnt, habe ich meine Reha am Donnerstag, d. 2.2.2012 angetrehten. Die Anreise war für 9:30 Uhr geplant. An meinem zu Hause musste ich Morgens um kurz vor 7 aufbrechen, damit die über 100 Kilometer auch pünktlich absolviert werden konnten. Glück hatte ich, da mich meine Eltern mit dem Auto gebracht haben und ich so nicht mit Gepäck im Zug unterwegs sein musste. Trotzdem begann der Tag für mich um 5 Uhr Morgens.

Ohne Hindernisse haben wir die Fahrt hinteruns gebracht und so war ich schon einige Minuten eher als geplant in Bad Eilsen am Rehazentrum. Als erstes musste ich mich am Tresen im Haupteingang melden. Dort wurde mir einmal das Rauchverbot als Schreiben vorgelegt und ein kleiner Fragebogen, in dem ich ausfüllen musste, ob ich mit dem Zug oder Auto angereist bin und bei dem Auto musste ich noch die Kilometer angeben. Nachdem ich beides Unterschrieben hatte, bekam ich eine Info-Mappe und konnte dann zu dem »Brunnenhof« gehen, dem Gebäude, in dem mein Zimmer ist.

Doch bevor ich auf das Zimmer gehen konnte, musste ich mich in der sogenannten »Pflegezentrale« melden, wo die Krankenschwestern sind. Von denen bekam ich noch einen Fragebogen und einen kleinen Plan mit den Terminen für die ersten beiden Tage. Auf dem Zimmer angekommen habe ich meine Eltern verabschieded, da für mich das »Programm« direkt los ging. Noch bevor ich meine Koffer auspacken konnte, musste ich den Fragebogen ausfüllen und mich bei einer Schwester für die Aufnahme melden. Da ich manches zwei mal lesen muss und auch einen Moment brauchte, bis ich den Ordner mit meiner Krankenakte ausgepackt hatte, klingelte schon das Zimmer-Telefon, da ich wie bereits geschrieben, zu der Aufnahme-Schwester sollte.

erster medizinischer Kontakt

Bei ihr angekommen habe ich als erstes einen Art Rucksacke oder besser gesagt Beutel bekommen, als GGeschenk, da ich nun schon das 2. mal in dem Rehazentrum Bad Eilsen bin. Die Schwester hat bei mir den Blutdruck gemessen, das Gewicht und die Größe notiert und direkt im Anschluss ging es eine Etage tiefer, zu dem Bereich wo die Stationsärzte ihre Zimmer haben. Es folgte ohne Pause die Aufnahmeuntersuchung durch die Ärztin.

Erwähnenswert ist nur, dass ich zum ersten mal bei einem normalen Arzt die Kraft meiner Hände messen sollte. Aus dem Schrank holte die Ärztin ein Art Gerät, an dessen Ende ein Ball war. Den musste ich so kräftig wie möglich drücken, damit die Messamatur anzeigen konnte, wie hoch der Druck war. Ob ich messbar weniger Kraft habe, weiß ich nicht, da mir die Frage darauf nicht wirklich beantwortet wurde. Meiner vermutung nach lag das wiederum an der sprachlichen Schwierigkeit zwischen der Ärztin und mir. Denn sie hat einen osteuropäischen Akzent. Mich stört das überhaupt nicht und auch nicht aus welcher Nation, von welchem Kontinent ein Mensch kommt oder irgendelche anderen Merkmale, die manche Menschen als unterscheidung auffassen.

Leider habe ich aber das Gefühl, dass die Ärztin manchmal nicht so ganz verstand was ich meinte. Besonders deutlich wurde es, als sie meine Hände, genauer gesagt Finger- und Handgelenke untersuchte. Beide Handgelenke sind sehr eingeschränkt in ihrer beweglichkeit und sind sehr steif. Dazu sagte die Ärztin nur, dass die »Muskulatur« abgebaut hätte.

  • Gibt es einen Muskel oder mehrere am Handgelenk?
  • Wie kann ein Arzt das beurteilen, wenn sie/er den Zustand nicht schon früher, also zum Beispiel vor zwei, drei Jahren kannte?
  • Könnte man an dieser Stelle überhaupt Muskelaufbau betreiben?

Bis lang ist mir nicht bekannt, dass es Muskeln am Handgelenk gibt. Sehen sind mir bekannt und das es Muskeln am Ober- und Unterarm gibt – aber am Handgelenk? Am Montag ist wieder Visite, bei der dann wohl auch der Oberarzt ist und ich hoffe, dass dies dann geklärt werden kann.

der restliche Tag

Nachdem ich das Mittagessen zumir genommen habe, hatte ich endlich Zeit meine Koffer auszupacken. Am Abend gab es dann noch einen Termin, bei dem der »persönliche Reha-Begleiter« ausgegeben und erklärt wurde, wie auch ein paar Sachen, die für die Station wichtig sind. So zum Beispiel das man sich am Wochenende bis 11 Uhr in eine Liste eintragen muss, damit die Schwestern wissen, dass es einen noch gibt.

Müde und erschöpft habe ich mich danach schlafen gelegt, da der kommende Tag früh begann.

der zweite Tag – Rundgang und »Ziele in der Rehabilitation«

Wie schon am »Anreisetag« musste ich wieder früh aufstehen, da mir um 6:05 Uhr Blut abgenommen werden sollte. Dort waren auch die anderen »Neuankömmlinge«, so dass wir danach mehr oder weniger geschlossen zum Frühstück gingen. Am weiteren Vormittag gab es den Termin »Patientenbegleitung«. Wir trafen uns im »Fürstenhof« vor einem Seminarraum und wurde dann aufgeteilt nach den Häusern, in denen wir untergebracht sind. So wurden die Gruppen für den folgenden Rundgang kleiner.

Das Rehazentrum Bad Eilsen besteht aus 6 Gebäuden, die durch Anbauten, Fluren mit einander verbunden sind. Mann muss also nicht in’s Freie, wenn man alle Bereiche aufsuchen muss. Genau das war auch das erste Thema, da uns via Tageslichtprojektor ein Plan gezeigt wurde. Die Dame erklärte dann auch, wie man sich zurecht finden kann. Jeder Bereich hat eine Zahl und Farbe, sowie einen Namen:

  1. Julianenhof, rot
  2. Therapiezentrum, blau (hell)
  3. Kurmittelhaus, orange
  4. Fürstenhof, gelb
  5. Quellenhof, grün
  6. Brunnenhof, blau (dunkel) oder ein dunkles violett

Alle Gebäude dessen Namen auf Hof endet sind Unterkünfte für die Patienten, mit Ausnahme des Julianenhofes. In ihm ist im Erdgeschoss der Haupteingang, Speißesaal und ein paar andere Räumlichkeiten. Doch in den oberen Stockwerken sind eben Patienten untergebracht.

Jeder Raum hat eine Nummer. Diese Raumnummern sind nach dem gleichen Schema zusammen gesetzt. Die erste Ziffer ist das Gebäude, die zweite Ziffer das Stockwerk und die letzten beiden Ziffern das Zimmer oder der Raum.

Das finde ich sehr gut, da anhand der Farben, Namen und Zahlen jeder die Möglichkeit hat, sich in dem verwinkelten Bau zurecht zufinden. Zudem ist der Übersichtsplan auch hinten auf dem »persönlichen Reha-Begleiter« gedruckt, den man zu jeder Anwendung, Termin mitnehmen muss.

Nach dieser Erklärung folgte ein Rundgang, so dass jeder einmal sehen konnte, wo sich die einzelnen wichtigen Bereiche befinden. Für mich selbst war das ziemlich anstrengend. Nicht von der Entfernung, sondern weil immer wieder stehen geblieben wurde, damit die Dame Einzelheiten erklären konnte.

Zum Glück hatten wir nach diesem Termin etwas Zeit. Es folgte darauf nur das Mittagessen.

»Ziele in der Rehabilitation«

Zu dem standard Programm gehört auch, dass die Ärztin (Leiterin des medizinischen Bereiches) eine Art Begrüßungsansprache hielt. Erwähnenswert sind davon nur zwei Sachen. Mir gefiel es, dass die Ärztin deutlich sagte, dass eine Reha eben keine Kur mehr ist und auch kein Urlaub dastellt. Sie verwies darauf, dass es immer wieder Patientinnen und Patienten gibt, die tagsüber nichts können, aber jeden Abend in dem nahen Lokal Tanzen und Feiern können. Doch sie sagte auch, dass man zwar soziale Kontakte ruhig nutzen sollte nd auch den Austausch mit anderen Patienten in der Reha, doch das man es eben nicht übertreiben darf. Diese sichtweise sagt mir zu. Denn wer wirklich deutlich krank ist, hat nicht die Kraft um Abends noch wild feiern zu können.

Leider sagte die Ärztin auch etwas, was mir nicht zusagte. Es ging darum, dass manche eben zu ersten mal eine Reha machen und andere eben schon mehrere absolviert haben. Dazu sagte sie, dass manche Erkrankungen eben chronisch werden und man damit dann mehrere Jahre zu tun hat. Nachdem sie einige Erkrankungen aufgeführt hat und fragte, wer in der Runde die hat, sagte sie:

»mit chronischen Erkrankungen
läuft man 20 oder 30 Jahre rum«

Diese Aussage mag in sofern stimmen, dass sehr viele Patienten die 50 überschritten haben. Doch für die wenigen jungen Patienten finde ich eine solche Formulierung sch*. Im Sommer werde ich 26 Jahre alt. Somit dürfte ich nach der Rechnung der Ärztin nur 56 Jahre alt werden.

Sicherlich ist das eine Kleinigkeit und sicherlich nicht so gemeint, doch das wir “jungen Patienten” in einer Rehaklinik die Orthopädie macht in der Minderheit sind, schlecht gewählt.

ein sehr langer Tag

Der zweite Tag war für mich sehr lang. Um 6:05 Uhr musste ich wie bereits erwähnt zum Blutabnehmen. Um 20:00 Uhr hatte ich die letzte Anwendung. HydroJet dauerte zwar nur 20 Minuten und ist sehr angenehm, doch trotzdem hatte ich somit einen 14 Stunden Tag, was ich bestimmt nicht nochmal mit mache.

Bleibt mein Therapieplan für die kommende Woche so, wie ich ihn Samstag bekommen habe, wird es keine solch langen Tage geben, da ich die letzten Anwendungen zwischen 13 und 15 Uhr haben werde. Bleibt zu hoffen, dass es keine Änderungen gibt, die die Tage verlängern.

das erste Wochenende

Für mich verlief das erste Wochenende sehr ruhig. Bis auf die Mahlzeiten und am Sonntag einmal HydroJet hatte ich keine Anwendungen.

Übersicht der Artikel

Zu meiner Reha 2012 in Bad Eilsen gibt es mehrere Artikel, die ich euch an dieser Stelle Verlinke, damit ihr die Artikel leichter finden könnt:

  1. Reha 2012 in Bad Eilsen – die ersten Tage
  2. Übersicht der Anwendungen
  3. die erste Woche der Reha ist vorbei

Fragen können jeder Zeit gestellt werden, gerne auch als E-Mail an mich, wenn sie niemand sonst wissen soll.

Daten: Verfasst von Muckel, am 5. Februar 2012, um 19:45 Uhr.
Abgelegt unter: Gesundheit, Reha 2012, Rehabilitationsmaßnahmen, Rheuma
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Kommentare: Es wurden 3 Kommentare geschrieben.

Kommentare und Reaktionen

Kommentare

Es gibt 3 Kommentare zu diesem Artikel.

  1. Claudia sagt:

    Hallo Tobias!

    Ich habe eben, aus eigenem Intresse, da dass Rheuma ja auch in meiner Krankheit (Psoriasis) eine Rolle spielt, deine Berichte aus der Rehaklinik gelesen. Kleiner Tip am Rande, schreibe nach dem Abschluss deines Aufenthaltes einen Ausführlichen Beschwerdebrief an die DRV und deine Krankenkasse. Denn es kann ja nicht sein, wie du auch schon sagst, dass eine Fachklinik für Orthopädie und Rheumatologie keine Hilfsmittel hat wie z.B. Wannenlifte.

    Die Frühen Zeiten für Labor/Frühstück finde ich auch übertrieben, vorallem in einer Rehaklinik. Bei meinem Aufenthalt in dem Akutkrankenhaus Hersbruck fand Labor ab 7.15Uhr und Frühstück ab 7:30Uhr statt. Also Kopf hoch, notier dir was nicht geht und so, und verfass einen Ordentlichen Beschwerdebrief, idealerweise mit hilfe einer Selbsthilfegruppe. Hannover ist ja um einiges größer als meine Heimatstadt, daher nehm ich stark an, dass ihr sowas habt?

    Was ich mich auch frage, ist ob du den gegen die Klinikwahl widerspruch eingelegt hattest? Weil du hast ja als Patient Klinikwahlrecht.

    Lass den Kopf nicht hängen, es kommen auch bessere Tage und Kliniken!
    Beim nächsten mal fahren wir einfach zusammen, und nehmen noch eine dritte Person mit, die sich mit ähnlichem mist rumplagt wie wir.

    liebe grüße
    Claudia

  2. Muckel sagt:

    Liebe Albi,

    Kritik hatte ich auch schon geäußert, als ich im Sommer 2009 schon hier war, doch gehört wird jene nicht. Zudem bin ich mir sicher, dass die mindestens 1 Hilfsmittel in dem Bereich haben, es nur nicht nutzen, da dadurch der Zeitplan nicht einzuhalten wäre.

    Den Wiederspruch hätte ich sehr gerne eingelegt. Doch das konnte ich nicht. Die Reha habe ich beantragt, da ich seit letztem Jahr krankgeschrieben bin und meine Krankenkasse mich dazu aufgefordert hat. Gegenüber der Krankenkasse habe ich eine Mitwirkungspflicht. Die Reha ist aber eine Leistung vom Rententräger.

    Mein Widerspruch hätte sich zwar nicht gegen eine Reha gerichtet, sondern nur gegen die Rehaklinik, aber trotzdem konnte mir keiner Auskunft geben, ob ich damit meine Mitwirkungspflicht verletze.

    Auf grund dieser offenen Frage habe ich keinen Wiederspruch eingelegt. Denn auf das Krankengeld kann ich nicht verzichten.

    In meiner Heimat gibt es zwar eine Gruppe der Rheumaliga, doch die sind in solchen Sachen nicht so fit. In Hannover wäre das anders, aber dort war ich nur 3 Jahre wegen meiner Ausbildung. Dafür war ich bei dem SoVD, doch die hatten keine ahnung wie das mit der Mitwirkungspflicht ist und damit die überhaupt ihren Standard-Wiederspruch mit meinen Daten ausfüllen, hätte ich 50€ zahlen müssen, zu züglich den 5,-/Monat.

    Dokumentiert sind die Anwendungspläne. Doch schreiben werde ich dem Rententräger oder der Krankenkasse nicht. Zur Zeit habe ich genügend andere Sachen die anstehen und davon abgesehen würde sich nur etwas ändern, wenn mehrere Menschen aktiv werden oder die Medien dieses Thema aufgreifen. Zudem steht dann meine Aussage gegen über der Ärztin, dem Oberarzt und der Angestellten, die das Bad “betreut” hat.

    Wenn Du bzgl. Rheuma fragen hast, kannst Du sie gerne stellen. Ansonsten kann ich Dir die http://www.rheuma-insel.de empfehlen, wenn Du mit anderen in Kontakt trehten möchtest. Artikel zu den verschiedenen Diagnosen und Medikamenten findest Du unter http://www.rheuma-online.de die Artikel wurden/werden von einem Rheumatologen unterstützt, die Community finde ich bei der Insel besser.

    Liebe Grüße
    Muckel

  3. Claudia sagt:

    hey muckel,

    du hast grundsätzlich ein freies Klinikwahlrecht, ganz gleich, wer der Kostenträger ist. Wenn du magst, such ich dir mal aus dem Pso-netz dazu Infos raus.

    gruß
    albi

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