Muckels Tagebuch

aus dem Leben geschrieben

 

Artikel zum Schlagwort Annastift Leben und Lernen gGmbH Bereich Berufsbildungswerk

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Verfasst von Muckel.

integration im Berufsbildungswerk

seit dem Sommer 2007 befinde ich mich in der Ausbildung zum IT-Systemelektroniker. Die Ausbildung läuft bei mir über eine Rehamaßnahme der Bundesagentur für Arbeit, da ich durch meine Erkrankung keinen Ausbildungsplatz auf dem freien Markt bekommen habe. Durchgeführt wird die Ausbildung in einem Berufsbildungswerk. Jene Einrichtungen haben die Aufgabe übernommen, jungen Menschen eine (Erst-)Ausbildung zukommen zu lassen, damit die Teilhabe am Berufsleben gefährleistet ist. Die deutsche Wikipedia beschreibt dies so:

“Berufsbildungswerke (BBW) sind Einrichtungen der beruflichen Ausbildung,
die der Erstausbildung und Berufsvorbereitung körperlich, psychisch beeinträchtigter
und benachteiligter junger Menschen dienen.”

Kurz um, ich befinde mich in einer Einrichtung, in dem die meisten Menschen ein Handicap haben. Einige haben nur körperliche Einschränkungen, andere haben mit ihrer Entwicklung oder ihrem Verhalten Probleme. Nun kommt es immer wieder mal vor, dass es einige nicht schaffen die Ausbildung zu beenden oder sie können nach der Ausbildung nicht in das Berufsleben einsteigen, da sie zum Beispiel als Berufsunfähigkeits krank eingestuft werden. Da dies hier zum “Tages Geschäft” gehört, sollte man meinen, dass eine Integrations-Beauftragte auch weiß, was man tun muss, wenn man nach erfolgreicher Ausbildung nicht arbeiten kann.

Doch dem ist leider nicht so. Heute hatten wir eine Pflichtveranstaltung. Jene hatte das Ziel den Rehabilitanten, also uns Azubis, zu vermitteln, was wir zum Ende der Ausbildung alles erledigen müssen. Für mich persöhnlich war diese Veranstaltung überflüssig, da es bekannt ist, dass man sich Arbeitssuchend melden muss, dass man sich bei Firmen bewerben muss, doch einige wussten dies nicht. Für diese Personen war diese Pflichtveranstaltung auch sinnvoll und den Ablauf, den wir bekommen haben, auch:

  • Januar 2010 Prüfungsvorbereitung (bei uns IT-Systemelektroniker beginnt dies schon jetzt, da wir u.a. ein Abschlussprojekt machen müssen und jenes muss im Januar schon bei der IHK eingereicht werden)
  • März 2010 Bewerbungsbeginn
    • Bewerbungsschreiben überprüfen
    • Training von Vorstellungsgesprächen
    • Stellensuche
  • im April 2010
    • bei der Bundesagentur für Arbeit Arbeitssuchend melden
    • Informationsveranstaltung mit der Bundesagentur für Arbeit im Berufsbildungswerk
    • Bundesagentur für Arbeit führt Beratungstermine durch
    • Infoprofile werden mit dem Ausbilder erarbeitet und an die Bundesagentur für Arbeit weitergeleitet
    • das Berufsbildungswerk erstellt Zwischenzeugnisse über die Ausbildung
  • Mai 2010 Zeitarbeitsfimenmesse (Dies sehe ich sehr kritisch. Denn eigentlich sollte nach der Ausbildung doch ein normales Beschäftigungsverhältnis anstehen und keine Zeitarbeit, in der man sehr häufig ausgebeutet wird. Aber das Berufsbildungswerk in dem ich bin sieht es als Chance an, das man ja angeblich durch die Zeitarbeit in ein festes Arbeitsverhältnis kommen würde – doch die meisten Statistiken sagen leider etwas anderes aus.)
  • Juni 2010
    • Arbeitsbescheinigung wird ausgehändigt
    • eventuell muss mit dem Job-Center Kontakt aufgenommen werden
      • eventuell aufstockendes ALG II beantragen
  • Juli 2010
    • wenn bestanden und wenn man keine Anschlussstelle, dann sofort bei der Bundesagentur für Arbeit arbeitslos melden

Dieser Plan setzt aber vorraus, dass man nach der Ausbildung auch in die Arbeitswelt einsteigen kann. Dies sollte ja auch das Ziel sein, da sonst die ganze Ausbildung überflüssig ist. Bei mir gibt es aber leider das Problem, dass ich vermutlich nicht in die Berufswelt einsteigen kann. Bei der Präsentation heute habe ich extra bis zum Ende gewartet, um die Dame die für die Integration verantwortlich ist, nicht vor zu führen oder ähnliches. Ihr habe ich kurz berichtet, dass auf mich vermutlich die Umgangssprachliche “EU-Rente”, als die Berufsunfähigkeit durch Krankheit zu kommt. Doch meine Frage, wie das in so einem Fall läuft, wo ich mich melden müsste und was ich alles beantragen muss, konnte Sie mir leider nicht beantworten.

Mich wunder das mal wieder, denn solche Probleme tauchen hier im Haus öfter auf und da die Dame für all sowas zuständig ist, hatte ich erwartet, dass sie mir auch jenes beantworten kann. Aber ich falle wohl mal wieder durch das Raster und bin ein “Einzelfall”, denn die Intergrationsbeauftragte konnte mir keine Auskunft geben und meinte nur, dass sie sich selbst schlau machen müsste.

Es ist schön, dass ich selbst in so einer Einrichtung mal wieder nicht dem “standard” entspreche und durch das “Raster” falle… Es hätte zur abwechslung ja auch mal einfach sein können.

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Verfasst von Muckel.

neues von der Ausbildung

seit einer guten Woche bin ich nun wieder in der Ausbildung, nachdem ich meine Reha und den Krankenhausaufenthalt hintermich gebracht habe. Es ist jetzt endlich das dritte und letzte Lehrjahr und schon am Anfang gibt es wieder Probleme. Meine Ausbildung wird in einem Berufsbildungswerk durch geführt und von der Rehaberatung der Bundesagenturen für Arbeit, also aus dem “Sozialen Netz” finanziert.

“Berufsbildungswerke (BBW) sind Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation, die der Erstausbildung und Berufsvorbereitung körperlich, psychisch beeinträchtigter und benachteiligter junger Menschen dienen. Getragen werden Berufsbildungswerke in der Regel von gemeinnützigen Organisationen wie Caritas, Christliches Jugenddorfwerk Deutschlands, Kolping, Diakonisches Werk oder die Josefs-Gesellschaft. Finanziert werden die Berufsbildungswerke hauptsächlich durch die Bundesagentur für Arbeit.” (aus der Wikipedia)

Somit soll man in diesen Einrichtungen eine Förderung zu Teilhabe am Berufsleben bekommen. In meinem Fall heißt das, dass ich die Physiotherapie in Anspruch nehme und man es hier leichter hat, wenn man Arzttermine wahrnehmen muss. Bis lang wurde das Rezept für die Physiotherapie von den Ärztlichen Dienst ausgestellt und ich konnte bis zu viermal die Woche diese “Leistung” wahrnehmen. Für mich als Rheumatiker ist es sehr gut, dass ich so viel Physiotherapie bekommen habe, da ich so der Versteifung meiner Gelenke vorbeugen konnte und es sich auch auf die Schmerzen positiv ausgewirkt hatte.

Doch der Arzt des Ärztlichen Dienstes hat nun wohl eine rezession bekommen, wie einem unter der Hand erzählt wird. Folge dieser Nachzahlungen ist, dass die Rezepte nun nicht mehr so “großzügig” ausgestellt werden. Obwohl ich nun die zweite Woche wieder im Hause bin, hat meine Physiotherapeutin leider noch kein Rezept erhalten. Da dies aber meine einzige direkte Förderung ist, die ich hier in Anspruch nehme, fehlt nun die Förderung.

Wie sich das lösen lässt, ist zurzeit noch unklar. Am Freitag habe ich einen Termin bei meiner Schmerztherapeutin, die dann evtl. Rezepte für die Physiotherapie ausstellen kann. Doch wahrscheinlich werde ich dann nicht mehr so oft Krankengymnastik haben, was aber ein Nachteil für mich ist.

Ausbildung 2.0

Doch die fehlende Krankengymnastik ist nicht das einzige Problem. In unserem Teilbereich der Elektronikausbildung ist unser Ausbilder mit seinem Fachwissen alleine da. Denn die anderen drei Ausbilder haben von Computern und Netzwerken nicht so den durchblick. Gestern hatte unser Ausbilder einen Tag Urlaub genommen und wir hatten im Vorfeld aufgaben zum bearbeiten bekommen (üben für die Abschlussprüfung). Wäre aber etwas gewesen, wäre niemand da, der uns hätte Fachlich weiterhelfen können. Natürlich gibt es einen Fachgruppenleiter der Entscheidungen trifft, doch mehr ist da leider nicht zu erwarten.

Unser Ausbilder geht in Rente bzw. in den passiven Teil der Altersteilzeit, wenn mein Ausbildungsjahr Abschlussprüfung hatte. Bis jetzt fehlt auch ein Nachfolger, der in diese gewachsene IT-Strucktur eingearbeitet werden soll. Wenn der wechsel dann da ist, hat das aktuelle zweite Lehrjahr einen kleinen Nachteil: denn sie können dann nicht mehr auf sein Wissen zurück greifen.

Aber anscheinend ist der Kostenfaktor wohl wichtiger, als eine vernüftige und hochwertige Ausbildung.

andere Ausbilder…

… meinen manchmal, dass sie ahnung von Computern, Laptops und so weiter haben, obwohl sie sich das nur selbst angeeignet haben und nicht täglich damit arbeiten. Zu uns kam heute ein Ausbilder der sich sonst um die EGES-Leute (Elektroniker für Geräte und Systeme) kümmert und wollte gerne die “Mechanik” an einem HP-Laptop repariert haben. Denn der “Klapp-Mechanismus” der den Bildschirm “festhalten” soll war sehr locker. Der Ausbilder meinte nun, dass wir das Gerät aufschrauben sollten und diese Problem lösen sollten.

An sich spricht da ja auch nichts gegen, bis auf die tatsache, dass wir hier noch nicht Hardware mäßig an Laptops gearbeitet haben. Zum anderen habe ich ein Problem in dem plastik Gehäuse gesehen. Denn meistens sind jene so gearbeitet, dass man “nur” an die “austauschfähigen” Komponenten wie zum Beispiel Akku, Festplatte, Netzteil, RAM usw. kommt. Die meisten Laptops haben einen wirtschaftlichen total Schaden, wenn man dort so einen Fehler behoben will – sollte man noch Garantie haben, so bekommt man i.d.R. ein neues Gerät. Denn solch eine Mechanik ist eingeschlossen von dem Plastikgehäuse und jenes hat meisten Soll-Bruch-Stellen, wobei es kaum noch hält, wenn man es schließlich wieder zusammensetzten möchte.

Dem besagten Ausbilder habe ich das auch erklärt und meinte, dass ich es aus diesen Gründen nicht machen würde. Doch sachich konnte man mit dem Ausbilder nicht weiter reden, da er unseren Raum beleidigt verlassen hat und nur meinte “(…) ja ist schon gut, lass mal sein (…)”. Es ist armsählig, dass man hier nicht mal mit allen Ausbildern sachlich das Für und Wider von einigen Sachen besprechen kann.

Aber das bestätigt nur mal wieder, dass man als Auszubildender in dieser Einrichtung sehr oft als “minderwertig” angesehen wird. Zum Glück kann mein direkter Ausbilder das differenzieren, aber sehr viele Ausbilder, Betreuer und andere Angestellte in diesem Haus können das nicht und haben schon ein vorgefertigte, negative Meinung und haltung zu einem.

Es ist nicht verwunderlich, dass man sich dann fragt, weiso man die Ausbildung eigentlich noch weiter macht. Die Ärzte der unterschiedlichsten Fachrichtungen und Praxen bzw. Kliniken sagen einem, dass es für meine Grunderkrankung besser sei, wenn ich sie abbrechen würde. Selbst merkt man auch, dass es besser ist, wenn man nicht jeden Morgen sich mit Schmerzen aus dem Bett quälen muss und nicht diesen “druck” hat. Dann sitzt man mit all diesen zusätlichen Problemen in der Ausbildung und muss sich dann noch mit solchen Ausbildern auseinander setzten… Da fragt man sich wirklich, weshalb man das noch mit macht und findet keine wirklich überzeugende Antwort.

Daten: Verfasst von Muckel, am 4. Mai 2010, um 7:46 Uhr.
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das Berufsbildungswerk in Bildern

Am 1. Mai war ich auf keiner Kundgebung, Demo oder ähnliches und das obwohl ich dieses Jahr einmal in Hannover war. Der Grund dafür ist meine ach so gute Gesundheit, wie ihr euch sicherlich denken könnt. Denn noch habe ich diesen sonnigen Tag ein wenig genutzt, um mit meiner Canon EOS 400D ein paar Bilder der Einrichtung zu machen, in der ich seit August 2007 untergebracht bin.

Diese Bildersammlung ist noch nicht vollständig. Ich möchte sie noch durch Bilder meines Zimmers ergänzen und evtl. auch der Räumlichkeiten, in denen wir ausgebildet werden. Zudem würde dann noch der Eingangsbereich und der Speißesaal dazu kommen, wenn ich dazu noch die Möglichkeit habe, doch das werden die nächsten Wochen zeigen. Im Anschluss an dieser “Bilderserie” möchte ich das ganze mit einer Karte ergänzen und auch eine Skizze oder Raumplan des Zimmers mit Vorraum und Gemeinschaftstoilette & Dusche zeigen.

Grund für all dies ist, dass ich nicht nur erzählen möchte, wie ich hier lebe, sondern es dann auch endlich mal zeigen kann. Denn Bilder sagen oft mehr als Worte und vorallem kann die »Welt« dann sehen, wie viel Platz uns hier zusteht. Okai, ich habe um mein Einzelzimmer gekämpft und kann mich daher nicht beklagen, doch dieses Zimmer muss man sich eigentlich zuzweit teilen. Im schlechtesten Fall hat man die Toilette & Dusche dann für vier Personen, doch auch da habe ich Glück, da das Zimmer neben mir auch ein Einzelzimmer ist.

Daten: Verfasst von Muckel, am 3. Mai 2010, um 20:46 Uhr.
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