Muckels Tagebuch

aus dem Leben geschrieben

 

Artikel zum Schlagwort Gefühle

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Verfasst von Muckel.

wieder schlug »es« zu

Vor über einer Woche habe ich einen “Erguss” bemerkt. Da er nach zwei Tagen noch immer da war, habe ich einen Termin bei meiner Hausärztin vereinbart. Der Abzess ging allerdings am selben Abend noch von alleine auf; den Termin bei meiner Ärztin nahm ich dennoch wahr. Auch meine Hausärztin stellte fest, das noch etwas in diesem übergroßen “Pickel” war und sie behandelte es mit einer sogenannten Teer- oder Zuchsalbe. Zwar half diese Salbe gut weiter, doch auch am Wochenende war es immer noch da und nur wenig kleiner.

Am Dienstag Vormittag wurde ich von der Ärztin zu einem Chirurgen überwiesen. Jener sollte selbst entscheiden ob bzw. wann er schneidet. Denn da ich seit Ende Mai Blutverdünner nehmen muss, ist das nicht ungefährlich. Telefonisch erfuhr ich, dass ich nach der Mittagspause direkt vorbeikommen könne und es in der Regel dann einen zweiten Termin gibt, bei dem der Chirurg dann schneidet. Dem war nicht so, da Dr. med. B* trotz des Blutverdünner schneiden wollte, da es angeblich nicht so Tief sei… Raus musste das so oder so, da es ansonsten zu einer Verkapselung kommen kann.

Zufrieden war ich mit dem Arzt nicht. Er hat weder dabei noch hinterher gesagt, wie Tief es ist und was weiter gemacht werden muss. Es gab nur die Information, dass ich am nächsten Tag zu meiner Hausärztin gehen sollte. Dem Arztbrief konnte ich immerhin entnehmen, dass er eine Probe auch zur Untersuchung eingeschickt hat. Von der Ärztin habe ich am nächsten Morgen erstmal erfahren, dass die Wunde oder besser gesagt Loch die Größe einer Wallnuss hat. Auch das das alle zwei Tage neu mit Gage ausgefüllt werden muss, wusste ich vorher nicht. Neben diesem neuen Stress ist »es« auch schmerzhaft und das, obwohl ich ja eh schon Oxycodon nehmen muss. Das zusätzliche Ibu hilft zwar etwas, aber auch nicht so, dass ich schmerzfrei bin.

Dies alles ist mal wieder typisch für mein Leben… Es kann einfach nicht einfach ablaufen, es muss immer das volle Programm sein. Und wie das alles ausschaut, könnt ihr auf den Bildern selbst sehen:

Daten: Verfasst von Muckel, am 4. November 2010, um 23:43 Uhr.
Abgelegt unter: Gesundheit
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Verfasst von Muckel.

nächtlicher Himmel

Es ist nicht das Tageslicht,
welches den Weg gefunden hat.
Hell ist es bei den Lücken,
die Charlosie bändigt es nicht,
der Schein hat ein Schlupfloch gefunden.
Der Heizkörper hat das Zimmer gut geheizt.

Von meinem warmen Bett bin ich entflohen.
Es wird sehr hell, als ich am offenen Fenster stehe.
Herrlich frisch ist die Luft.
Sie fühlt sich gut an, bei jedem Atemzug.
Die dunkle Nacht und die frische Luft sind selten geworden.
Ungewohnt wirkt es, doch irgendwie ist es vertraut.

Mond-Foto

Das Stativ ist zu schwer. Die Kamera nicht.
Sie löst Manuel aus. Kein Blitz zerstört die Stimmung.
Die Hände sind nicht ruhig – ein Stativ wäre es.
Aufnahmen könnten Potential haben, doch sie sind verwackelt.
Kann, darf, sollte ich mich über den Versuch freuen?
Ist es nicht nur ein Versagen?

Gerne würde ich verweilen!
Die Luft genießen und den Blick ziehen lassen.
Es bleibt nicht bei dem “unruhigen Stehen”.
Füße schmerzen, Beine werden schwerer.
Merke meine Grenze. Beeile mich mit allem.
Nun liege ich wieder. Und hoffe das der Schalter nicht schaltet.


(Geschrieben am 23. Oktober 2010.
Nach einem eigentlich schönen Moment, der leider nur am offenen Fenster war.
)

Daten: Verfasst von Muckel, am 24. Oktober 2010, um 10:00 Uhr.
Abgelegt unter: Fotografie, Gedanken
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Verfasst von Muckel.

wieder einmal…

bin ich zu Haus. Liege vor dem Fernseher- Auf der rechte Seite spendet der Lichtschlauch ein warmes, wohliges Licht. Telefon und Handy liegen ungenutzt auf dem kleinen Tisch neben dem Bett. Doch sie bleiben ruhig. Auch der Kater sucht heute keinen Kontakt. Meine Eltern sind wie so oft auch nicht zu Hause.

Auch ich hätte heute Abend mit M. weg sein können / sollen. Aber wieder einmal ist der Körper, sind die Schmerzen im Weg. Einfach die Richtung wechseln ist nicht Möglich. Es hapert ja schon an den ersten Schritten um zu dem Weg zu kommen.

Auch heute fiel es mir wieder schwer, der lieben und Verständnisvollen Person absagen zu müssen. Es war in zwischen Nachmittag, als ich erfuhr, dass meine Eltern zu den Nachbarn gehen um etwas zu Planen. Eher unterbewusst machte ich einen Spruch, der eher Scherzhaft ausdrückte, das sie schon wieder weg sind. Meine Mutter verstand es aber und fragte gleich, ob sie sich bei uns treffen sollen ~ Dies verneinte ich ganz bewusst. Zwar fehlt mir der Kontakt, doch die Nachbarn sind im Schnitt (ø) gute 40 Jahre älter. Bereits letzten Samstag saß ich Abends mit diesem Personenkreis zusammen. Einfach ist es durch den Altersunterschied nicht. Das ist auch der Grund, wieso ich das heute abgelehnt habe.

In der Verwandtschaft habe ich erlebt, wie es ist, wenn ein Mensch nur bei den Eltern lebt und keine Kontakte im eigenen Alter hat. Die Ursache ist bei mir zwar eine andere, eben die körperlichen Einschränkungen, doch seltsam, komisch, ungewöhnlich bleibt es trotzdem. Dabei interessiert mich nicht mal, was andere denken, es ist die Schwierigkeit mit dem Generationenkonflikt, der Werte und Sichtweisen.

Doch ganz gleich was die Ursache ist, das Resultat führt dazu, dass ich meine Zeit vor dem Fernseher und im WordWideWeb verbringe. Nur unterbrochen von Arztterminen, Physiotherapie oder wenn ich mal mit zu dem Ponny meiner Schwester kann. Aber auch das ist selten, da meistens anstrengend für mich. Und aktuell kann ich selbst mit Eltern und Schwester wenig machen, da stehen und gehen nicht mehr ohne Schwierigkeiten funktioniert. Da ich selbst um Hilfsmittel kämpfen muss, ist zur Zeit nicht mal ein kleiner Spaziergang oder Flohmarkt Besuch möglich.

Erschwerend kommt hinzu, dass einem all das nicht angesehen wird. Neben vielen Situationen in denen ich mich rechtfertigen muss, kommen Kommentare von Menschen hinzu, die teilweise sehr verletzend sind. “Du musst Dich bewegen”, “den inneren Schweinehund bekämpfen” oder “mal ordentlich einen Trinken” sind dabei noch die netteren »Hinweise«.

Zusätzlich soll man bei all dem lächelnd, glücklich, zufrieden, dynamisch und Leistungsfähig durch’s Leben gehen. Das dies einfach nicht mehr Rund um die Uhr möglich ist, interessiert dabei nicht. Laien meinen häufig, das man eine Depression hätte. Die Fachleute sehen das anders: frei von Gefühlen kann ich meine gesundheitliche Situation einschätzen. Kenne meine Erkrankung. Suche aus eigenem Antrieb nach Lösungen und Alternativen. Kann Schlafen und Versuche sofern es körperlich geht, raus zu kommen und unter Menschen zu sein. All das sieht die Allgemeinheit nicht. Wie auch, wenn sie ihr “Wissen” nur aus dem Fernsehen oder irgendwelcher Illustrierten haben? Gerne würde ich einfach mal erzählen, doch das sieht unser Gesundheitssystem erst vor, wenn man gefährdet ist, eine entsprechende Diagnose hat.

Daher schreibe ich auch über meine Erkrankung, Einschränkungen und so weiter in meinem Blog. Und vielleicht entstehen so lose Kontakte. Falls nicht, so brauch ich mir nicht vorwerfen, dass ich “es” in mich hinein fresse.

All dies sollte wohl nicht der “Lebensinhalt” mit Mitte 20 sein. Aber was kann oder sollte ich machen? Das mein Körper nicht mehr mit spielt, habe ich mir nicht ausgesucht und würde es gerne ändern. Leider geht das zur Zeit noch nicht und ob die Forschung etwas findet, ist aktuell ungewiss.

Einfach ist all das nicht.

Wenn Du diese Zeilen gerade gelesen hast, so interessiert mich, was Du nun denkst, empfindest oder fühlst und es würde mich sehr freuen, wenn Du mir das mitteilst — zum Beispiel als Kommentar (Deine E-Mail Adresse kann nur ich lesen.) oder als E-Mail.

Daten: Verfasst von Muckel, am 17. Oktober 2010, um 22:18 Uhr.
Abgelegt unter: Gedanken, Gesundheit, Rheuma
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Verfasst von Muckel.

Herbst ergreift das Land

Der Herbst hat Besitz ergriffen.
Das kräftige Grün wird vom Weiß abgedeckt.
Die Nacht muss kalt gewesen sein;
die Wände aus Klinker, Lehm und Stroh sind es auch.
Die Luft ist herrlich frisch.

Mit Freude errinnere ich mich zurück.
Es war Herbst, recht regnerisch im Jahr ′98.
Ein paar Jahre später war Frost unser Begleiter.
Das wärmende Feuer im Kreis der Gefährten.
Geblieben bin ich. War glücklich!

Nur der schwarze Stoff der Kothen und Jurten.
Ganz gleich wo die Kothe stand, das Feuer brannte,
dort war ich zu Hause, war Heimat.
Die Gefährten wechselten, ein neuer Bund
und wieder war das Herbstlager der Anfang.

Nun ist es wieder Herbst.
Zwölf Jahre sind seit der ersten Nacht vergangen.
Unzählige Erfahrungen kamen hinzu.
Schön, prägend und frei war diese Zeit.
Nun sitz ich am Fenster vor der warmen Heizung.

»Nehmt Abschied Brüder ungewiss ist alle Wiederkehr«
Doch es ist keine Wiederkehr in Sicht.
Es bleiben die Erinerungen, die Sehnsucht und Gedanken.
Nicht mehr und nicht weniger ~ auch wenn es ein großer Wunsch bleibt.
»Nehmt Abschied, Brüder, schließt den Kreis!«

Daten: Verfasst von Muckel, am 11. Oktober 2010, um 10:09 Uhr.
Abgelegt unter: eigene Texte, Lyrisches
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Verfasst von Muckel.

von Ärzten rumgereicht werden

In letzter Zeit habe ich wieder neue gesundheitliche Einschränkungen, die alles andere als angenehm sind. So habe ich Probleme mit dem Stehen. Auch das Gehen macht Schwierigkeiten und klappt nur noch in “meinem” Tempo und selbst das für kurze Zeit. Wie sich das auswirkt, ist in den folgenden Beispielen beschrieben

  • Muss ich zum Beispiel an einer Kasse im Supermarkt warten, weil sie mal wieder sehr lang ist, so muss meine Begleitung den Einkauf beenden und ich muss mich irgendwo setzten oder mindestens anlehnen.
  • Ist bei uns zu Hause Besuch da und bei der Verabschiedung steht man noch etwas auf dem Hausstein, so ist selbst dies schon zu viel für mich. Am Anfang kann ich mich noch an der gemauerten Fensterbank anlehnen, doch sollte es dann noch länger gehen, muss ich mich leider Verabschieden und mich Erstmal setzen.
  • Das morgendliche Rasieren um keinen Bart zu tragen ist das längste, was ich noch durchgängig stehen kann.
  • Vorletztes Wochenende sind meine Eltern mit mir nach Braunschweig gefahren, da ich einen Duschhocker brauchte, da auch das stehen während der Dusche zu viel ist.
  • Neben dem stehen macht auch das gehen Probleme. Am vorletzten Samstag bin ich mit meinen Eltern nach Braunschweig gefahren, da ich den Duschhocker brauchte. Dort sind wir vom Parkhaus zum ersten Sanitätshaus, zum zweiten Sanitätshaus, wieder zum Parkhaus und dann noch ins Restaurant.

    Doch diese kurzen Wege, verteilt über den gesamten Vormittag und Mittag, waren schon zu viel für meinen Körper. :(
  • Auch war ich in den letzten Wochen zweimal zu einem Flohmarkt. Der erste war der größere Flohmarkt in Braunschweig auf dem Harz&Heide Gelände. Später war hier im Dorf ein kleiner Flohmarkt. Doch beide hatten die Übereinstimmung, dass ich nicht mehr langsam Gehen, anschauen, wieder etwas gehen, wieder stehen bleiben usw. kann.

Diese Beispiele habe ich letzter Woche meiner neuen Hausärztin gesagt. Sie hat sich dafür nicht weiter interessiert und gesagt, darum sollte sich mein Rheumatologe kümmern. Dies konnte ich noch nachvollziehen, da er eben der Facharzt ist.

Gestern war dann auch mein Termin bei dem Rheumatologen in Hannover. Er hat am Anfang erstmal gefragt, wie es ist. Da habe ich ihm gesagt, dass meine Physiotherapeutin meinte, dass ich ein Rezept pro Hand bräuchte und das selbst die Handgelenke verhärtet wären. Jene hat er dann auch mit Ultraschall untersucht: rechts war angeblich nichts zu sehen und links etwas Wasser, aber angeblich zu wenig, das es für eine Entzündung sprechen würde. Auf meine Beispiele von oben hat er dann meine Füße nur kurz bewegt.

Am Ende meinte er zu dem Gesamtbild, dass zur Zeit angeblich keine Entzündungen zu erkennen wären und das somit die Schmerzen zur Zeit die Oberhand hätten. Nun soll ich mich bei meiner Schmerztherapeutin vorstellen.

Doch was soll sie tun? Für meinen Alltag bin ich gut genug eingestellt. Jeder Mensch hat ein Schmerzgedächnis. Jenes ist dafür verantwortlich, dass man eh das Schmerzmittel erhöhen muss. Aktuell nehme ich schon Oxycodon, welches zu den Opioiden gehört. Etwas kann man es erhöhen, doch was ist wenn ich dann bei Morphium angekommen bin? Etwas stärkeres gibt es nicht. Was also soll / kann meine Schmerztherapeutin tun?

Es ist traurig, das ein Arzt nicht mal mehr die Zeit hat, mit einem zu reden. Es war gut, dass eine gute Freundin da war, die mich verstehen konnte und selbst erfahren musste, wie es ist mit dieser scheiß Erkrankung.

Aber trotzdem ist es fraglich, wie es nun weiter geht. Wer soll / kann mir Hilfmittel verordnen, wenn nicht ein Facharzt? Wieso muss man selbst für etwas kämpfen, worüber man sich im Grunde nicht mal freut?

Es ist die Hilflosigkeit,
das “rumgereicht werden”,
das “nicht verantwortlich fühlen”,

was mich Ohnmächtig macht.

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