Muckels Tagebuch

aus dem Leben geschrieben

 

Artikel zum Schlagwort Lyrisches

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Verfasst von Muckel.

nächtlicher Himmel

Es ist nicht das Tageslicht,
welches den Weg gefunden hat.
Hell ist es bei den Lücken,
die Charlosie bändigt es nicht,
der Schein hat ein Schlupfloch gefunden.
Der Heizkörper hat das Zimmer gut geheizt.

Von meinem warmen Bett bin ich entflohen.
Es wird sehr hell, als ich am offenen Fenster stehe.
Herrlich frisch ist die Luft.
Sie fühlt sich gut an, bei jedem Atemzug.
Die dunkle Nacht und die frische Luft sind selten geworden.
Ungewohnt wirkt es, doch irgendwie ist es vertraut.

Mond-Foto

Das Stativ ist zu schwer. Die Kamera nicht.
Sie löst Manuel aus. Kein Blitz zerstört die Stimmung.
Die Hände sind nicht ruhig – ein Stativ wäre es.
Aufnahmen könnten Potential haben, doch sie sind verwackelt.
Kann, darf, sollte ich mich über den Versuch freuen?
Ist es nicht nur ein Versagen?

Gerne würde ich verweilen!
Die Luft genießen und den Blick ziehen lassen.
Es bleibt nicht bei dem “unruhigen Stehen”.
Füße schmerzen, Beine werden schwerer.
Merke meine Grenze. Beeile mich mit allem.
Nun liege ich wieder. Und hoffe das der Schalter nicht schaltet.


(Geschrieben am 23. Oktober 2010.
Nach einem eigentlich schönen Moment, der leider nur am offenen Fenster war.
)

Daten: Verfasst von Muckel, am 24. Oktober 2010, um 10:00 Uhr.
Abgelegt unter: Fotografie, Gedanken
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Verfasst von Muckel.

Herbst ergreift das Land

Der Herbst hat Besitz ergriffen.
Das kräftige Grün wird vom Weiß abgedeckt.
Die Nacht muss kalt gewesen sein;
die Wände aus Klinker, Lehm und Stroh sind es auch.
Die Luft ist herrlich frisch.

Mit Freude errinnere ich mich zurück.
Es war Herbst, recht regnerisch im Jahr ′98.
Ein paar Jahre später war Frost unser Begleiter.
Das wärmende Feuer im Kreis der Gefährten.
Geblieben bin ich. War glücklich!

Nur der schwarze Stoff der Kothen und Jurten.
Ganz gleich wo die Kothe stand, das Feuer brannte,
dort war ich zu Hause, war Heimat.
Die Gefährten wechselten, ein neuer Bund
und wieder war das Herbstlager der Anfang.

Nun ist es wieder Herbst.
Zwölf Jahre sind seit der ersten Nacht vergangen.
Unzählige Erfahrungen kamen hinzu.
Schön, prägend und frei war diese Zeit.
Nun sitz ich am Fenster vor der warmen Heizung.

»Nehmt Abschied Brüder ungewiss ist alle Wiederkehr«
Doch es ist keine Wiederkehr in Sicht.
Es bleiben die Erinerungen, die Sehnsucht und Gedanken.
Nicht mehr und nicht weniger ~ auch wenn es ein großer Wunsch bleibt.
»Nehmt Abschied, Brüder, schließt den Kreis!«

Daten: Verfasst von Muckel, am 11. Oktober 2010, um 10:09 Uhr.
Abgelegt unter: eigene Texte, Lyrisches
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Verfasst von Muckel.

Gedanken und Errinnerungen im Herbst

Langsam aber stetig werden die Wälder in ruhige, kräftig leuchtende Farben getaucht. Draußen ist es feucht und frisch geworden, wodurch das Atmen zu einem Genuss wird. Nachbarn befeuern nun wieder die Kamine. Der Rauch erreicht mich und löst dabei ein wohliges Gefühl aus. Früher saß ich fast jedes Wochenende am Lagerfeuer oder am offenen Kamin. Aber das liegt nun Jahre zurück. Nun habe ich noch Kerzen und Fahrtenlieder aus der Box…

Mir fehlen die Abende am Feuer, das Klampfenspiel, die Gemeinschaft. Manche Menschen sehen sich nach ihren Eltern, Kindern oder dem Lebenspartner; mir sind jene auch wichtig, aber ebenso sehn ich mich nach den Fahrten, Abends erschöpft aber glücklich und zufrieden am Feuer sitzen.

Diese Sehnsucht werde ich wohl nicht mehr stillen können, weshalb die Gedanken und Erinnerungen überflüssig sind. Leider kann ich sie nicht abstellen. Und nun wo die Abende kälter und länger werden, Paare, Familien, Freunde enger zusammen rücken, von ihren Erlebnissen und Reisen berichten, ist die Sehnsucht, das schmerzliche Vermissen wieder da.

Im Alltag muss ich mir Hilfe suchen, kann vieles nicht mehr machen, was für andere automatisch, ohne einen Gedanken abläuft. Vielleicht sind Gedanken, Sehnsüchte, Träume an dieser Stelle mehr verletzend und traurig als erfreulich?

Sie lassen sich nicht steuern, einsperren oder abschalten. Kann man an seinen Träumen arbeiten, werden sie zu einem Ziel, für das es sich lohnt zu kämpfen. Tritt aber das Gegenteil ein, man kämpft und entfernt sich trotzdem immer weiter, verliert man sehr schnell die Hoffnung, den Sinn. Doch was soll oder kann man in einer solchen Situation machen? Dies wird einem nirgends gesagt oder auch nur thematisiert. Man ist damit ziemlich allein und irgendwie auch verlassen.

Daten: Verfasst von Muckel, am 17. September 2010, um 18:00 Uhr.
Abgelegt unter: eigene Texte, Gesundheit
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Verfasst von Muckel.

es sind nur Errinnerungen

Frisch und kühl ist die Luft in dieser Nacht,
geprägt vom Regenschauer und dem wohlriechendem Rauch.

Aus der Ferne nehme ich den klang von Gitarren und Stimmen wahr.
Für einige Meter folge ich dem weichen Waldweg,
der mich durch den dunklen Wald führt.

Plötzlich wird es lichter und vor mir geht es steil, fast senkrecht runter.
Nur der fast vollständige Mond hat mich vor einem Unglück bewahrt.
Unter mir erblicke ich das Dach unserer Jurte, mit dem Schein des Feuers.

Ungemütlich ist es und trotzdem beachte ich den leichten Regen nicht.
Gefangen von den Melodien und Stimmen, die mein Ohr erreichen, verharre ich.
Die Ruhe nach dem Stress der letzten Tage genieße ich in diesem Moment sehr.

Allmählich merke ich meine schwer gewordenen Beine,
so das ich langsam die letzten Schritte zu den anderen gehen sollte.

Was ist das? Eine Taschenlampe? Nein, es ist der Bewegungsmelder unter meinem Fenster. Mit einem Gefühl von Traurigkeit, Sehnsucht, Einsamkeit wird mir schmerzlich bewusst, das ich lediglich an dem geöffneten Fenster stehe.

Wieder war es nur eine Mischung aus Erinnerung, Sehnsucht
und tiefen Wunsch, die zu diesen Tagtraum geführt haben.

Doch ich bin wieder nur alleine in meinem Zimmer.
Kein Feuer, kein Tschai und an Stelle von einem Schwarzzelt
umgeben mich Wände aus Stein, ohne ein Zeichen von Leben.

Nun liege ich allein und traurig im Bett,
sehe den Mond durch das offene Fenster
und rieche den Rauch der Kamine im Ort.

Mir bleiben lediglich die Erinnerungen und die Sehnsucht.
Es stimmt mich traurig. Wie oft wird es mir noch so gehen?
Wann kann ich das Schöne vergessen um ohne den Schmerz,
die Enttäuschung und der Wut leben zu müssen?

Daten: Verfasst von Muckel, am 12. September 2010, um 19:00 Uhr.
Abgelegt unter: eigene Texte, Lyrisches
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Verfasst von Muckel.

Gicht

Gicht

An Tagen, wo ich meine Finger biegen kann,
vergehen mit Verschreiben mir die Stunden,
Und wenn ich einen guten Vers gefunden,
Geht mich die Welt, die Gicht, der Schmerz nichts an.

An anderen Tagen geht das Schreiben nicht.
Dann lausch ich dem, er tief in meinen Knochen
Sich dehnt und immer weiter kommt gekrochen,
Es ist der Tod, doch nennen wir ihn Gicht.

Ich lieb ihn nicht, oft liegen wir im Streit.
Doch weiß ich manchmal, dass er nicht im Bösen
Sich um mich müht. Sein Amt ist das Erlösen,
Und willig folg ich eine Strecke weit.

Wenn wir einst ganz versöhnt und einig sind,
Dann werd ich ihn nicht Gicht, nicht Tod mehr nennen.
Als ewige Mutter werd ich ihn erkennen,
Als Liebe seinen Ruf, und mich als Kind.

von Hermann Hesse

Daten: Verfasst von Muckel, am 5. September 2010, um 16:00 Uhr.
Abgelegt unter: Lyrisches, Zitate
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