Muckels Tagebuch

aus dem Leben geschrieben

 

Artikel zum Schlagwort Worte

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Verfasst von Muckel.

Gedanken und Errinnerungen im Herbst

Langsam aber stetig werden die Wälder in ruhige, kräftig leuchtende Farben getaucht. Draußen ist es feucht und frisch geworden, wodurch das Atmen zu einem Genuss wird. Nachbarn befeuern nun wieder die Kamine. Der Rauch erreicht mich und löst dabei ein wohliges Gefühl aus. Früher saß ich fast jedes Wochenende am Lagerfeuer oder am offenen Kamin. Aber das liegt nun Jahre zurück. Nun habe ich noch Kerzen und Fahrtenlieder aus der Box…

Mir fehlen die Abende am Feuer, das Klampfenspiel, die Gemeinschaft. Manche Menschen sehen sich nach ihren Eltern, Kindern oder dem Lebenspartner; mir sind jene auch wichtig, aber ebenso sehn ich mich nach den Fahrten, Abends erschöpft aber glücklich und zufrieden am Feuer sitzen.

Diese Sehnsucht werde ich wohl nicht mehr stillen können, weshalb die Gedanken und Erinnerungen überflüssig sind. Leider kann ich sie nicht abstellen. Und nun wo die Abende kälter und länger werden, Paare, Familien, Freunde enger zusammen rücken, von ihren Erlebnissen und Reisen berichten, ist die Sehnsucht, das schmerzliche Vermissen wieder da.

Im Alltag muss ich mir Hilfe suchen, kann vieles nicht mehr machen, was für andere automatisch, ohne einen Gedanken abläuft. Vielleicht sind Gedanken, Sehnsüchte, Träume an dieser Stelle mehr verletzend und traurig als erfreulich?

Sie lassen sich nicht steuern, einsperren oder abschalten. Kann man an seinen Träumen arbeiten, werden sie zu einem Ziel, für das es sich lohnt zu kämpfen. Tritt aber das Gegenteil ein, man kämpft und entfernt sich trotzdem immer weiter, verliert man sehr schnell die Hoffnung, den Sinn. Doch was soll oder kann man in einer solchen Situation machen? Dies wird einem nirgends gesagt oder auch nur thematisiert. Man ist damit ziemlich allein und irgendwie auch verlassen.

Daten: Verfasst von Muckel, am 17. September 2010, um 18:00 Uhr.
Abgelegt unter: eigene Texte, Gesundheit
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Verfasst von Muckel.

Gicht

Gicht

An Tagen, wo ich meine Finger biegen kann,
vergehen mit Verschreiben mir die Stunden,
Und wenn ich einen guten Vers gefunden,
Geht mich die Welt, die Gicht, der Schmerz nichts an.

An anderen Tagen geht das Schreiben nicht.
Dann lausch ich dem, er tief in meinen Knochen
Sich dehnt und immer weiter kommt gekrochen,
Es ist der Tod, doch nennen wir ihn Gicht.

Ich lieb ihn nicht, oft liegen wir im Streit.
Doch weiß ich manchmal, dass er nicht im Bösen
Sich um mich müht. Sein Amt ist das Erlösen,
Und willig folg ich eine Strecke weit.

Wenn wir einst ganz versöhnt und einig sind,
Dann werd ich ihn nicht Gicht, nicht Tod mehr nennen.
Als ewige Mutter werd ich ihn erkennen,
Als Liebe seinen Ruf, und mich als Kind.

von Hermann Hesse

Daten: Verfasst von Muckel, am 5. September 2010, um 16:00 Uhr.
Abgelegt unter: Lyrisches, Zitate
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Verfasst von Muckel.

was macht das »LEBEN« aus?

wie man meinem kleinen Blog entnehmen kann, ist mein sogenanntes »Leben« zur Zeit alles andere als leicht. Um das Positive daran mal wieder finden zu können, bin ich auf die Frage gestoßen, was »Leben« überhaupt ausmacht.

In der deutschen Wikipedia wird »Leben« so beschrieben:

Leben ist eine Eigenschaft, die Lebewesen von unbelebter Materie unterscheidet. Wesentliche Merkmale für Leben sind: Es ist in der Lage sich fortzupflanzen (in einer über eine bloße Kopie hinausgehenden Form der Evolution), es hat einen Stoffwechsel und es bildet nach außen abgeschlossene Gebilde.(…)

Ähnlich nüchtern, wissenschaftlich klingen auch andere Erklärungen, die zum Beispiel in unterschiedlichen Lexika zu finden sind. Diesem eher Wissenschaftlich geprägten Definitionen steht das gegenüber, was die verschiedenen Glaubensrichtungen als »Leben« bezeichnen.

Zudem hat noch jeder von uns eine andere Definition, Erklärung, Meinung, Sichtweise usw. dazu. Entstanden ist eine kleine “MindMap”, die ich gerne mit euren “Punkten” weiter führen würde, weshalb ich euch bitte, dass ihr mir als Kommentar eure spontanen Einfälle mitteilt.

Doch bis es soweit ist, erstmal der erste “Entwurf” meiner MindMap:
Leider kann ich die MindMap nicht online bearbeiten, weshalb ich nun eine Liste führe, die ich mit euren Gedanken, Definitionen, usw. erweitern möchte:

  • Bedürfnisse
    • angenommen werden
    • Erholung
    • Freunde treffen
    • geliebt werden
    • Hobby nachgehen können
    • kuscheln dürfen
    • mit Freunden sich austauschen können
    • schlafen können
    • zur Ruhe kommen dürfen
  • Funktionen (des Körpers)
    • Atmung
    • Bewegung
      • beugen
      • gehen
      • laufen
      • liegen
      • rennen
      • sitzen
      • stehen
      • strecken
    • Fühlen
    • halten, heben, greifen, festhalten
    • Hören
    • Kraft
    • Riechen
    • Schmecken
    • Sehen
  • Gefühle, Emotionen
    • Angst
    • Einsamkeit
    • Fernweh
    • Freude
    • Geniessen können
    • Glück
    • Heimweh
    • Hoffnung
    • lachen / Lachen können
    • Sehnsucht
    • Traurigkeit / traurig sein dürfen
    • wütend sein / wütend sein dürfen
    • Zuversicht
  • Glaube
  • Liebe
  • Ruhe, Entspannung
  • Sonstiges
    • basteln
    • helfen können
    • lesen
    • Musik
      • hören
      • selber machen
    • schreiben
      • Erlebnisse
      • Gedanken
      • Gefühle
      • uvm.
  • soziale Kontakte
    • Bekannte
    • Familie
    • Freunde
    • Kollegen
    • Nachbarn
    • Verwandtschaft
  • Stress, Anspannung, aktiv sein
  • Zufriedenheit

So, was fällt euch noch zu der Thematik »Leben«, »lebenswert« ein? Was ist euch wichtig, was macht euer Leben lebenswert?

Auch an anderer Stelle habe ich diese Frage gestellt und bin recht froh, dass es besonders in einem Rheuma-Forum sehr gutes Feedback gab:

Daten: Verfasst von Muckel, am 8. August 2010, um 20:00 Uhr.
Abgelegt unter: Gedanken, Rheuma
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Verfasst von Muckel.

Hoffnung, Zuversicht

“Hoffnung ist eine zuversichtliche innerliche Ausrichtung
gepaart mit einer positiven Erwartungshaltung,

dass etwas Wünschenswertes in der Zukunft eintritt,
ohne dass wirkliche Gewissheit darüber besteht.”

Doch wie lange hofft man? Gibt es Punkte an denen die Hoffnung nicht mehr existiert oder fehlt sie nur im Bewusstsein und man handelt instinktiv immer noch nach ihr, da man denkt, dass sich etwas besseres ergibt oder eine Änderung eintritt? Ich weiß es nicht und ich weiß nicht mal, ob ich selbst noch eine positive verbesserung glaube.

Und trotzdem war ich heute wiedereinmal bei meinem Rheumatologen. Habe mir wieder eine Flüssigkeit in meinen Blutkreislauf geben lassen, von der ich nichtmal richtig verstehe, was sie eigentlich macht. Ja, es wurde mir erklärt, doch nachvollzieh bar ist es doch nicht für jemanden, der nicht gerade Medizin oder Chemie studiert hat. Es war die dritte Infusion dieses Medikamentes, welches nun schon seit Dezember in meinem Körper ist.

“Eigentlich hatte ich gehofft, dass es Ihnen besser geht.” waren die Worte meines Arztes, der nicht wirklich weiß, was er von der Situation halten soll. Seiner “vorzeige Patientin” ging es nach der ersten Infusion besser, die anderen spürten wenigstens Kleinigkeiten, doch ich merke bis lang nichts positives. Ganz im Gegenteil – meine negativen Erfahrungen mit den Auswirkungen dieser Erkrankung werden in den letzten Wochen massiv schlechter, was an den Einschränkungen liegt.

In vier Wochen habe ich wieder einen Termin um die nächste Infusion zu behalten. Doch bewusst dafür habe ich mich dieses mal nicht entschieden. Es ist eher der “maschienelle Ablauf”: kurzes Gespräch, Blutabnahme, Infusion, Pflaster, nächsten Termin, auf Wiedersehen. Doch soll es das wirklich sein? Sollte ein Medikament was so teuer ist nicht zumindes minimale verbesserungen zeigen? Das Hände weniger geschwollen ist, man mehr Kraft hat, die Schmerzen zurück gehen oder zumindest minimal die Leistungsfähigkeit steigt? Nichtmal ansatzweise ist davon etwas wahrzunehmen.

Von allen Seiten hört man nur Durchhalteparollen. Schwäche darf man in unserer Gesellschaft wohl nicht zeigen. Tiere werden erlöst, doch uns Menschen gönnt man nicht mal die nötige Ruhe um all das zu verdauen. Schlimm war es vor einigen Wochen noch für viele Menschen, als ein Fußballspieler einen endgültigen Schritt gegangen ist, doch für uns “Otto Normal Verbraucher” gibt es nicht mal vernüftige Gesprächsangebote. Meinen Glauben an die Kirche habe ich nicht mehr und Psychologen hatten bis lang kein Interesse daran, einfach nur mal zuzuhören. Für die, die noch geblieben sind, ist eine zu große Belastung oder sie sind nur über elektronische Wege zu erreichen, was leider kein Gespräch von Angesicht zu Angesicht ersetzt. Wo ist die tröstende Hand auf der Schulter die einem Mut zu spricht? Wo sind die Freunde, die einfach da sind und einem durch Ihre Anwesenheit Kraft spenden?

Der Bits und Bytes sind viele geschrieben, ob in diesem Blog, im Foren oder über Messenger, doch weiter bringt es mich nicht. Erzählt man seine Probleme heißt es häufig, man sehe alles zu düster oder man sollte positiv denken. Doch welchen Anlass hat man dazu? Was veranlasst einen zu glauben, dass es ein gutes Ende geben wird?

Seit dem Ende des “Weihnachtsurlaubes” funktioniere ich nur noch. Aufstehen, runter in die Ausbildung gehen, am Nachmittag wieder hoch, duschen und hinlegen bis es von vorne los geht. Unterbrochen ist dieser Rhytmus nur von den “Arbeitsfreien Tagen”, an denen ich noch mehr liege um für den nächsten “Start” wieder Kraft zusammeln. Ein Leben wie ein Roboter und wozu? Um am Ende vielleicht einige Monate eher vom Staat und nicht mehr von den Eltern zu leben…

Eine Antwort auf das »Warum« oder nach dem »Sinn« dahinter gibt es wohl nicht. Auch kann mir niemand sagen, weshalb man all das noch durchstehen soll. Die Aussicht für die Zukunft: leben vom Staat am Sozialen (Ab)-Rand unserer Gesellschaft und auf kurz oder lang ein Leben, welches von dem Ablauf des Pflegedienstes geprägt sein wird. Das ist keine Prognose für einen Kranken Rentner, sondern die für einen fast 24 Jährigen jungen Mann der eigentlich noch einiges vom Leben erleben wollte.

Wirr sind die Gedanken und sie sind in keiner Bahn gelenkt – wie auch, wenn man alleine mit ihnen ist?! Bin noch »ich« es oder ist das nur noch das Ergebnis der unzähligen Medikamenten, der permanennten Einschränkungen und Schmerzen? Die Familie und Verwandschaft sagt, dass man ich mich verändert hätte, doch ist das wirklich verwunderlich? Gerne würde ich eine Nacht und das »Grübeln« einschlafen und einen Tag ohne Schmerzen erleben um die “Akkus” wieder auf zu laden… Doch wie wahrscheinlich ist das schon?

Gute Nacht!

Daten: Verfasst von Muckel, am 4. Mai 2010, um 9:18 Uhr.
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Verfasst von Muckel.

es lässt mich nicht los – das Liedgut

die letzte gemeinsame Singerunde liegt nun schon weit über ein Jahr zurück und auch zu meiner Gitarre kann ich seit Monaten nicht mehr regelmäßig greifen. Diese Woche hat mich eine CD erreicht, vielleicht gerade deswegen wurde meine Sehnsucht wieder geweckt. Neben den Stücken auf der CD habe ich auch mal wieder bei einem Video-Portal geschaut und habe so einige nette Lieder gefunden. Vertont wurde eines von den “Irrlichter”. Jenes war auch das erste Lied, bei dem ich zur Gitarre gegriffen habe:

Doch auch die anderen Videos die sich finden lassen, wecken die Sehnsucht in mir, endlich wieder einmal in einer gemütliche Runde, am Feuer bei Gesang zu sein. Aktuell ist dies für mich nicht wirklich möglich und ob sich diese Situation jemals wieder ändern lässt, ist mehr als ungewiss. Doch Wünsche, Träume, Sehnsüchte bleiben in einem – ganz gleich wie wahrscheinlich oder unwahrscheinlich ihre mögliche Umsetzung ausschaut.

Wer mag kann auch einmal in meine Favoriten schauen, denn dort sind noch einige Lieder mehr zu finden. In einem Lied gibt es eine Stelle, die sehr gut beschreibt, wo nach mir zurzeit ist:

“(…) säß gern am Feuer, die Pfanne auf dem Herd, eine Flasch’ Wacholder die hätt’n wir geleert (…)”

Eine Klampfe und das Liedgut war und ist irgendwie immer mit dabei…
Die Fotos gibt es in Farbe übrigends auch, wer ein wenig stöbern möchte…

Daten: Verfasst von Muckel, am 4. Mai 2010, um 8:54 Uhr.
Abgelegt unter: Allgemein, Gedanken
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