Muckels Tagebuch

aus dem Leben geschrieben

 
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Verfasst von Muckel.

überlegungen zum Abschlussprojekt

nun habe ich das Ende meiner Ausbildung fast erreicht und das trotz aller Schwierigkeiten die meine Erkrankung mit sich bringt – eigentlich sollte dies doch ein Grund zum Feiern sein, oder nicht? Leider nicht ganz, denn der stressige und schwierige Teil kommt jetzt noch. Unsere Abschlussprüfung besteht aus zwei Bereichen, die wiederum untergliedert sind:

  • Abschlussprojekt
    • Durchführung des Projektes mit erstellung der Dokumentation.
    • Präsentation des Projektes vor dem IHK-Prüfungsausschuss und beantwortung der gestellten Fragen.
  • schriftliche Abschlussprüfung
    • 90 Minuten – Ganzheitliche Aufgabe I – Kernqualifikation
    • 90 Minuten – Ganzheitliche Aufgabe II – Fachqualifikationen
    • 60 Minuten – Wirtschafts- und Sozialkunden

Ein Abschlussprojekt für mich haben wir gefunden. Und zwar gibt es in dem Berufsbildungswerk ja noch andere Ausbildungszweige, wie zum Beispiel den Metallbereich. Bei den Metallern gibt es zurzeit sechs CNC-/DNC-Fräsen, die zwar schon mit zwei Computern verbunden sind, doch das ganze ist nicht vernüftig gemacht. Denn es gibt drei 2 auf 1 Umschaltboxen, die dann über eine Serielledatenleitung zu den PCs führt. Nun soll diese Verdrahtung erneuert werden. Anstelle der drei Umschaltboxen wird es ein neues Gerät geben, an dem alle CNC-/DNC-Fräsen angeschlossen werden können und jenes ist an einen PC mit einer Patchleitung angeschlossen. Die zwei alten Computer sollen durch einen neuen ersetzt werden. Hierbei besteht die besonderheit, dass der neue PC einen Industrie-Mainboard haben wird und man muss eine ISA-Steckkarte virtuell einrichten, da sie von einer bestimmten Software vorrausgesetzt wird, da jene wiederum eine spezielle Tastatur benötigt.

Ein ehemaliger Kollege hat sich dieser Thematik schoneinmal angenommen, konnte sein Projekt aber nicht abschließen, da es keine Unterlagen der Steckerbelegung der CNC-/DNC-Fräsen und der vorhandenen Seriellendatenleitung mehr gab und zu dem hatte der neue PC einen defekt und musste als Garantiefall zurück geschickt werden. Der Kollege hat damals dann einen anderen, schwächeren Computer eingesetzt und ein Work-Around gebastelt, doch nun soll dieses endlich mal vernüftig gemacht werden.

Für mich bedeutet es, dass ich in der “Abschluss-Projekt-Woche” fit sein muss. Es sind 35 Arbeitsstunden in denen ich das Projekt durchführen muss und die Dokumentation erstellt werden muss. Zwar haben wir meine Projektzeit so gelegt, dass ein Wochenende in die Arbeitswoche fällt, so das ich an den zwei Tagen zur Ruhe kommen kann, doch trotzdem weiß ich nicht, wie ich diesen Punkt sicherstellen soll bzw. kann. Denn wenn es nach meinen Ärzten geht, müsste ich die Ausbildung abbrechen, damit mein Körper seine nötige Ruhe bekommt und dadurch die Schmerzen zurück gehen.

Diesen Schritt werde ich aber nicht gehen. Es ist zwar schwer, da es mein übriges Leben nicht mehr gibt und meine Tage nur noch aus Arbeit und schlafen bestehen, doch ich möchte nicht aufgeben – schon garnicht so kurz vor dem Ende der Ausbildung. Denn ich habe hier gekämpft – nicht nur für die Ausbildung, auch für mein Einzelzimmer und gegen einige Missstände – und da möchte ich dem »Haus« nicht den Triumph überlassen, dass ich es doch nicht gepackt habe. Bei einigen Menschen die wie ich mit Rheuma und Gelenksproblemen kämpfen hilft es, wenn sie einen Cortisonstoß, zum Beispiel als Infusion erhalten. Bei meinem letzten Cortisonstoß hat sich leider keine positive Veränderung gezeigt. Wie kann ich also meinen Körper dazu bringen, dass er in der Prüfungsphase fit ist und vorallem auch die Woche in der das Projekt abläuft durchhält? Für Tipps wäre ich sehr dankbar, da selbst meine behandelnden Ärzte (Rheumatologe, Schmerztherapeutin, Hausarzt) keine Idee mehr haben. Auch in den Communitys Rheuma-Treffpunkt.de und Rheuma-Online.de habe ich nach gefragt, wie sich andere versuchen fit zu halten. Doch neue Tipps & Tricks habe ich leider nicht finden können.

Also bleibt mir wohl nur übrig, dass ich durchhalten muss. Doch jeder der sich mit meiner Grunderkrankung auskennt weiß, dass dies für die Erkrankung und vor allem für die Schmerzentwicklung alles andere als gut ist. Auch ist bekannt, dass durch Stress ein Rheumaschub ausgelöst werden kann. Jenen muss ich wohl in kauf nehmen, wenn ich die Prüfung schaffen möchte. Es ist zwar nicht gerade gut und es wird auch nicht anerkannt, dass man mehr Leistung als andere für das gleiche Ergebnis bringen muss, doch mir bleibt eben nichts anderes übrig…

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